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Nachrichten Stromausfall verstärkt das Testbier
Umland Burgdorf Nachrichten Stromausfall verstärkt das Testbier
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00:16 18.01.2017
Von Joachim Dege
Braumeisterin Julia Rohlf und ihr Partner Uwe Grünheid testen die nagelneue Brauanlage mit einer neuen Rezeptur für ein leichtes, obergäriges Bier. Quelle: Dege
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Burgdorf

Das lange Warten hat ein Ende. Die Brauerei Burgdorf GmbH & Co.KG, die im Sommer vergangenen Jahres in das herrschaftlich anmutende Gebäude des ehemaligen Spargelhofs Matthaei im Gewerbegebiet Nordwest einzog, hat ihre lang ersehnte neue Brauanlage geliefert bekommen. Nach der technischen Inbetriebnahme der Anlage in der vergangenen Woche hat Braumeisterin Julia Rohlf am Freitag das erste Testbier gebraut. Mitte Februar soll es trinkbar sein.

Nachdem die Anlage im Erdgeschoss des künftigen Handwerkerhofs von Heizungs- und Sanitärunternehmer Kemal Baran installiert war und erste Tests erfolgreich verliefen, wagten sich die in Kolshorn lebende Braumeisterin Rohlf und ihr Partner Uwe Grünheid am Freitag in aller Frühe daran, ans Eingemachte zu gehen: „Mit Herzklopfen“, wie Grünheid bekannte, schütteten sie Wasser und Gerste in den Läuterbottich und heizten die 500 Liter fassende Sudpfanne für die mit Hallertauer Hopfen angereicherte Würze an. Wäre danach alles nach Plan gegangen, hätte am Ende ein leichtes, nur dreiprozentiges obergäriges Bier dabei herauskommen sollen.

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Es lief aber nicht nach Plan. Der unvorhergesehene Stromausfall vom Freitag infolge eines Kurzschlusses in einem Erdkkabel vor dem Hallenfreibad traf unverhofft auch die Brauerei Burgdorf. Gegen 9 Uhr gingen für einen kurzen Zeitraum die Lichter aus im Gewerbegebiet. Die Temperatur in der Sudpfanne fiel ab. Die Rezeptur war damit zwar nicht perdu, aber immerhin durcheinandergewirbelt. Mit der Folge, dass das erste Bier jetzt doch etwas alkoholhaltiger ausfallen und am Ende wohl bei 3,9 Prozent landen wird.

Auch wenn Rohlf das Malheur nicht witzig fand – einen wahren Biertrinker wird das kaum umhauen. Nachdem die Würze erst gekocht und anschließend wieder auf 20 Grad Celsius runtergekühlt war, pumpten Rohlf und Grünheid es in den Fermenter um. Dabei handelt es sich um einen Stahltank, in dem die Würze mit obergäriger Hefe versetzt wird und zum geschmacksintensiven Bier heranreift.

Zwei solche Brauvorgänge à 500 Liter schafft die neue Anlage am Tag. Bislang allerdings setzt die Brauerei Burgdorf mit ihrer Marke Kolshorn Hausbräu nach eigenen Angaben nur 500 Liter im Monat um, und zwar abgefüllt in Flaschen, die es in ausgewählten Supermärkten in der Region zu kaufen gibt. Liebhaber des handgebrauten Gerstensafts haben die Wahl. Es gibt ein Pils, Schwarzbier und Saisonbiere wie den Maibock, das Oktobermarktbier und ein Weihnachts(bock)bier.

Die Brauerei Burgdorf eröffnet am Firmensitz im Gewerbegebiet Nordwest offiziell am 30. April. Anstelle eines Tanzes in den Mai planen Rohlf und Grünheid eine Walpurgisnachtfeier, bei der sämtliche Biersorten zu probieren sein sollen – auch das jetzt gerade erst getestete leichte neue Bier.

Fotostrecke Burgdorf: Stromausfall verstärkt das Testbier
Sybille Heine 15.01.2017
Anette Wulf-Dettmer 13.01.2017
Joachim Dege 13.01.2017