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11:06 24.08.2018
Sigrid Maria Meier (Mitte) leitet seit 30 Jahren die Selbsthilfegruppe für Menschen mit Schilddrüsenerkrankungen. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

Die eigene gesundheitliche Situation reflektieren, sich mit anderen über medizinische Tipps austauschen und Betroffene motivieren – dieser Aufgabe stellt sich seit mehr als drei Jahrzehnten die Selbsthilfegruppe für Menschen mit einer Schilddrüsenerkrankung. An jedem dritten Freitag im Monat kommt die Runde unter der Leitung von Sigrid Maria Meier zusammen.

„Uns geht es nicht darum, Arzt-Befunde oder Laborwerte zu deuten“, sagt Meier, seit genau 30 Jahren Gruppenleiterin, „denn letztlich sind wir alles medizinische Laien.“ Vielmehr lege sie den Teilnehmern nahe, mit ihrem behandelnden Arzt regelmäßigen Kontakt zu halten, Kontrolluntersuchungen zu absolvieren und die Therapieanordnungen zu befolgen. „Mein Ziel ist eine eigenverantwortliche Lebensführung, um die Krankheit bewältigen zu können“, sagt Meier und betont zugleich, niemand solle sich auf seine Erkrankung fixieren: „Das birgt die Gefahr einer Hypochondrie-Entwicklung.“

Vor allem Frauen beteiligen sich an der Selbsthilfegruppe, manche sind seit Jahrzehnten dabei, andere kommen eher sporadisch oder bleiben nach wenigen Treffen fern. Die Themen ergäben sich oft aus den Gesprächen, sagt die Leiterin: „Wir sprechen natürlich auch über Operationen oder die Radiojod-Therapie, aber eben auch über Treffen bei der Offenen Pforte.“ Mitunter bringen die Teilnehmer kleine Gaben mit, an diesem Nachmittag sind es selbst gezogene Kakteen, die in die Taschen wandern. „Ich finde es gut, dass ich auch einmal die anderen stärken kann“, sagt Helga Groteguth. Und Maria Eller fügt hinzu, sie fühle sich von den anderen erst genommen. „Das bekomme ich sonst nicht zu hören.“ Zum festen Stamm gehören auch Brigitte Hermann und Brigitte Schäfer-Burzlaff.

Angesicht ihrer langen ehrenamtlichen Arbeit – die auch Unterstützung beim Burgdorfer Talente Tauschring, im Stadtmuseum mit einer Ausstellung und der Gesundheitstage umfasst – sucht Meier nun eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger, der die Leitung der Selbsthilfegruppe übernimmt. „Ich engagiere mich seit 55 Jahren gemeinnützig, inzwischen merke ich meine gesundheitliche Einschränkung sehr deutlich“, sagt die Burgdorferin, die nach einer Schilddrüsenerkrankung nicht mehr in ihrem Beruf als Lehrerin arbeiten konnte. Der oder die Neue müsse die Gesprächsführung übernehmen, ab und an einen Ausflug organisieren, den Kontakt zu den Teilnehmern halten, die Informationen über die Treffen veröffentlichen: „Das lässt sich gut managen“, weiß Meier aus Erfahrung.

Sie selbst zieht aus dem Ehrenamt durchaus wichtige Impulse für ihr Leben: „Ich lerne auf diese Weise interessante Menschen kennen, die wiederum die Sicht auf das eigene Schicksal ändern.“ So habe sie gelernt, nicht vor der Erkrankung zu resignieren, sondern sich auf andere, schöne Dinge im Leben zu besinnen.

Information: Die Selbsthilfegruppe Schilddrüsenerkrankungen kommt an jedem dritten Freitag im Monat von 15.30 bis 17 Uhr bei einem offenen Treffen in der AOK-Geschäftsstelle an der Heinrichstraße 29, Seiteneingang links, zusammen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt Sigrid Maria Meier unter Telefon (0 51 36) 8 45 35.

Gruppen stellen sich bei Selbsthilfetag vor

Welche Selbsthilfegruppen gibt es in der Stadt? Wo finde ich Ansprechpartner? Und an welcher Stelle kann ich mich selbst engagieren? Wer eine Antwort auf diese Fragen sucht, sollte am Sonnabend, 25. August, auf den Spittaplatz kommen. Dort informieren Vertreter von mehr als 30 Gruppen zwischen 10 und 14 Uhr über ihre Arbeit, Besucher erhalten Kontaktdaten und einen Einblick in das vielfältige Netzwerk. „Wir präsentieren uns unter dem Motto ’Selbsthilfe zeigt Gesicht’“, sagt Eckehard Warmbold vom Vorbereitungsteam. Das wolle damit den Bogen zu einer gleichnamigen Ausstellung im Stadtmuseum schlagen, bei der Ehrenamtliche über ihre Arbeit in einer Selbsthilfegruppe gesprochen hatten. „Allerdings sind wir persönlich dabei“, sagt Warmbold.

Seinen Angaben zufolge sorgt ein Shantychor für Musik, Jungen und Mädchen der Kita Villa Mercedes für Tanzeinlagen und das DRK für den Blick in einen Rettungswagen. Außerdem können Besucher sich an der Vitaminbar stärken und mit einem Fahrsimulator beim Blauen Kreuz erleben, wie sich Fahren im Rausch anfühlt.

Weitere Informationen über die Vielfalt der Selbsthilfegruppe erhalten Interessierte unter gemeinsam-gehts-leichter.de im Internet und in der Broschüre „Brücken bauen“, die es beim Selbsthilfetag gibt.

Von Antje Bismark

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