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Umland Burgdorf Nachrichten Ortsrat fremdelt mit neuem Baugebiet
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00:30 03.03.2018
Zwischen Ehlershausen und Ramlingen entsteht ein neues Baugebiet.
Zwischen Ehlershausen und Ramlingen entsteht ein neues Baugebiet. Quelle: Bimark
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Ramlingen/Ehlershausen

 Lange war es herbeigesehnt worden: ein neues Baugebiet für Ehlershausen und Ramlingen. Jetzt soll es auf den Weg gebracht werden. Doch was die Stadtplanungsabteilung am Dienstagabend im Ortsrat präsentierte, überzeugte dort nur sehr bedingt. Vor allem die geplante Erschließung über den Ehlershäuser Weg warf viele kritische Fragen auf.

45 000 Quadratmeter groß ist die Fläche zwischen Ehlershäuser Weg und Ramlinger Straße, welche die Stadt erworben hat, damit Bauwillige sich im Südwesten der Waldsiedlung den Traum vom Eigenheim erfüllen können. Stadtplanerin Sabine Nagel hat sich das Areal vorgeknöpft und einen mit der Tiefbauabteilung im Rathaus und der Region Hannover abgestimmten städtebaulichen Entwurf erarbeitet. Den präsentierte ihre Chefin Martina Behncke im Ortsrat. 

Weil Behncke sich aber schlecht vorbereitet zeigte und auf etliche Fragen von Bürgern und Ortsratsmitgliedern zur Erschließung und Verkehrsführung keine Antworten parat hatte, fiel der Entwurf am Ende durch. Das Gremium konnte sich lediglich dazu durchringen, der beabsichtigten Aufstellung eines Bebauungsplans zuzustimmen. Das solle aber nicht auf Basis des vorliegenden städtebaulichen Entwurfes geschehen, lautete das Votum.

Das Baugebiet mit 400 bis 600 Quadratmeter großen Grundstücken setzt sich aus drei Bausteinen zusammen. Entlang des Ehlershäuser Wegs sollen Einfamilienhäuser entstehen, zu denen private Stichstraßen mit Wendehammer führen. Im Herzen des Areals hat die Stadtplanerin eine von einer Ringstraße umgebene Fläche für Mehrgeschossbauten vorgesehen. Und zwar zwei bis drei Stockwerke hoch, damit sich ein Investor findet, der dort den vom Rat gewünschten sozialen Wohnungsbau realisiert. Das forderte den Widerspruch des früheren Stadtbrandmeisters Heinrich Schlumbohm heraus, der anmerkte: „Wir können mit der Ortsfeuerwehr nur zweigeschossig löschen. Die Anfahrt mit der Drehleiter aus Burgdorf dauert zu lang.“ Entlang der Ramlinger Straße, von der die Region Hannover laut Behncke keine Zufahrt wünscht, sollen schließlich noch fünf eingeschossige Bungalows stehen. Ein Lärmschutzwall soll das Baugebiet abschirmen gegen die Kreisstraße, die beide Dörfer verbindet.

Ortsrat und Pastor Matthias Paul, designierter Bürgermeister-Kandidat der SPD, monierte, dass kein Kinderspielplatz vorgesehen sei. Mehrere Bürger kritisierten, dass der gesamte Erschließungsverkehr über die Waldstraße und den auf Tempo 30 limitierten Ehlershäuser Weg fließen soll. Andere gaben zu bedenken, dass Imkers Gehege, ein dem Realverband gehörender Feldweg, ohnedies als Schleichweg ins neue Wohngebiet genutzt würde und deshalb entsprechend ertüchtigt werden sollte. Robert Apel, für die CDU beratend im Ortsrat vertreten, regte an, die Gesamtverkehrssituation im Blick zu behalten. Wenn der Ortseingang im Norden durch den zunehmenden Güterverkehr womöglich verloren gehe, werde sich das auf den Ortseingang Ehlershausens im Südwesten auswirken. Behncke freilich blieb Antworten auf all diese Fragen schuldig. 

Die Leiterin der Stadtplanungsabteilung kündigte an, dass der städtebauliche Entwurf noch einmal überarbeitet werden soll. Es pressiert. Als nächstes wird sich der Bauausschuss des Rates am 15. März mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan beraten. Möglicherweise in einer gemeinsamen Sitzung mit dem Ortsrat, damit das Neubaugebiet zeitlich nicht in Verzug gerät.

Ortsratsmitglieder und Bürger stellen kritische Nachfragen an die Stadtverwaltung zum geplanten Neubaugebiet. Auf viele Fragen weiß Stadtplanerin Martina Behncke (links) keine Antwort. Quelle: Joachim Dege

Von Joachim Dege