Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Gericht verurteilt unfallflüchtigen Fahrer
Umland Burgdorf Nachrichten Gericht verurteilt unfallflüchtigen Fahrer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:25 16.05.2018
Eine ungewöhnliche Unfallflucht hat jetzt das Amtsgericht beschäftigt. Quelle: Dege (Archiv)
Burgdorf

 Eine Geldstrafe von 300 Euro und acht Monate Führerscheinentzug – damit ahndet das Amtsgericht die Unfallflucht eines 25-jährigen Autofahrers. Die Besonderheit an dem Verfahren: Der Mann hatte den Zusammenstoß gar nicht selbst verursacht.

Der gebürtige Iraker war im Juli vergangenen Jahres mit einem VW unterwegs, gemeinsam mit mehreren anderen Fahrzeugen bildete sein Wagen eine Kolonne für eine Hochzeitsfeier. „Wir waren auf dem Weg von Uetze nach Burgdorf und weiter nach Sehnde“, sagte er in der Verhandlung mit Unterstützung einer Dolmetscherin. Ein Zeuge sprach im Gerichtssaal von einem illustren Zug, der einen Kreisel passierte: „Die Menschen hingen aus den Autofenstern, sie hupten, drehten Videos und winkten mit Schals.“ Außerhalb der Ortschaft sei jeweils ein Fahrzeug auf die Gegenfahrbahn ausgeschert, das habe auf ihn wie eine Ziehharmonika gewirkt. 

Um sich einen Überblick zu verschaffen, sei auch er leicht nach links gefahren – an Überholen sei aufgrund der kurzen Abstände zwischen den Autos nicht zu denken gewesen. Dann sei alles sehr schnell gegangen: Als er wieder auf seine Fahrbahn zurückkehren wollte, habe er einen lauten Knall gehört und einen Schlag gespürt, dann sei sein BMW gegen ein vor ihm fahrendes Auto geprallt. „Ich bin sofort an die rechte Seite gefahren und habe dafür gesorgt, dass andere ihre Warnwesten anziehen und Warndreiecke aufstellen“, sagte der BMW-Fahrer, der als Verursacher des Unfalls gilt. Anschließend habe er versucht, sich gedanklich zu sammeln, während die Gäste der Hochzeitsgesellschaft, darunter auch viele kleine Kinder, quer über die Fahbahn gelaufen seien.

Bei der Unfallaufnahme stellten Polizeibeamte fest, dass der BMW nicht nur an der rechten Fahrzeugseite einen Schaden hatte, sondern auch an der linken – verursacht von einem VW, dessen Fahrer nicht gestoppt und seine Personalien hinterlassen hatte. Er meldete sich am späten Abend – von der Hochzeit aus – bei der Polizei, suchte die Inspektion dann am Folgetag auf. „Ich hatte fremde Kinder im Auto und war völlig durcheinander“, begründete er in der Verhandlung unter Vorsitz von Amtsrichterin Stephanie Rohe, weshalb er nicht angehalten hatte. 

Wegen dieser besonderen Situation plädierte sein Verteidiger auf eine Ausnahmereglung, der allerdings weder die Staatsanwältin noch die Richterin folgen wollten. „Der Anklagevorwurf hat sich bestätigt“, sagte die Vertreterin der Anklagebehörde nach den Vernehmungen, „die Unfallflucht ist unstrittig.“ Die Richterin hob deshalb den Strafbefehl – ursprünglich 450 Euro – nicht auf, sondern verringerte wegen der geringen Einkünfte des Angeklagten nur die Geldstrafe auf 300 Euro. Außerdem muss der 25-Jährige für acht Monate auf seinen Führerschein verzichten.

Von Antje Bismark

Die Polizei konnte ermitteln, was den Schwelbrand im ältesten Fachwerkhaus der Stadt in der Nacht zum Himmelfahrtsfeiertag verursachte: Schuld sei der Eigentümer.

16.05.2018

Der Verwaltungsausschuss der Stadt hat

14.05.2018

60 Jahre Mitgliedschaft, mehrere Meistertitel, konstante Mitgliederzahlen – statt erfolgreicher Vereinsarbeit steht in der Jahresversammlung eher das Thema Sanierungen im Vordergrund.

14.05.2018