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Burgdorf Wenn auf den Feuerwehreinsatz die Rechnung folgt
Umland Burgdorf Wenn auf den Feuerwehreinsatz die Rechnung folgt
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16:41 08.04.2019
Für Feuerwehreinsätze, die grob fahrlässig verursacht werden, bitte die Stadt den Verursache zur Kasse. Quelle: Jens Wolf (Archiv)
Burgdorf

Nicht immer, wenn die Sirene heult und die knallroten Einsatzfahrzeuge der Feuerwehr mit Blaulicht durch die Stadt rasen, geht es um Leben und Tod. Oft genug rücken Feuerwehrleute aus und später unverrichteter Dinge wieder ab, weil es sich um einen blinden Alarm handelt. Bisweilen fordern Bürger die Hilfe der Retter auch an, ohne dass eine akute Gefahr besteht. In beiden Fällen kann das für die Verursacher teuer werden. Darauf weist die Stadt auf Bitten des Ratsausschusses für Feuerwehrangelegenheiten hin.

Welche Gebühren für Dienst- und Sachleistungen der Feuerwehr die Stadt ihren Bürgern in Rechnung stellen darf, das regelt die vom Rat im jahr 2015 beschlossene Feuerwehrgebührensatzung. Nach dieser gilt: Bei Bränden, Notständen, Naturereignissen und der Rettung von Menschen aus akuter Lebensgefahr übernimmt grundsätzlich die Stadtkasse die Kosten des Einsatzes der Freiwilligen Feuerwehr. Anders dagegen ist das, wenn Feuerwehreinsätze vorsätzlich oder grob fahrlässig verursacht werden oder wenn gar keine Gefahrensituation vorliegt. Dann stellt die Stadt den Aufwand, die Art und die Anzahl der eingesetzten Fahrzeuge, das Personal und die Dauer des Einsatzes dem jeweiligen Verursacher in Rechnung. Wie oft sie das beispielsweise im vergangenen Jahr tun musste, kann die Stadt selbst nicht sagen. „Die Abrechnung der Feuerwehreinsätze für das Jahr 2018 ist noch nicht abgeschlossen“, lässt Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) mitteilen.

Allerdings lässt sich bei näherer Betrachtung der festgelegten Tarife leicht erahnen, dass für einen gebührenpflichtigen Feuerwehreinsatz schnell eine hübsche Summe zusammenkommen kann. So berechnet die Stadt etwa für eine Arbeitsstunde eines Feuerwehrmitglieds 50 Euro, für einen Feuerwehrtaucher sind sogar 100 Euro fällig. Ein Löschfahrzeug schlägt mit 150 Euro zu Buche. Ebenso viel fällt an, wenn ein Ölschadenfahrzeug angefordert wird. Rückt die Drehleiter aus, kostet das 500 Euro.

Als die von Bürgern am häufigsten angefragten gebührenpflichtigen Leistungen nennt die Stadt die Beseitigung von Wasserschäden, etwa weil der Schlauch einer Waschmaschine geplatzt ist. Aber auch das Stellen von Brandsicherheitswachen und das Umsetzen von Wespennestern gibt es schon lange nicht mehr umsonst. Das gleiche gilt für Brandmeldeanlagen, die anschlagen, ohne dass ein Feuer lodert. So musste die Feuerwehr vergangenes Jahr 57-mal gebührenpflichtig ausrücken, nachdem eine Brandmeldeanlage Alarm geschlagen hatte. 21 dieser Einsätze wertete die Feuerwehr als Fehlalarme.

Eine Rechnung schickt die Stadt ihren Bürgern stets, wenn sie die Feuerwehr zur Beseitigung von Ölschäden oder einer Ölspur rufen. Kostenpflichtig ist ferner das Öffnen von Haus- und Wohnungstüren sowie Aufzügen. Bezahlen muss auch, wer von den Feuerwehrleuten sein Haustier retten lässt, etwa weil sich eine Katze in einem Baum zu hoch hinauf gewagt hat und nicht mehr heruntertraut, oder wenn ein Pferd in einen Wassergraben stürzt.

Von Joachim Dege

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