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Lehrte: Grundschüler schreiben Geschichten am Feuer

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08:00 12.07.2019
Schreibrunde am Feuer: Die Mädchen und Jungen der Burgdorfer Gudrun-Pausewang-Grundschule bringen ihre Ideen aufs Papier, Kinderbuchautorin Stephanie Schneider hilft. Quelle: Katja Eggers
Arpke

Es ist warm, in der großen Schale brennt ein Feuer, es knistert, der Rauch brennt in den Augen. Elf angehende Viertklässler der Burgdorfer Gudrun-Pausewang-Grundschule sitzen mit Papier und Stiften auf Bänken und Holzstämmen um das Feuer herum und lassen ihren Gedanken freien Lauf. Es entstehen Geschichten. Texte über Feuer. Denn das ist das Thema der außergewöhnlichen Schreibwerkstatt, die am Donnerstag am Eisenzeithaus bei Grafhorn über die Bühne gegangen ist. Kinderbuchautorin Stephanie Schneider aus Hannover hat die Grundschüler dabei spielerisch zum Schreiben angeleitet.

Zur Einstimmung haben die jungen Schriftsteller zuvor gemeinsam das Eisenzeithaus erkundet. Christian Helmreich, Betreiber des Naturfreundehauses Grafhorn, hat dabei Wissenswertes über die Eisenzeit und das Feuermachen erklärt. Mit Feuersteinen versuchten die Kinder auch selbst, ein Feuer zu machen. „Das war richtig schwierig“, verriet Schneider.

Melyna (von links), Laura und Hava schreiben ihre Texte zum Thema Feuer. Quelle: Katja Eggers

Rechtschreibung und Schönschrift spielen keine Rolle

Bestens eingestimmt aufs Thema machten sich die Mädchen und Jungen im Anschluss dann an ihre Geschichten. Schneider hatte ihnen Blätter mitgebracht, auf denen die Buchstaben des Wortes Feuer standen. Die Kinder schrieben Sätze auf, die mit dem jeweiligen Buchstaben anfingen. Bei der achtjährigen Zoé stand das „F“ zum Beispiel für Freunde, das „E“ für Emilie und das „U“ für Ute – ihre Geschichte handelte von zwei Freundinnen am Feuer.

Zoé (8) liest ihre Geschichte vor. Quelle: Katja Eggers

Der zehnjährige Kinan hatte derweil einen Text über Räuber und ein brennendes Hotel verfasst. „Es ist in Hotel gebrannt“, las er vor. Die Gruppe klatschte, Schneider lobte. „Das ist ja ein richtiger Krimi“, sagte sie – und Kinan strahlte. Dass der Satz grammatikalisch nicht ganz korrekt war, spielte keine Rolle. „Auch Rechtschreibung und Schönschrift sind egal“, sagte Schneider. Ziel sei es vielmehr, die Kinder für das Lesen und Schreiben zu begeistern. „Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder, die sonst vielleicht wenig Zugang zu Literatur haben“, erklärte die Autorin.

Förderung vom Bundesministerium

Der Workshop ist Teil eines groß angelegten Förderprojektes zur Steigerung der Lesekompetenz. Unter dem Motto Kultur macht stark fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung seit 2018 zum zweiten Mal außerschulische Angebote der kulturellen Bildung für benachteiligte Kinder und Jugendliche. Kooperationspartner ist der Friedrich-Bödecker-Kreis, der sich der Leseförderung verpflichtet hat.

Die Kinder haben ihre Feuer-Texte aufgeschrieben, auf den Blättern sind noch die Rußspuren zu erkennen. Quelle: Katja Eggers

Schneider kennt ihre jungen Teilnehmer schon länger. Sie hat mit ihnen bereits zusammengearbeitet, als sie noch Drittklässler waren. Anfang des Jahres hat die Autorin in der Schule vorgelesen. Für ihr Projekt „Fundbüro. Texte finden und erfinden“ wechselt sie mit den ausgewählten Teilnehmern immer wieder die Schreiborte. Im August soll es in Burgdorf auf einen Kirchturm gehen. Die Texte der jungen Autoren werden am Ende in einem Buch veröffentlicht.

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