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Nachrichten Kultur-Akademie richtet sich an Kinder
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18:49 05.07.2016
Rafael sprayt ein Wrack auf die blau grundierte Wand am Schwimmbad.
Rafael sprayt ein Wrack auf die blau grundierte Wand am Schwimmbad. Quelle: sandra köhler
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Im Gegensatz zu den meisten Ferienpassangeboten setzt das Team mit der Akademie nicht auf Angebote für einzelne Tage, sondern auf Workshops, die für den Zeitraum von einer Woche konzipiert sind. „Wir wollen keine Ferienschule sein, die den Kindern alles vorgibt. Die Ideen sollen von ihnen selbst kommen. Wir helfen ihnen, sie umzusetzen“, sagt Horst Gohla, Leiter der Kultureinrichtung.

"Es gibt viele Kinder, die in den Ferien nicht wegfahren, manchmal auch nicht wegfahren können“, hat er beobachtet. Diese wolle man mit der Akademie erreichen. Gerade auch Kinder aus Familien mit wenig Geld, schwierigem sozialen Umfeld oder Flüchtlings- und Migrantenfamilien seien angesprochen.

"Ferienbetreuungen gibt es eine Menge“, sagt JohnnyB.-Sozialpädagogin Traude Minke. Die Sommerakademie will aber - getreu dem Konzept des JohnnyB. - mehr sein: „Wir legen den Schwerpunkt auf Kultur und Kreativität.“ 16 Workshops hat das Jugendkulturhaus in den ersten zwei Wochen der Sommerferien angeboten. Das Angebot geht von Zirkus und Puppentheater, Malatelier und Kreativwerkstatt über Filmen, Fotografieren und Hörbuchaufnehmen bis zu Fitnessdance, Graffiti, Trommeln und Kochen. 60 Kinder im Alter von neun bis 14 Jahren haben sich vorwiegend für die erste Woche angemeldet. Nicht jedes Angebot kam letztlich auch zustande. Dabei gab es durchaus auch Überraschungen für den erfahrenen Sozialpädagogen. "Zirkus ist eigentlich immer voll. Aber für den zweiten Kurs nach dem Ponytreck hatten wir nur wenige Nachfragen.“ Das Gleiche gelte für den Koch- und den Tanzkursus.

Trotzdem wolle man bei der nächsten Sommerakademie, die im kommenden Jahr wieder Anfang der Ferien liegen solle, ein ähnlich breites Spektrum anbieten: "Die Rückmeldungen waren durchweg positiv.“

Manche Projekte, sagt Gohla, müssten einfach erst anlaufen. "Wir werden es beim nächsten Mal früher bekannt machen, sodass die Eltern die Akademie auch bei ihrer Urlaubsplanung berücksichtigen können.“ Auch ein zusätzliches Streuen in soziale Netzwerke und Schulen der Stadt sei aus seiner Sicht sinnvoll. "Nur so kommen wir auch an benachteiligte Kinder heran.“

Damit die mitmachen können, ist der Teilnehmerbeitrag mit 20 Euro für einen Wochenworkshop extrem niedrig angesetzt. Familien, die aus wirtschaftlicher Not trotzdem Probleme bekommen, können sich an die Stadtjugendpflege wenden.

Kreativität wecken mit allen Sinnen

Die Wand am Eingang des Schwimmbades wird bunt. Auf ozeanischem Blau entsteht dort mit viel Fantasie und Sprühdosen eine Wasserlandschaft. Korallen, Haie, ein Wrack: Der freischaffende Graffiti-Künstler Odo zeigt den Kindern der Sommerakademie des JohnnyB., wie das Sprayen funktioniert.

"Graffiti ist cool“, sagt der zehnjährige Rafael. Er ist dabei, den Rumpf eines Segelschiffs auszusprühen. Die gleichaltrige Ronja hat einen Hai entworfen. "Wir haben uns extra eine Bühne besorgt, damit die Kinder gleichzeitig auf mehreren Ebenen arbeiten können“, sagt Betreuerin Jasmin. Vom Einfachen zum Schwierigen, lautet die Devise. Letzteres sind die Outlines. "Das ist auch bei Leuten, die das professionell machen, Thema“, sagt Odo und ergänzt: "Möglichst dünn sollen die sein.“

Im JohnnyB. läuft inzwischen der Betonmischer. Kunsttherapeutin Marianne Pfeiffer schleift darin die scharfen Kanten von Fliesenstücken ab. Damit, genauso wie mit Glasnuggets, können die Kinder des Kreativworkshops hinterher ihre Kunstwerke aus Beton verzieren. In eingeölte Muffinformen gefüllt, entstehen so Kerzenhalter, aus einer Gugelhupfform wird ein Ständer für einen Sonnenschirm. Die Form für Leonies Buchstütze ist ein leeres Milchtetrapack. Nach der Arbeit mit dem Baustellenmaterial kommen auch noch Pflanzenfarben und Speckstein an die Reihe. Für Leonie und Swantje ist es schon der zweite Akademieworkshop. "Das Beste waren das T-Shirt-Bemalen und die Malwand“, sagen beide. Malen nicht für die Wand, sondern aus der Seele, war der Ansatz für den ebenfalls von Pfeiffer geleiteten Workshop. Es galt der Grundsatz: keine Kommentare zu fremden Bildern. Mit Gouache hinter dem Rücken auf Leinwand malen, diese mit dem Blumensprüher besprühen, mit Fingern tupfen, Farbe wirken lassen: All das gab Raum, das Malen spielerischer und freier zu erleben als im Kunstunterricht.

Antje Bismark 05.07.2016
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