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Umland Burgdorf Nachrichten Mehr Züge - mehr Lärmschutz
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13:45 07.11.2015
Von Anette Wulf-Dettmer
Schon jetzt fahren auf der Bahnstrecke durch Burgdorf rund 100 Güterzüge am Tag. Quelle: Bismark
Burgdorf

„Wegen des Eisenbahnknotenpunktes in Lehrte läuft alles auf uns zu“, sagt Burgdorfs Stadtplaner Jan-Hinrich Brinkmann. Allerdings seien mit der Alpha-Variante E neun Bedingungen untrennbar verknüpft, die die Belastung der Gleisanlieger nachhaltig verringern sollen.

Diese Bedingungen waren für Brinkmann, der die Interessen Burgdorfs, Lehrtes und Sehndes im Dialogforum vertreten hat, ausschlaggebend, dem gemeinsamen Abschlusspapier zur Alpha-Variante E zuzustimmen. Es sei die einzige Chance für die drei Kommunen, dass die Bahn beim Lärmschutz nachrüsten muss, sobald sich die Zahl der Güterzüge erhöht. Und zwar auch an den Streckenabschnitten, wo nicht gebaut wird. Das machte Brinkmann im Verkehrsausschuss des Burgdorfer Rates am Donnerstagabend deutlich.

„Im Moment haben wir nichts in der Hand“, betonte Brinkmann. Die Bahn könne ohne Rücksprache mit den Kommunen die Verkehrsdichte auf der Strecke Celle-Burgdorf-Lehrte erhöhen. „Wir haben überhaupt keinen rechtlichen Anspruch in Burgdorf, Aligse und Lehrte auf einen verbesserten Lärmschutz, weil die Schutzwände bereits jetzt so ausgelegt sind, dass der Wert von 60 dB(A) auch bei 200 Zügen täglich nicht überschritten wird.“

Eine der neun Bedingungen lautet hingegen: An der Strecke darf nachts in Schlafräumen bei teilgeöffnetem Fenster der Bahnlärm von 45 dB(A) nicht überschritten werden. Zudem ist die Gesamtbelastung durch Lärmquellen - Flug-, Schienen- und Straßenverkehr sowie Gewerbeanlagen - für die Streckenanwohner zu betrachten.

Eine weitere unabdingbare Forderung des Dialogforums ist, dass der Personennahverkehr auf den Schienen nicht unter der Zunahme des Güterverkehrs leidet. Schon jetzt haben S-Bahnen sehr oft Verspätung, weil sie Güterzüge durchlassen müssen. Der Grund: „Die Verbindung Celle-Lehrte ist nunmal eine Gütervorrangstrecke“, sagte Brinkmann.

Die Bahn AG schafft schon jetzt die Voraussetzungen, dass mehr Güterzüge von den Seehäfen ins Hinterland fahren können. Auf der Strecke Uelzen-Celle hat sie die Abstände zwischen den Signalmasten für die Blockverdichtung verkürzt.

Unterschrieben haben die drei Städte das Abschlusspapier des Dialogforums noch nicht. Das soll erst geschehen, wenn die drei Räte diesem zustimmen. „Mit der Region Hannover haben wir vereinbart, dass sie erst Stellung bezieht, wenn das Votum der einzelnen Kommunen vorliegt“, sagte Burgdorfs Bürgermeister Alfred Baxmann. In seinen Augen ist die Alpha-Variante E „ein guter Kompromiss, weil wir handlungsfähig werden“.

Geplant ist in Burgdorf neben der Beratung in den politischen Gremien auch eine Bürgerinformationsveranstaltung Anfang nächsten Jahres. Einen genauen Termin gibt es laut Brinkmann noch nicht.

Die Bedingungen

An den Konsens, das bestehende Schienennetz im Dreieck zwischen Bremen-Hamburg-Hannover weiterzuentwickeln, hat das Dialogforum neun unaufkündbare Bedingungen geknüpft:

- Bestmöglicher Gesundheitsschutz mit Begrenzung des Lärmpegels in Schlafräumen auf 45 dB(A), Festlegung eines Spitzenpegels, der nicht überschritten werden darf, Schutz von Erholungsbereichen und Umrüstung auf leise Bahnbetriebstechnik.

- Ein nachhaltig leistungsfähiges Verkehrssystem ist schnell aufzubauen.

- Der Schienenpersonenverkehr ist quantitativ und qualitativ zu verbessern.

- Die regionale Belastung durch die Entwicklung des Schienenverkehrs darf den regionalen Nutzen nicht überschreiten.

- Die kommunale Planungshoheit muss unangetastet bleiben.

- Es ist ein Fonds zur Sicherung und Entwicklung hoher Siedlungsqualität in den von der Zunahme des Güterzugverkehrs betroffenen Regionen einzurichten.

- Die Kosten für den Umbau von Bahnübergängen – zum Beispiel in Aligse, Ehlershausen und Otze – müssen komplett übernommen werden. Nach dem derzeitigen Eisenbahnkreuzungsgesetz tragen Kommunen ein Drittel.

- Orts- und Landschaftsbilder sind zu wahren. Zudem dürfen Ortschaften nicht zerschnitten, sondern die Siedlungsbeziehungen müssen gesichert werden.

- Einrichtung eines Projektbeirats, der kontrolliert, dass die Inhalte des Abschlusspapiers – Vorzugsvariante und Bedingungen –umgesetzt wurden.

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