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Nachrichten Nahverkehr profitiert von Blockverdichtung
Umland Burgdorf Nachrichten Nahverkehr profitiert von Blockverdichtung
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17:11 08.12.2016
Von Anette Wulf-Dettmer
Für den Umbau des Bahnübergangs in Otze will das Land den Löwenanteil der Kosten übernehmen, die die Stadt Burgdorf tragen müsste.e
Für den Umbau des Bahnübergangs in Otze will das Land den Löwenanteil der Kosten übernehmen, die die Stadt Burgdorf tragen müsste.e Quelle: Archiv
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Burgdorf/Lehrte

„Ich bin mit einem sehr zuversichtlichen Gefühl aus der Veranstaltung gegangen“, sagte Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann gestern im Gespräch mit dieser Zeitung. Die geplante Blockverdichtung auf der Strecke Celle–Lehrte werde sich positiv und nicht, wie befürchtet, negativ auf den Nahverkehr auswirken, berichtete Brinkmann, der die Belange Burgdorfs, Lehrtes und Sehndes im Projektbeirat zur Alpha-Trasse vertritt.

Blockverdichtung bedeutet, dass die Abstände zwischen den Signalen verkürzt werden, sodass mehr Züge gleichzeitig auf der Strecke unterwegs sein können. Damit entstünden neue Zeitfenster, die der Nahverkehr nutzen könne. „Darüber hinaus werden Nahverkehrszüge grundsätzlich Vorfahrt vor Güterzügen haben“, erklärte Heidrun Hellemann, Mitarbeiterin von Miersch.

Das hat einen einfachen, kommerziellen Grund: Die Verträge mit den Nahverkehrsträgern laufen über 15 Jahre und bescheren der Bahn damit gute und sichere Einnahmen. Die Einhaltung dieser langfristigen Verträge habe deshalb Priorität, so Hellemann.

Doch nicht nur die Konkurrenz mit den Güterzügen setzt dem Ausbau des Schienennahverkehrs bislang Grenzen. Das Nadelöhr ist der Hauptbahnhof in Hannover. Doch auch dafür zeichnet sich eine Lösung ab. Wie Brinkmann berichtete, hat der Bundestag den Hauptbahnhof in den jetzt verabschiedeten Bundesverkehrswegeplan aufgenommen. „Und zwar in der Kategorie ‘weiterer Bedarf’, aber mit der Option in die Kategorie ‘vordringlicher Bedarf’ zu rutschen, sobald das notwendig ist“, erklärte Burgdorfs Stadtplaner: „Ich bin heilfroh, dass der Ausbau des Hauptbahnhofs drin steht.“

Eine weitere Sorge der von der Alpha-Trasse betroffenen Kommunen könnte ebenfalls bald vom Tisch sein. Denn im Zuge der Zunahme des Güterzugverkehrs und der damit verbundenen engen Taktung der Züge sollen höhengleiche Bahnübergänge durch Unter- oder Überführungen ersetzt werden. Das Gesetz gibt vor, dass ein Drittel der Umbaukosten die jeweilige Kommune zu tragen hat. Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion Kirsten Lühmann kündigte am Mittwoch an, dass das Land 75 Prozent der Kosten, die die Stadt tragen muss, übernehme.

„Neu ist auch“, so Brinkmann, „dass es ein Planfeststellungs- oder ein Plangenehmigungsverfahren geben wird.“ Das bedeute, ohne das Einvernehmen der betroffenen Kommune kann die Bahn ihre Ausbaupläne nicht umsetzen. Damit ist nicht zuletzt auch gesichert, dass es entlang der Alpha-Trasse Lärmschutz auf Neubau-Standard geben wird.

„Sobald es mit der Blockverdichtung bei uns los geht, installliert die Bahn einen runden Tisch in Celle“, sagte Brinkmann. „Wir werden dafür sorgen, dass die Bürgerinitiativen aus Burgdorf und Lehrte eingeladen werden“, so Hellmann.

Joachim Dege 08.12.2016
Stefan Heinze 08.12.2016
Antje Bismark 08.12.2016