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Umland Burgdorf Nachrichten Rat will bleibende Erinnerung an Bembenneck
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00:25 16.04.2018
Rudolf Bembennecks jüngste Tochter Christina zeigte sich in der Ratssitzung berührt von der Idee, dass die Stadt eine bleibende Erinnerung an ihren Vater schaffen will. Quelle: Dege
Burgdorf

 Im Rat der Stadt herrschte am Donnerstagabend in einem Punkt seltene Einigkeit: Der im Januar verstorbene Rudolf Bembenneck habe zeitlebens so segensreich für die Stadt gewirkt, dass „eine bleibende Erinnerung“ geschaffen werden soll, die das Andenken an den geschichtsbewussten Theologen bewahrt.

Nach seiner Berufstätigkeit als Pastor an St. Pankratius hatte sich Bembenneck nicht nur für als Vorsitzender des Förderkreises Burgdorfer Senioren bleibende Duftmarken gesetzt in der Stadt. Als Mentor und Nestor des Arbeitskreises Gedenkweg 9. November nahm er sich zudem über viele Jahre des Schicksals der Opfer des Nationalsozialismus an und sorgte so dafür, dass diese und das an ihnen begangene Unrecht nicht in Vergessenheit gerieten. Die Mehrheitsgruppe – SPD, Grüne, WGS, Freie Burgdorfer – im Rat hatte deshalb schon im Februar beantragt auszuloten, „die Erinnerung an Rudolf Bembenneck auch für zukünftige Generationen wachzuhalten“.

Der Rat nahm den Antrag einstimmig – bei einer Enthaltung des AfD-Mandatsträgers Jens Braun an. Der Ratsausschuss für Kulturangelegenheiten soll sich jetzt mit den Einzelheiten befassen. So muss die Stadt noch eine angemessene Form finden. Im Gespräch waren zuletzt die Benennung einer Straße, eines Platzes oder eines Gebäudes nach Bembenneck. Vor allem soll gegebenenfalls das Einverständnis der Familie eingeholt werden.

Die Familie sei berührt von der Idee, dass eine bleibende Erinnerung geschaffen werden soll, versicherte Bembennecks jüngste Tochter Christina, die die Ratssitzung aus dem Zuschauerraum verfolgte. Ein Herzenswunsch der Familie sei zudem, dass die wertvolle Arbeit ihres Vaters weitergehen möge. Gedenkweg-Sprecherin Julia Rohde hatte bereits vor Wochen angekündigt, das Werk Bembennecks in dessen Geist fortzuführen.

Befremden äußerte der Ratsvorsitzende und designierte CDU-Bürgermeisterkandidat Armin Pollehn, der sich gewünscht hätte, die die Mehrheitsgruppe hätte ihren Antrag nicht für sich allein gestellt. Es gehe schließlich um das Anliegen aller im Rat vertretenen Kräfte, „gemeinsam eine Haltung zu entwickeln“. SPD-Fraktionschef und Mehrheitsgruppensprecher Gerald Hinz räumte ein, dass es Vorgespräche mit der CDU gab und bezeichnete es als Fehler, dass er den Antrag unter der Flagge der Ratsmehrheit eingebracht hatte. Hinz zeigte sich bereit, ihn als Gemeinschaftsantrag umzudefinieren.

Von Joachim Dege

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