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Burgdorf Feuerwehr fordert mehr Wertschätzung ein
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Feuerwehr in Burgdorf fordert mehr Wertschätzung ein

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12:00 22.11.2019
Die Feuerwehr hat offenbar immer mehr Schwierigkeiten, tagsüber Kräfte an die Einsatzorte zu beordern. Quelle: Jens Wolf
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Burgdorf

Die freiwillige Feuerwehr der Stadt Burgdorf wünscht sich mehr Unterstützung von der Kommunalpolitik für ihre Arbeit. Wie diese aussehen könnte, hat Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer in der jüngsten Sitzung des Ratsausschusses für Feuerwehrfragen den Kommunalpolitikern skizziert.

Hintergrund ist ein ernstzunehmendes Problem, das der aktualisierte Bedarfsplan für die Feuerwehr zutage förderte. Das Beratungsunternehmen Forplan, das die Stadt mit der Überprüfung des sechs Jahre alten Bedarfsplans beauftragte, kam zum Ergebnis: Technisch sei die Feuerwehr in der Stadt gut aufgestellt. Tagsüber aber stünden zu wenige Feuerwehrleute zur Verfügung, um alle Einsätze sachgerecht abarbeiten zu können.

Feuerwehr wünscht sich materielle Anerkennung

Forplan band daraufhin einen Blumenstrauß aus Möglichkeiten, wie der Personalnot begegnet werden kann. Das Startkommando der Feuerwehr pflückte sich daraus einzelne Blüten heraus, indem es aus seiner Sicht sinnvolle Vorschläge aufgriff und verfeinerte. Im Feuerwehrausschuss trug Heuer diese Vorschläge jetzt in der Erwartung vor, dass die Politik die hohe Einsatzbereitschaft der freiwilligen Retter mit verschiedenen Formen der Anerkennung quittiert. Das solle sicherzustellen, das sich genügend Menschen für den Feuerwehrdienst rekrutieren und dann auch halten lassen.

Die Feuerwehr muss sich laut Heuer dem Wettbewerb um die hilfsbereiten Menschen stellen, die sich alternativ auch beim Technischen Hilfswerk, dem Arbeiter-Samariter-Bund, dem Roten Kreuz und in den Kirchen engagieren könnten. „Wer sich engagieren will, hat genug Möglichkeiten“, gibt sich der Feuerwehrchef überzeugt.

Das sind die konkreten Vorschläge der Feuerwehr

Heuers Vorschläge lauten im Einzelnen:

Der Rat soll neue Feuerwehrhäuser mit Blick auf in Zukunft womöglich noch wachsende Anforderungen großzügiger und somit nachhaltiger planen, anstatt ständig nur nachzubessern. Die Gerätehäuser und der Fuhrpark der Feuerwehren seien schließlich das Aushängeschild der Feuerwehr.

Freies WLAN in allen Gerätehäusern könnte die Feuerwehr insbesondere für junge Menschen attraktiver machen. Zwar gebe es überall bereits Internetanschlüsse. Die Leitungen seien aber unterdimensioniert, die Datenübertragung somit viel zu langsam.

Polohemden und Sweatshirts mit einem Logo darauf für alle Feuerwehrleute schlägt der Stadtbrandmeister als Bekleidung außerhalb von Einsätzen vor. Das schaffe eine gemeinsame Identität und werbe zugleich für die Stadt. Sehnde praktiziere das bereits.

Stadtbrandmeister Dennis-Frederik Heuer schlägt vor, dass die Stadt ihre Wertschätzung für die freiwilligen Brandschützer auch materiell zum Ausdruck bringen soll. Quelle: Ante Bismark (Archiv)

Gern würde die Feuerwehr eine spezielle Smartphone-App parallel zu den digitalen Meldeempfängern einführen. Mit dieser könnten sich Feuerwehrleute im Einsatzfall mitsamt ihrer jeweiligen Qualifikation beim Einsatzleiter melden, ob sie einrücken. Das erleichtere die Einsatzplanung.

Bislang erhalten lediglich die Führungskräfte der Feuerwehr Aufwandsentschädigungen. Das Stadtkommando schlägt vor, dass auch alle anderen Freiwilligen materielle Anerkennungen erhalten, etwa in Form von Rabatten fürs Fitnessstudio und Angebote der Sportvereine sowie für städtische Einrichtungen wie Schwimmbad und Bücherei.

Als weitere Formen der Anerkennung kann sich die Feuerwehr eine Wohnraumförderung dergestalt vorstellen, dass freiwillige Feuerwehrleute bei der Baulandvergabe der Stadt für ihr Engagement Bonuspunkte erhalten und ergo entsprechend Berücksichtigung finden. Ein weiterer Vorschlag ist die Feuerwehrrente, bei der die Stadt die Prämie für ihre Feuerwehrleute an ein Versicherungsunternehmen einzahlt oder zumindest einen Zuschuss gibt.

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