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Nachrichten Hausverwalter wegen Veruntreuung von Geldern verurteilt
Umland Burgdorf Nachrichten Hausverwalter wegen Veruntreuung von Geldern verurteilt
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19:20 20.02.2013
Von Joachim Dege
Weil ein Hausverwalter in Burgdorf Gelder in Höhe von über 150.000 Euro veruntreute, wurde er nun zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Quelle: Archiv (Symbolfoto)
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Burgdorf

Der geständige Mann hatte gehofft, dass es gerade noch mit einer Bewährungsstrafe abgehen könnte - zumal auch die Staatsanwaltschaft für ein Strafmaß von zwei Jahren auf Bewährung plädierte. Die Rechnung des Angeklagten ging aber nicht auf. Das Schöffengericht unter Vorsitz von Richterin Stephanie Rohe ließ keine Milde walten. Es schickte den Familienvater, dem die Wohnungseigentümergemeinschaften ihr Geld anvertraut hatten, wegen gewerbsmäßig begangener Untreue in 53 Fällen ins Gefängnis.

Nach der Beweisaufnahme war klar: Der zuletzt als selbstständiger Immobilienmakler tätige Angeklagte hatte als Hausverwalter seit 2008 genau 154690,74 Euro von den Konten der Eigentümergemeinschaften abgezweigt und auf sein eigenes Konto überwiesen. Davon bestritt er nicht nur seinen Lebensunterhalt im Eigenheim. Er leistete sich auch schneidige Autos, eine Eigentumswohnung und fünf Pferde.

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Lange blieb das schöne Leben auf Kosten anderer unentdeckt. Der 50-Jährige manipulierte alle Belege so, dass es aussah, als ob das Geld noch da wäre. „Man kopiert und retouchiert mit elektronischen Hilfsmitteln“, beschrieb er auf Nachfrage der Richterin seine Masche, die erst aufflog, als ein anderer Hausverwalter einzelne Eigentümergemeinschaften von ihm übernehmen sollte und etwas genauer hinschaute.

Vom Steuerberater als Gesellschafter der Hausverwaltungsfirma angesprochen, gab der Mann alles zu und zeigte sich Ende April vergangenen Jahres selbst an bei der Polizei. Die Hausverwaltungsfirma meldete Insolvenz an, weil sie den Schaden nicht bezahlen konnte. Auch der Angeklagte steckt in der Insolvenz. Sein Immobilienbesitz ist mit Hypotheken bis zum Anschlag belastet. Bei ihm ist nichts zu holen.

Mit dem Urteil will sich der Angeklagte nicht abfinden. Sein Pflichtverteidiger kündigte an, das er in Berufung gehen wird.

Norbert Korte 19.02.2013
Anette Wulf-Dettmer 18.02.2013