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Burgdorf Wenn die Stromsperre droht: Kirche richtet Nothilfefonds ein
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Burgdorf Wenn die Stromsperre droht: Kirche richtet Nothilfefonds ein

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08:55 08.09.2019
Stefan Germis (ehrenamtlich, von links), Superintendentin Sabine Preuschoff, Kerstin Nebel, Diana Wissmach (beide ehrenamtlich) und der Kirchenkreissozialarbeiter Friedhelm Neumann bilden den Beirat des Nothilfefonds. Quelle: Privat/Stefan Heinze
Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze

Helfen durch Handeln: Unter diesem Motto steht der Nothilfe-Fonds, den der Kirchenkreis Burgdorf ab sofort einrichtet. Damit reagieren die Hauptamtlichen ebenso wie Ehrenamtliche auf die zunehmende Armut, die nach Einschätzung von Kirchenkreissozialarbeiter Friedhelm Neumann viele Familien vor große Schwierigkeiten stellt.

Aus seiner Arbeit kennt Neumann unzählige Beispiele von Menschen, die zwar täglich den Kampf gegen zu wenig Geld aufnehmen, in Ausnahmesituationen aber an ihre Grenzen stoßen: „Wenn bei einer siebenköpfigen Familie die Waschmaschine ausfällt, dann kann sie nicht mehrere Wochen warten, bis eine Institution den Zuschuss gibt“, sagt er. Gleiches gelte bei einer drohenden Stromsperre. Schnelles Handeln sei auch nötig, wenn ein Kind beispielsweise kurzfristig eine Brille benötigt, um dem Unterricht vernünftig folgen zu können – der finanzielle Rahmen in der Familie aber längst ausgeschöpft sei.

Zweimal im Monat registriert die Diakonie einen Notfall

Bislang, sagt Neumann, hätten die Betroffenen in einer solchen Situation entweder länger auf eine Hilfe warten müssen oder gar keine erhalten. Etwa zweimal im Monat registrierten die Mitarbeiter der Diakonie-Beratungsstelle einen solchen Notfall. Nun übernehme der Fonds unter Regie des Kirchenkreises und mit einem fünfköpfigen Beirat die Zwischenfinanzierung oder die kompletten Kosten, sagt Superintendentin Sabine Preuschoff. Sie gab mit Neumann und den ehrenamtlichen Beiratsmitgliedern Kerstin Nebel aus Burgdorf, Stefan Germis aus Ilten und Diana Wissmach aus Ehlershausen beim Fest der Begegnung den offiziellen Auftakt für den neuen Fonds.

Er soll sich vor allem aus Spenden speisen, wie Germis sagt. Die Vorstellung der Aktiven: Möglichst viele Menschen verzichten auf Geschenke zu ihren Geburtstagen und fordern ihre Gäste auf, den Fonds zu unterstützen. „Wenn wir ehrlich sind, überlegen viele, was sie sich eigentlich zum 50. Geburtstag schenken lassen könnten“, erzählt er aus Erfahrung. Für Nebel geht es darum, eine Plattform zu schaffen, bei denen Menschen aus Burgdorf, Lehrte, Sehnde und Uetze anderen aus ihren Kommunen unterstützen. „Wir helfen damit denen, die helfen möchten“, fasst es Preuschoff zusammen.

Beiratsmitglieder werben um Geldgeber

Deshalb sehen es Nebel, Wissmach und Germis zum einen als ihre Aufgabe an, in einer jährlichen Rechenschaftssitzung zu erfahren, wofür das Geld ausgegeben wurde. Zum anderen, betonen beide unisono, gehe es aber vor allem darum, für den Fonds zu werben und ihn einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen – um eben möglichst viele Spenden zu generieren. Den Grundstock bilden bislang eine Kollekte des Kirchenkreises und Einnahmen vom Weihnachtsmarkt in Heeßel, wie Preuschoff sagt.

Ihren Angaben zufolge springt der Fonds ein für Menschen aus den vier Kirchenkreis-Kommunen, die sich in der Diakonie haben beraten lassen und bei denen ein akuter Notfall besteht. „Wir schauen nicht auf die Religionszugehörigkeit“, betont sie. Darüber informiert zudem ein Infozettel, den der Beirat entwickelt hat und der in einer Auflage von 2000 Exemplaren erschienen ist. Er liegt künftig in den Kirchengemeinden, diakonischen Einrichtungen, Rathäusern und einigen Geschäften aus. Weitere Informationen gibt es nach einer E-Mail an nothilfefonds@kirchenkreis-burgdorf.de sowie unter Telefon (05136) 88890.

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Von Antje Bismark

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