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Burgdorf Burgdorf und Uetze wollen sich gegen Lastwagenverkehr wehren
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Burgdorf und Uetze wollen sich gegen Lastwagenverkehr wehren

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16:37 28.11.2019
Mit Kreuzen, auf denen „Natur statt Deponie“ steht, protestieren Anwohner der Sorgenser Ortsdurchfahrt gegen den Anlieferverkehr zum Wathlinger Kaliberg. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Burgdorf/Uetze

Die Stadt Burgdorf und die Gemeinde Uetze wollen künftig an einem Strang ziehen, um die Materialtransporte durch Sorgensen, Dachtmissen und Hänigsen zum Wathlinger Kaliberg zu verhindern. Das hat Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn (CDU) am Donnerstagvormittag dem Sorgenser Einwohner Reinhold Kneipp versprochen. Dieser hat dem Bürgermeister 110 Unterschriften von besorgten Einwohnern aus Sorgensen und Dachtmissen überreicht. Diese haben wegen der geplanten Transporte von belastetem Bodenaushub und Bauschutt zur Wathlinger Halde Angst um ihre Gesundheit und Sicherheit. Denn der Schwerlastverkehr soll rund 25 Jahre lang rollen.

„Wir werden uns mit der Gemeinde Uetze an einen Tisch setzen“, kündigte Pollehn an. Er und sein Uetzer Kollege Werner Backeberg (SPD) hätten nach der vorigen Sitzung des Burgdorfer Ratsausschusses für Wirtschaft und Verkehr miteinander Kontakt aufgenommen. Sie hätten vereinbart, dass der Burgdorfer Verkehrsausschuss und der Uetzer Ratsausschuss für Verkehr, Umwelt und Planung am Dienstag, 14. Januar, gemeinsam ab 18 Uhr in der Hänigser Schule tagen. Dann soll es um die Lenkung des Lastwagenverkehrs zum Kaliberg gehen. „Herr Backeberg und ich werden gemeinsam die Moderation übernehmen“, sagte Pollehn. Zu der Sitzung wollen sie einen Vertreter des Konzerns K+S einladen.

Briefe ans Wirtschafts- und ans Umweltministerium

Außerdem wollen sie ihre Bedenken gegen die K+S-Pläne, den Kaliberg mit belasteten Bauschutt und Bodenaushub abzudecken, in Briefen an das Wirtschafts- und das Umweltministerium des Landes vortragen. Pollehn bereitet den Brief an das von Bernd Althusmann (CDU) geführte Wirtschaftsministerium vor. Backeberg wolle ans Umweltministerium schreiben, an dessen Spitze Olaf Lies (SPD) steht, berichtete Pollehn.

Auslöser für Kneipps Unterschriftensammlung war, dass seit Anfang September Lastwagen mit Baumaterialien durch Sorgensen und Dachtmissen zur Baustelle der Recyclinganlage am Fuß des Wathlinger Kalibergs rollen. Auf dem Recyclingplatz will K+S Bauschutt und Bodenaushub für die Haldenabdeckung aufbereiten. Das Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie wird wohl den Antrag von K+S, die Wathlinger Halde vergrößern und abdecken zu dürfen, Anfang 2020 genehmigen. Die Behörde hat K+S erlaubt, im Vorgriff auf die reguläre Genehmigung mit dem Bau des Recyclingplatzes zu beginnen.

Forderung: Ortsdurchfahrten für Lastwagen sperren

Kneipp und die übrigen Unterzeichner fordern, die Sorgenser und die Dachtmisser Ortsdurchfahrt für Lastwagen ab 3,5 Tonnen zu sperren. „Die Verkehrszunahme ist unerträglich“, sagte der 65-jährige Sorgenser. An Spitzentagen Anfang September seien im Schnitt alle drei Minuten Lastwagen zum Recyclingplatz gefahren. Die Anwohner seien Lärm und Schadstoffen ausgesetzt. Die Unterzeichner verlangen eine neue Verkehrszählung, um die Lärmbelastung neu bewerten zu können.

Burgdorfs Bürgermeister Armin Pollehn (links) nimmt die Unterschriftensammlung von Reinhold Kneipp entgegen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller

Nach Kneipps Einschätzung hält sich kaum ein Lastwagenfahrer an Tempo 30 vor der Sorgenser Kindertagesstätte. Wenn Erzieherinnen mit Kindern auf dem Gehweg vor dem dortigen Zebrastreifen stünden, führen einige Lastwagenfahrer trotzdem durch. Der zusätzliche Verkehr habe schon zu ersten Schäden an der erneuerten Fahrbahn geführt. Von abgestellten Autos seien Spiegel abgefahren worden.

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