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Burgdorf „In Burgdorf berate ich überdurchschnittlich viele Paare“
Umland Burgdorf

Burgdorf: Ute Gerken berät Paare im Streit und Menschen mit Burn-Out

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08:49 13.06.2019
Ute Gerken bietet im Haus der Diakonie die Sprechstunde für die Lebensberatungsstelle Langenhagen an. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Wie lösen Paare ein Kommunikationsproblem? Lassen sich Verantwortlichkeiten im Alltag einer Familie anders aufteilen? Und ab wann fühlt sich ein Partner vom Leben des anderen ausgeschlossen? Mit diesen und anderen Problemen von Paaren, aber auch von einzelnen Ratsuchenden, beschäftigt sich Ute Gerken seit Februar im Haus der Diakonie. Dort übernimmt die Soziologin mit eigener Praxis in Hannover für die evangelische Lebensberatungsstelle Langenhagen die Sprechstunden.

Die Bilanz nach dem ersten Vierteljahr fasst die 49-Jährige mit einem Satz zusammen: „In Burgdorf berate ich überdurchschnittlich viele Paare.“ Sie kommen nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus Lehrte, Sehnde und Uetze – schließlich gehören die drei Kommunen ebenfalls zu ihrem Einzugsgebiet. Noch müsse niemand der Ratsuchenden lange auf einen Termin warten, sagt Gerken, die nach ihrem Abschluss der Soziologie, Psychologie und Erziehungswissenschaft zunächst als wissenschaftliche Mitarbeiterin ganz unterschiedliche Forschungsprojekte betreut hat. Der Schwerpunkt habe für sie damals schon auf den Themen Gesundheit und Prävention gelegen, sie fänden sich auch heute in der Arbeit wieder, sagt sie.

Je eher Paare sich beraten lassen, desto schneller sind sie in der Bahn

Berufsbegleitend absolvierte Gerken ab 2011 eine Ausbildung als Trainerin, gab zwei Jahre später ihr erstes Wochenendseminar mit dem Thema „Das innere Kind“. „Es war anstrengend, hat mir aber gezeigt, dass meine Entscheidung, direkt mit den Menschen und nicht in der Forschung zu arbeiten, richtig war“, blickt sie zurück. Deshalb startete sie – ebenfalls berufsbegleitend – vor fünf Jahren eine zweijährige Ausbildung in Münster als systemische Beraterin. „Grundlagen, Methoden, Haltung: All das gehörte dazu, ebenso wie viele spannende Selbsterfahrungsanteile“, sagt Gerken, die nach einem Umzug aus privaten Gründen nach Hannover vor drei Jahren eine eigene Praxis öffnete.

Parallel dazu begann sie auch in der Beratungsstelle an der Oskar-Winter-Straße: „Bis dahin hatte ich meist Einzelgespräche geführt, dann habe ich mit männlichen Kollegen eine Beratung für hochstrittige Paare aufgebaut“, sagt Gerken und bezeichnet dieses Arbeitsgebiet inzwischen als Steckenpferd, für das sie weitere Qualifikationen anstrebe. „Mir ist wichtig, den Paaren die gemeinsamen Ressourcen aufzuzeigen und diese ans Tageslicht zu holen“, sagt sie und nennt ein Beispiel, bei dem Mann und Frau über den gleichen Humor verfügten. Darauf hätten sie aufbauen können. Zugleich appelliert Gerken: „Je eher Menschen in eine Beratungsstelle gehen, desto schneller finden sie auch in ihre Bahn zurück.“

Das gelte im Übrigen auch für Einzelgespräche, bei denen es beispielsweise um einen drohenden oder akuten Burn-Out gehe: „Zunächst müssen viele erst ihre Bedürfnisse definieren, die Baustellen sortieren, dann lernen sich abzugrenzen und den nächsten Schritt zu gehen.“

Information: An einer Einzelberatung beteiligen sich die Klienten mit 25 Euro, an der Paarberatung mit 50 Euro – dabei sind Ermäßigungen möglich. Ute Gerken bietet ihre überkonfessionelle Beratung dienstags und mittwochs im Haus der Diakonie, Schillerslager Straße 9, an. Sie unterliegt der Schweigepflicht. Termine müssen vorab unter Telefon (0511) 723804 vereinbart werden.

Von Antje Bismark

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