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Burgdorf Burgdorf setzt bei Kinderbetreuung verstärkt auf Tagesmütter
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Burgdorf setzt bei Kinderbetreuung verstärkt auf Tagesmütter

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18:31 17.10.2019
Bei Katrin Böhm laufen alle Fäden zusammen: Sie betreut die Tagesmütter und -väter und ist ebenso Ansprechpartnerin für die Eltern. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Burgdorf

„Unser Wunsch ist es, dass die Kindertagespflege ein hochwertiges Betreuungsmodell in Burgdorf bleibt“, sagt Nicole Raue, Leiterin der Zentralen Dienste im Rathaus. Deshalb hat die städtische Jugendverwaltung das Burgdorf-Modell entwickelt. Es sieht vor, die Qualifizierung der Tagespflegepersonen auszuweiten, sie beim Aufbau und beim täglichen Betrieb der Kindertagespflegestelle intensiv zu beraten und zu begleiten. Zudem soll ein Vertretungspool aufgebaut werden.

Diese Aufwertung soll nicht zuletzt dazu beitragen, dass weitere Tagespflegestellen im Stadtgebiet entstehen. Derzeit gibt es vier Groß- und 17 Einzeltagespflegestellen in Burgdorf. In einer Einzeltagespflegeeinrichtung dürfen maximal fünf Kinder zeitgleich betreut werden, in einer Großtagespflege mit zwei Betreuern sind es acht bis zehn Kinder. Die Stadt lädt für Mittwoch, 11. Dezember, zu einer Informationsveranstaltung ein. Ab 19 Uhr können sich Interessierte im Rathaus V, Rolandstraße 13, informieren, wie sie eine Kindertagespflegestelle eröffnen können.

Burgdorf erhält Geld aus Bundesprogramm

Bei Katrin Böhm laufen alle Fäden zusammen: Sie betreut die Tagesmütter und -väter und ist Ansprechpartnerin für die Eltern. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Nach dem neue Kita-Gesetz haben Kindertagespflegestellen künftig den gleichen Bildungsauftrag wie Krippen, erklärt Katrin Böhm, die im Rathaus für das Projekt zuständig ist. Damit dieser Anspruch in der Praxis umgesetzt werden kann, gibt es seit Kurzem das Bundesprogramm ProKindertagespflege. Es unterstützt Kommunen finanziell, diese Art der Kinderbetreuung zu fördern. Die Stadt Burgdorf hat sich im November 2018 dafür beworben. Im Januar 2019 kam die Aufforderung, einen Förderantrag zu stellen. „Im Mai 2019 haben wir den Zuschlag erhalten“, berichtet Böhm. Bis zu 287.000 Euro könne die Stadt bis Ende 2021 aus dem Bundesprogramm erhalten.

Weiterbildung für Tagesmütter beginnt im November

Seit Mai feilt Böhm an den Einzelheiten des Konzepts. Das Qualifizierungsprogramm steht: Für bereits tätige Tagesmütter und -väter beginnt Ende November eine Anschlussqualifizierung. Sie umfasst noch einmal rund 140 Unterrichtsstunden. „Wir haben es geschafft, diese Weiterbildung terminlich so zu legen, dass sie für die Tagespflegepersonen mit dem Beruf und der eigenen Familie vereinbar sind“, sagt Böhm. Alle Neueinsteiger müssen sich in insgesamt 300 Unterrichtseinheiten – Grund- und Anschlussqualifizierung – auf die Betreuung der Kinder vorbereiten.

Parallel zu den höheren Anforderungen an die Tagesmütter und -väter steigt die finanzielle Wertschätzung ihrer Arbeit. Das Gehalt wurde angehoben und entspricht laut Raue dem einer Sozialassistentin. Zudem zahle die Stadt mehr für die Sachkosten. Dass der Ausbau der Tagespflegestellen für die Stadt insgesamt kostengünstiger ist als der Neubau kommunaler Krippen „ist für uns nicht ausschlaggebend“, sagt Raue.

Eine Tagesmutter betreut nur fünf Kinder

Wichtig sei vielmehr, Eltern unterschiedliche Betreuungsmöglichkeiten anzubieten. Ein Vorteil der Tagespflege sei beispielsweise, dass die Kinder in kleineren Gruppen in familiärer Umgebung und individueller und zeitlich flexibler betreut werden könnten. „Dort hat ein Kind eine feste Bezugsperson für die ganze Zeit“, betont Raue. Das könne in Kitas nicht immer geleistet werden.

Mit dem Vertretungspool will die Stadt einen Nachteil der Tagespflege ausgleichen. „Er ist ein wichtiger Qualitätsbaustein“, sagt Böhm. Zwar haben die meisten Tagespflegestellen selbst Vertretungskräfte an der Hand. Doch ein Vertretungspool für alle Tagespflegestellen könne diese entlasten und biete den Eltern eine höhere Verlässlichkeit. Noch gibt es ihn nicht. Denn „diesen Pool einzurichten, erfordert sehr viel Abstimmung mit allen Beteiligten“, erklärt Böhm.

Von Anette Wulf-Dettmer

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