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Burgdorf So lässt Heinz Lauenburger in Burgdorf die Puppen tanzen
Umland Burgdorf

Burgdorf: Wenn Heinz Lauenburger seine Puppen zum Leben erweckt

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18:25 25.10.2019
Die Lauenburgers – Angelique, Celina, Heinz und Maikel – sind leidenschaftliche Puppenspieler aus Leidenschaft. Quelle: Laura Beigel
Burgdorf

Ob der kleine Rabe Socke, der pfiffige Findus mit dem schrulligen und herzensguten Pettersson oder Figuren aus den Märchen der Gebrüder Grimm – ihnen allen geben Heinz und Angelique Lauenburger eine Stimme. Die Betreiber des Theaters mit Puppen touren mit ihrem blau-roten Zirkuszelt und den historisch anmutenden Wohnwagen durch Niedersachsen und Schleswig-Holstein. Derzeit haben sie ihre kleine Theaterwelt auf dem Pferdemarktplatz am Kleinen Brückendamm in Burgdorf aufgebaut.

„Die Vorstellungen mit Pettersson und Findus waren so gut besucht, dass wir uns kurzerhand entschlossen haben, eine Woche länger zu bleiben“, sagt Heinz Lauenburger. Er und seine Frau spielen allerdings nicht die berühmten Kindergeschichten aus der Feder des schwedischen Autors Sven Nordqvist, sondern das Stück „Alles meins!“, in dem der kleine Rabe Socke von Nele Moost und Annet Rudolph der Hauptakteur ist. Bis Sonntag, 27. August, gibt es jeden Tag einen Aufführung, am Sonnabend um 16 Uhr und am Sonntag um 11 Uhr.

Das blaurote Zelt wird noch bis Sonntag, 27. Oktober, auf dem Pferdemarkt stehen. Quelle: Laura Beigel

Puppenspieler seit 190 Jahren

Der schwarze Rabe mit der rot-weiß geringelten Socke ist nur eine der rund 400 Puppen, mit denen die Familie Lauenburger ihre Aufführungen gestaltet. Für jedes Stück gibt es eine Kiste, in der die entsprechenden Handpuppen aufbewahrt werden. Geht eine Figur kaputt, greift Heinz Lauenburger selbst zum Reparaturwerkzeug und leistet Erste Hilfe.

Das Familienunternehmen hat Heinz Lauenburgers Ururgroßvater Lorenz im Jahr 1829 gegründet. In den Anfangsjahren agierten Marionetten auf der Bühne, dann trieben Kasperle und seine Freunde ihre Späße. Inzwischen sind es vor allem Kinderbuchgeschichten, die das Puppentheater aufführt. „Wir orientieren uns genau an den Büchern“, sagt Lauenburger. „Schließlich sollen die Kinder die Geschichten auch wiedererkennen.“

Nur ein Teil der rund 400 Handpuppen, die Heinz Lauenburger besitzt. Quelle: Laura Beigel

Das Publikum wird immer jünger

100 bis 120 Besucher kann das Ehepaar Lauenburger im eigenen Zirkuszelt begrüßen. Das Publikum sei in den Jahren stetig jünger geworden. Vor allem bei Kindergartenkindern seien die Vorführungen beliebt, so die Betreiber. Deshalb hat das Puppentheater insgesamt elf Kinderbuchadaptionen im Programm – ebenso wie zwei Stücke für Erwachsene: Goethes „Faust“ und „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff.

Stulle, dem Wildschwein, und dem kleinen Raben Socke leiht Heinz Lauenburger seine Stimme. Quelle: Laura Beigel

Gelernt hat Heinz Lauenburger die Fertigkeiten des Puppenspiels von seinem Großvater und seinem Vater. Für den 41-Jährigen stand schon früh fest, dass er die Familientradition fortführen will: „Das Schaustellerleben ist einfach spannend, vor allem als Kind.“ Das erleben auch seine Kinder Maikel (11) und Celina (4). Im Schindelwagen reisen sie von Stadt zu Stadt und Maikel wechselt je nach Aufenthaltsort wöchentlich die Schule.

Die achte Generation steht bereit

Der elfjährige Maikel will einmal in die Fußstapfen seines Vaters treten – so sieht zumindest sein augenblicklicher Berufswunsch aus. Das wäre dann die achte Generation des Familienbetriebs. Schon jetzt hilft Maikel fleißig mit und reicht seinem Vater ab und an die Puppen an. Auf die Frage, was für ihn das Besondere am Puppentheater ist, hat Maikel eine schnelle Antwort parat: „Dass die Kinder ganz groß staunen, wenn die Puppen zum Leben erweckt werden.“

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Von Laura Beigel

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