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19:14 21.04.2014
Mit Beharrlichkeit und Kreativität bekommt man sogar Antwort vom englischen Königshaus: Darüber freuen sich die Vorschulkinder des St.-Pankratius-Kindergartens am Fröbelweg mit Claudia Nacke (links) und Sabine Pfeiffenbrink. Quelle: Sandra Köhler
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Alles hat mit einer Frage begonnen: „Wie wird man heutzutage eine Prinzessin, und wie fühlt man sich als eine?“ Das interessierte die zukünftige Grundschülerin Kim brennend. In Märchenbüchern fanden sie, die anderen Vorschulkinder und Erzieherin Sabine Pfeiffenbrink aber keine befriedigende Antwort. Was lag da näher, als mal eine echte Prinzessin zu fragen?

Da die aber nicht nebenan wohnt, machten sich die Kinder Gedanken, wer wohl Auskunft geben könne. „Die Queen“, na klar. Die muss es ja wissen. Nur hat die immer so fürchterlich viel zu tun. Also vielleicht besser Herzogin Catherine. Die ist ja nach die Heirat mit Prinz William so etwas wie eine Prinzessin geworden und hat schließlich selbst ein Kind.

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Nachdem die Kinder mithilfe Pfeiffenbrinks herausgefunden hatten, wohin man einen Brief an die Duchess of Cambridge schicken muss, kannte die Wissbegierde keine Grenzen mehr: Darf eine Prinzessin auch alleine Fahrradfahren, in die Sauna gehen und sich selbst um ihr Kind kümmern? Oder muss sie den ganzen Tag in schönen Kleidern auf dem Thron sitzen? Besitzt sie eine Jogginghose? Wie viele Kronleuchter und Schwerter gibt es im Buckinghampalast? Sind alle Schlüssel dort aus Gold?

Ihre Fragen schrieben sie, dem Empfänger angemessen, höflich formuliert nieder. Nadine Nacke, Tochter der Kindergartenmitarbeiterin Claudia Nacke, half, das Ganze in feinstes Oxfordenglisch zu übersetzen. Damit der Brief in der Masse der Anfragen nicht untergehen sollte, verzierten sie den Umschlag mit Sternen und dem Burgdorfer Stadtwappen. In ihm fanden neben dem Anschreiben Bilder der als Prinzessinnen und Prinzen ausstaffierten Kinder Platz.

Nun hieß es warten. Und eines Tages, als schon keiner mehr daran glaubte, hing er tatsächlich an der Gruppenpinwand: Ein Brief aus dem Buckinghampalast. Mit einem Foto von Catherine, William und deren Sohn George. Zwar nicht von der Herzogin selbst geschrieben, sondern von einer Claudia Spens. Die aber beteuert, dass sich Catherine sehr über die wundervollen Fotos und Zeichnungen gefreut habe und den Kindern ihren wärmsten Dank und die besten Wünsche sende.

Immerhin auf eine ihrer vielen Fragen erhielten die Kinder eine Antwort: „Es mag für Euch von Interesse sein, dass der Buckingham Palace 775 Räume hat, von denen 78 Badezimmer sind“, schrieb die Unterzeichnende.

Alle Fragen ernst nehmen

„Wenn ich etwas will, kann ich es auch erreichen“: Diese Sicherheit will Sabine Pfeiffenbrink den zukünftigen Schulkindern mitgeben. So sammelt sie mit ihren Zöglingen Themen, die denen auf den Nägeln brennen und über die sie mehr wissen wollen: Weltall, Tiere oder eben das Leben von Prinzessinnen.„Wichtig, ist, alle Fragen gleich ernst zu nehmen.“ Die Beschäftigung mit dem entsprechenden Thema erfolgt dann ganzheitlich: Es wird diskutiert, gemalt und gesungen, fotografiert und geschrieben. Wo es sich anbietet, kommen auch Internetrecherche und Ausflüge hinzu. So erwerben die Kinder nicht nur Wissen, sondern auch das Rüstzeug dafür, neuen Fragen selbst nachzugehen.

Sandra Köhler

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