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Nachrichten Panne an Tankstelle: Super und Diesel verwechselt
Umland Burgdorf Nachrichten Panne an Tankstelle: Super und Diesel verwechselt
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22:01 20.10.2014
An der Tankstelle in Burgdorf wurden Super und Diesel vertauscht.
An der Tankstelle in Burgdorf wurden Super und Diesel vertauscht. Quelle: Surrey
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Burgdorf

Der Fehler war klein, seine Wirkung groß: Ein Tankwagenfahrer hat Ende vergangener Woche beim Beliefern der Burgdorfer Raiffeisentankstelle die Tanks für Super- und Dieselkraftstoff verwechselt und rund 160 Autofahrer damit in Nöte gestürzt. Wer zwischen der Nacht zu Freitag und Sonnabendmorgen Super zapfen wollte, bekam Diesel –  und umgekehrt. Kfz-Mechaniker können beredt davon berichten, wie sehr der falsche Sprit auch dem besten Motor zu schaffen machen kann. So war es auch in Burgdorf.

Tatsächlich blieb am Wochenende rund um die nämliche Zapfstelle manches Auto mit einem Motorschaden liegen. Das Burgdorfer Taxiunternehmen von Marlies Ebeling etwa betankte in der fraglichen Zeit fünf Autos – alle sind nun außer Gefecht. Bis gestern Nachmittag hatten sich etwa 40 Kunden der Tankstelle von sich aus gemeldet, 60 weitere Inhaber einer Tankkarte seien angerufen worden, sagte Raiffeisen-Geschäftsführer Cord Bösch. Er geht von einem Schaden im sechsstelligen Bereich aus.

Die Genossenschaft entschuldigte sich bei ihren Kunden und riet dazu, mit den betroffenen Autos nicht zu fahren. „Der Tank muss leer gepumpt, die Kraftstoffanlage gereinigt und der Kraftstofffilter erneuert werden“, sagt der Burgdorfer Kfz-Mechaniker Andreas Engel, der bis gestern schon zehn der betroffenen Autos zur Reparatur entgegengenommen hatte. „Je nach Fabrikat und Tankmenge kostet das 300 bis 500 Euro.“

Vom klopfenden Geräusch bis zum kompletten Garaus des Motors

Anzeichen einer Fehlbetankung seien gemeinhin ein klopfender Motor, abnehmende Leistung bis zum Stillstand und bei Super-Autos mit Diesel im Tank bläulicher Qualm aus dem Auspuff, sagt Engel. Fährt umgekehrt ein Diesel-Fahrzeug über längere Zeit mit Super im Tank umher, könne das dem kompletten Motor den Garaus machen, heißt es beim ADAC. Bei beiden Varianten gilt: Ist anteilig zu viel vom jeweils falschen Sprit im Tank, bewegt sich das Auto ohnehin überhaupt nicht mehr.

In der Nacht zu Freitag hatte der Fahrer des Tankwagens jeweils 12.000 Liter in die falschen Tanks laufen lassen. „Er ist fix und fertig“, sagte Geschäftsführer Bösch gestern. Bei dem Kollegen handele es sich um einen sehr erfahrenen Mitarbeiter: „Für den Mann lege ich meine Hand ins Feuer“, sagt Bösch.

Taxiunternehmerin Ebeling sieht den Vorgang gelassen. „Es war ja nicht mutwillig, so etwas kann passieren“, sagt sie. „Man sollte jetzt nicht einen solchen Hermann daraus machen.“

Wer den falschen Kraftstoff getankt hat, wird gebeten, sich unter der Telefonnummer: 05173/6920 zu melden. 

Falscher Sprit – was tun?

Wer betroffen ist, sollte den Motor nicht anlassen, sondern sich bei seiner Werkstatt melden. In der Regel wird dann der falsche Kraftsstoff abgepumpt und eine Tankreinigung vorgenommen.

Von Eike Brunhöber
 und Gil Barkei