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Nachrichten Rat: Eklat um Michael Fleischmann
Umland Burgdorf Nachrichten Rat: Eklat um Michael Fleischmann
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17:53 13.09.2013
Von Eike Brunhöber
Christa Weilert-Penk (stehend) fordert Michael Fleischmann (links, stehend) auf, sich bei Barthold Plaß (Vierter von links) zu entschuldigen. Ratschef Olaf Weinel (Mitte, stehend) hört zu, Bürgermeister Alfred Baxmann (daneben, mit Kopf auf dem Tisch) scheint vom Verlauf der Debatte bedient zu sein.
Christa Weilert-Penk (stehend) fordert Michael Fleischmann (links, stehend) auf, sich bei Barthold Plaß (Vierter von links) zu entschuldigen. Ratschef Olaf Weinel (Mitte, stehend) hört zu, Bürgermeister Alfred Baxmann (daneben, mit Kopf auf dem Tisch) scheint vom Verlauf der Debatte bedient zu sein. Quelle: Eike Brunhöber
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Burgdorf

Eben noch hatte sie während Fleischmanns Wortbeitrag einen Apfel gegessen, ebenso wie ihre Fraktionskollegin Christiane Gersemann. Nun aber sprang Christa Weilert-Penk (SPD) wütend auf. Sie verlangte von Fleischmann, dass er sich bei Plaß entschuldigt: „Es geht nicht an, dass Sie ein Ratsmitglied als Lügner bezeichnen!“ Fleischmann hatte beantragt, den seiner Meinung nach ausufernden Maisanbau in Burgdorf einzuschränken. Plaß hatte entgegnet, dass der Maisanbau weniger werde - worauf Fleischmann ihn der Lüge bezichtigte. Er werde sich nicht entschuldigen, da Plaß, ebenso wie dessen Fraktionskollege Alfred Brönnemann, Biogas-Lobbyist sei, erklärt der Linke.

Schon vor dem Eklat, die Ratssitzung war bereits dreieinhalb Stunden alt, war Grünen-Ratsherr Detlef Knauer der Kragen geplatzt: „Das ist hier eine Fleischmann-Show!“, unterbrach er dessen Redefluss. Fleischmann hatte sich außergewöhnlich oft zu Wort gemeldet und mit giftiger Rhetorik sowie langen Ausführungen mit bundespolitischem Einschlag verärgert. „Die Einzelmitglieder stellen hier Antrag auf Antrag“, schimpfte Knauer und stellte den Antrag, Fleischmanns Anträge zum Maisanbau und zur Mietpreisbindung altersgerechter Wohnungen zu vertagen - auf die nächste Ratssitzung. Einzelmitglieder, die wie Fleischmann, keiner Fraktion angehören, dürfen nur einem einzigen Ausschuss angehören - deshalb sind Ratssitzungen für sie fast die einzige Chance, das Wort zu ergreifen. „Wollen Sie mir das Rederecht entziehen? Das ist undemokratisch!“, schimpfte dann auch der Linke. Aus Reihen von SPD und Grünen kam Zustimmung für Knauers Antrag - CDU, WGS, Karl-Ludwig Schrader (FDP) und Wolfgang Obst trugen ihn jedoch nicht mit, die Zweidrittelmehrheit wurde verfehlt. Damit konnte Fleischmann über Mais, Lobbyisten, Lügner und niedrige Renten reden.

Eike Brunhöber 13.09.2013
Anette Wulf-Dettmer 11.09.2013