Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Nachrichten Gymnasien brauchen Räume
Umland Burgdorf Nachrichten Gymnasien brauchen Räume
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:17 06.06.2015
Die Rückkehr zu G9 ist beschlossene Sache. Quelle: dpa (Symbolbild)
Anzeige
Burgdorf

„Ich begrüße ausdrücklich die Rückkehr zu G 9“, sagt Michael Loske, der das Gymnasium Burgdorf leitet und zudem Vorsitzender der Regionalabteilung Hannover der Niedersächsischen Direktorenvereinigung ist. G 9 gebe den Schülern mehr Zeit für die Persönlichkeitsentwicklung.

Loske vermisst in der Schulgesetznovelle allerdings die Option, dass begabte Schüler schneller zum Abitur gelangen können: „Da gibt es Nachbesserungsbedarf.“ Und er hätte sich gewünscht, für die Umsetzung im nächsten Schuljahr mehr Zeit zur Verfügung zu haben. Nur vier Wochen für das Erarbeiten der neuen Curricula sei wenig. Das Raumangebot schätzt er als „knapp bemessen“ ein.

Anzeige

„Wir sind auf das G 9 eingestellt“, sagt Silke Brandes, Leiterin des Gymnasiums Lehrte. Die Umstellung betreffe vor allem den Sekundar-I-Bereich. Dort müssten die Lehrer nun die Kerncurricula anpassen. „Dafür wäre es natürlich gut, wenn wir die Lehrstoffpläne eher bekommen hätten“, sagt sie. Sie hofft, dass die Schüler mit der Rückkehr zu G 9 mehr Zeit zum Lernen erhielten.

Mit Blick auf den zusätzlichen Jahrgang benötige das Gymnasium in vier Jahren weitere Räume: „Wir haben ja seinerzeit Räume abgegeben“, sagt sie. Außerdem bestehe jetzt der Ganztagsbetrieb, und die Anforderungen an Schulen, beispielsweise bei der Gruppenarbeit, hätten sich verändert.

„Endlich!“ So kommentiert Carsten Milde, Leiter der KGS in Sehnde, die Rückkehr zum G 9. Damit verbessere sich die Durchlässigkeit zwischen den Schulzweigen: „Beim G 8 konnten Schüler fast nur noch in Jahrgang 5 und 6 zum Gymnasialzweig wechseln, weil danach die Curricula zu weit auseinanderlagen.“ Die Schüler hätten nicht nur die höheren Anforderungen bewältigen, sondern auch neue Inhalte lernen müssen. Nun gebe es wieder die Chance für flexiblere Entscheidungen. „Außerdem erhalten die Schüler wieder mehr Ruhe für das Lernen“, führt Milde einen weiteren Grund an für seine Zustimmung zur Novelle.

Aber: „Wir brauchen mehr Platz“, sagt er und verweist darauf, dass die Stadtverwaltung darüber bereits im jüngsten Ratsausschuss mit den Politikern gesprochen habe. In Abstimmung mit der KGS werde es bis zur Sommerpause eine entsprechende Drucksache geben.

Das Kollegium des Gymnasiums unter den Eichen in Uetze hat nach Auskunft von Schulleiter Ulrich Germar in einer Dienstbesprechung darüber beraten, wie die Schule ihre internen Arbeitspläne ändern muss. Ein Ergebnis ist: Die Lehrer würden künftig in den Jahrgängen 5 und 6 die Fächer Biologie, Chemie und Physik vernetzt und fächerübergreifend unterrichten. Das Kollegium habe auch bereits über eine Erweiterung der Berufswahlorientierung gesprochen. Dort wolle die Schule in Zukunft mit dem Verein Pro Regio zusammenarbeiten. Laut Germar fehlen auch dem Uetzer Gymnasium Räume.

Von Antje Bismark, Joachim Dege und Friedrich-Wilhelm Schiller

Antje Bismark 02.06.2015
Joachim Dege 01.06.2015
Joachim Dege 01.06.2015