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Burgdorf Wichtigstes politisches Projekt für neuen Bürgermeister Armin Pollehn von der CDU

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00:20 20.06.2019
Armin Pollehn freut sich über den Wahlsieg bei der Bürgermeister-stichwahl. Quelle: Joachim Dege
Burgdorf

Die CDU hat im Bürgermeisterwahlkampf den aus ihrer Sicht notwendigen Wechsel an der Verwaltungsspitze, die in den vergangenen 14 Jahren fest in SPD-Hand gewesen ist, propagiert. Nun ist er da: Die Wahlberechtigten wählten am Sonntag den Christdemokraten Armin Pollehn ins Bürgermeisteramt. HAZ-Redakteur Joachim Dege sprach mit dem künftigen Hauptverwaltungsbeamten darüber, wie er die Wahl erlebte und was die Burgdorfer von ihm zu erwarten haben.

Herr Pollehn, sind Sie überrascht, dass Sie einen so klaren Wahlsieg errungen haben?

Ich bin darüber sehr überrascht, wie viele in Burgdorf, die ein knapperes Ergebnis erwartet haben. Keiner wusste so genau, wie es ausgehen würde. Ich selbst hatte allerdings ein gutes Gefühl, dass ich wohl doch vorn liegen würde.

Was war nach Ihrer Auffassung ausschlaggebend für den Wahlsieg?

Es ist noch nicht alles reflektiert. Aber mir wurde gespiegelt, dass ich einen sehr authentischen Wahlkampf geführt habe. Ich bin bei vielen Veranstaltungen mit Bürgern zusammengekommen, war für sie ansprechbar. Mein Wahlkampfteam stand geschlossen hinter allen Aktionen und hat mich ungeheuer unterstützt.

Sie sind selbstständig mit einer Sprachenschule und einer Beratungsfirma. Wie geht es nun beruflich für Sie weiter?

Das ist im Detail noch nicht abschließend entschieden. Es gibt zwei Modelle, über die ich nicht öffentlich sprechen möchte. Klar ist, dass ich mich aus meinen Firmen, die weitergeführt werden sollen, zurückziehen und mich voll und ganz meiner Tätigkeit als Bürgermeister widmen werde.

Bis zur Amtsübernahme im November ziehen noch einige Monate ins Land – mit einem amtierenden Bürgermeister Alfred Baxmann und einem designierten Bürgermeister Armin Pollehn. Wie wollen Sie in dieser Zeit Ihre Ratsarbeit gestalten?

Zunächst bin ich CDU-Fraktionsvorsitzender und Sprecher der Gruppe CDU/FDP. Diese Rolle werde ich weiter wahrnehmen bis zur Amtsübergabe. Ich werde natürlich ein besonderes Augenmerk darauf legen, welches Gewicht mein Wort bekommt. Ansonsten respektiere ich den jetzigen Bürgermeister. Ich werde nicht versuchen, ihm Konkurrenz zu machen.

Wenn Sie im November Ihr Amt antreten, ...

... dann sprechen wir noch mal ...

... was hat dann für Sie Priorität?

Zunächst will ich die Verwaltung, deren Mitarbeiter und Abläufe kennenlernen. Der Rat und die Mehrheitsverhältnisse dort bleiben ja bestehen.

Gemeint war eigentlich, welches Ihr vorrangiges politisches Projekt ist?

Verbesserungen beim Radwegenetz und beim Innenstadtverkehr auf der Marktstraße. Bei beiden Themen möchte ich die Bürger beteiligen. Dazu werde ich mit der Verwaltung Instrumente entwickeln, wie man mit den Bürgern ins Gespräch kommen kann.

Sie sagen, Sie wollen Bürgermeister aller Burgdorfer sein. Was heißt das konkret?

Ich werde für alle ansprechbar sein: über E-Mail, die sozialen Medien aber auch persönlich. Ich habe bereits im Wahlkampf gesagt, ich brauche keine Sprechstunde. Meine Türen stehen immer offen.

Der Kommentar: Die wichtigen Aufgaben stehen erst an

Ab dem 1. November ist Armin Pollehn Bürgermeister – und verglichen mit den anstehenden Aufgaben kann er den zurückliegenden Wahlkampf getrost als Spaziergang verbuchen. Denn der Christdemokrat leitet künftig nicht nur die Verwaltung und repräsentiert die Stadt bei Terminen. Er muss auch den Rat für seine politischen Projekte begeistern. Einen Rat, dessen Mehrheit seine CDU nicht angehört und der mitunter in Scheingefechten die Interessen der Burgdorfer aus dem Blick verliert. Dabei gibt es genügend Aufgaben zu lösen: Es fehlen Kita-Plätze und bezahlbare Wohnungen, die Stadt braucht ein Verkehrskonzept zur Entlastung der Innenstadt, Ideen für die Gewerbeentwicklung, und sie muss zeigen, wie sie die Klimawende gestalten will. Sie muss zudem trotz aller Großprojekte finanziell handlungsfähig bleiben.

Wenn Pollehn seine Aussage vom Wahlabend umsetzen will, Bürgermeister aller Burgdorfer sein zu wollen, dann muss er auf die anderen Fraktionen zugehen und Kompromisse suchen – und er darf sich nicht von der CDU treiben lassen, die sich nach dem Ergebnis im Aufwind wähnt. Auch, wenn die nächste Kommunalwahl im Herbst 2021 ansteht und damit der nächste Wahlkampf schon in einem Jahr beginnt.

Von Antje Bismark

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