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Umland Burgdorf Nachrichten AWO-Vorstand weist Kritik an seiner Arbeit zurück
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00:40 15.04.2018
Lädt die Arbeiterwohlfahrt künftig zum Kaffeetrinken ins SPD-Büro ein? Darüber diskutiert am Dienstag der Vorstand. Quelle: Archiv
Burgdorf

 Mit Vehemenz weisen Dieter Frank, Vorsitzender der Burgdorfer Arbeiterwohlfahrt, und Kassierer Michael Rheinhardt im Namen des gesamten Vorstands die Kritik zurück, die der bisherige Vorstands-Vize Fritz Röttger während der Jahresversammlung geäußert hatte. Sie bedauern, dass er seine Kritik nicht eher eingebracht und dass er seinen Vorstandsposten aufgegeben habe. 

Röttger hatte öffentlich gefordert, dass die AWO weniger Fahrten organisieren und sich stattdessen wieder mehr auf die Basisarbeit wie die Beratung von Mitgliedern konzentrieren solle. „Als Ortsverein mit Ehrenamtlichen können wir das breite Spektrum der notwendigen Beratung gar nicht anbieten“, stellt jetzt Frank klar. Angesichts steter gesetzlicher Veränderungen, beispielsweise bei der Schuldnerberatung, müssten Hauptamtliche diese Arbeit übernehmen. Deshalb verweise der hiesige Ortsverein die Ratsuchenden bei Bedarf an den Regionsverband.

Zu diesem Gremium hielten die Burgdorfer engen Kontakt, sagt Rheinhardt und widerspricht damit einer weiteren Aussage Röttgers, dass es zu wenige Gespräche zwischen den Burgdorfern und der Regionsebene gebe. Dort säßen die Fachleute, die fundierte Hilfe geben könnten. „Wir kümmern uns mit unseren Möglichkeiten um unsere Mitglieder“, betont Frank und fügt hinzu, dass ein großer Teil dieser Arbeit im Verborgenen laufe: „Wenn wir einem Kind die Teilnahme an einer Freizeit oder an einer Klassenfahrt finanzieren, dann hängen wir das im Interesse des Kindes nicht an die große Glocke.“ Denn in einer kleinen Kommune wie Burgdorf ließen sich die Bedürftigen schnell identifizieren. „Und das ist nicht in unserem Interesse“, sagt Rheinhardt. Gleiches gelte für die Arbeit mit Senioren: „Viele unserer älteren Mitglieder haben nur eine kleine Rente“, sagt Frank. Wenn er für eine Seniorin bei einem Elektriker eine Ratenzahlung aushandele, dann laufe das im Stillen und nicht öffentlich. 

Er wie auch Rheinhardt bedauern, dass sich nur wenige junge Burgdorfer für die Arbeit in einem Wohlfahrtsverband engagieren: „Schon Sportvereine, in denen Mitglieder immerhin eine gewisse Gegenleistung bekommen, haben Nachwuchssorgen. Wir spüren das noch viel stärker“, sagt Rheinhardt, zugleich SPD-Ratsherr. Deshalb überlege der Ortsverein, wie er Jüngere besser ansprechen könne. „Da hätten wir uns substanzielle Kritik gewünscht und keinen Rücktritt“, sagt er und fügt hinzu, dass AWO und SPD gleichermaßen überlegen, wie sich der Wohlfahrtsverband im Jürgen-Rodehorst-Haus etablieren könne.

An den von Röttger kritisierten Fahrten, Tanztee-Veranstaltungen und Kaffee-Runden werde die AWO festhalten, betont der Vorsitzende. Schließlich kämen die Mitglieder dabei ins Gespräch. Ob das Kaffeetrinken künftig ins SPD-Büro am Bahnhof verlegt werde, sei offen: „Darüber diskutieren wir als Vorstand am nächsten Dienstag“, kündigt Frank an. 

Von Antje Bismark

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