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Nachrichten Giftiger Bohrschlamm: Region hat vier Flächen in Verdacht
Umland Burgdorf Nachrichten Giftiger Bohrschlamm: Region hat vier Flächen in Verdacht
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00:23 05.05.2018
Der Spielplatz neben dem Feuerwehrhaus in Dachtmissen ist eine von vier Altlastenverdachtsflächen, die die Region Hannover jetzt untersuchen lassen will. Quelle: Dege
Dachtmissen

 Die Idylle in und rund um Dachtmissen suggeriert Natur pur. Doch weit gefehlt. Exxon Mobile lässt zurzeit am Dorfrand im Norden eine alte Bohrschlammdeponie aus den 1950-er Jahren ausheben. Und nun stehen weitere vier Flächen unter Verdacht, weil dort giftige Abfälle aus der ehemaligen Erdöl-Produktion entsorgt worden sein könnten.

Das geht aus einer aktuellen Mitteilung der Stadtverwaltung an die Umweltpolitiker im Rat sowie den Ortsvorsteher von Dachtmissen, Jörg Neitzel, hervor. Die Stadt beruft sich dabei auf Informationen, die sie von der unteren Bodenschutzbehörde der Region Hannover erhalten hat. Regionssprecher Klaus Abelmann bestätigt auf Nachfrage: „Die Region wird in diesem Jahr Untersuchungen an vier bislang unbekannten Abgrabungsflächen vornehmen lassen.“ Laut Abelmann liegen die Fläche alle im Osten von Dachtmissen. Auf einer historischen Karte der Stadt jedoch sind nur zwei der Verdachtsflächen im Osten des Dorfs eingezeichnet. Eine weitere liegt demnach im Westen zwischen Ortseingang Richtung Sorgensen und Aue und noch eine im Norden An der Masch.

Ortsvorsteher Neitzel kennt nach eigenem Bekunden jede dieser Stellen. Wo genau sie liegen, will er nicht sagen, um den Eigentümern nicht zu schaden. Denn klar sei, dass schon der Altlastenverdacht ausreiche, um die Grundstücke praktisch wertlos beziehungsweise unverkäuflich zu machen. Dabei glaubt Neitzel nicht, dass an allen Verdachtsstellen Bohrschlamm entsorgt worden ist. 

Neitzel ist im Dorf aufgewachsen. Aus eigenen Kindheitstagen erinnert er, dass neben dem heutigen Feuerwehrhaus früher Hausmüll entsorgt worden sei. Auf der Fläche, die gar nicht idyllischer anmuten könnte, befindet sich heute der Kinderspielplatz des Dorfes. Sie ist auf der Karte der Stadt als eine der vier aktuellen Verdachtsflächen ausgewiesen.

Neitzel will bereits Mitte März vom Verdacht der Region erfahren haben. Am 16. April habe er dann ein Schreiben der Region zur Kenntnis erhalten. Darin enthalten gewesen sei die Information über die betroffenen Eigentümer, mit denen er inzwischen gesprochen habe. Die Region habe Geländebegehungen angekündigt, um die jeweilige Grubendtruktur abschätzen zu können. Außerdem zwei bis vier Meter tiefe Rammkernsondierungen mit dem Ziel, die Stellen später ins Schlammgrubenverdachtskataster aufzunehmen, falls dort Entsprechendes gefunden werde.

Den Eigentümern sollen wegen der Untersuchungen einstweilen keine Kosten entstehen. Das habe die Region den Betroffenen zugesagt, berichtet Neitzel. Regionssprecher Abelmann bestätigt: Die anstehenden Untersuchungsarbeiten sollten die Verdachtsstandorte „hinsichtlich Aufbau und Zusammensetzung eventuell vorhandener Verfüllungen überprüfen“. Je nachdem, was die Fachleute fänden, würden weiterführende Untersuchungen veranlasst. Gegebenenfalls werde die Region dafür auf vom Gewerbeaufsichtsamt zu bewilligende Geldmittel zurückgreifen, die der Bundesverband Erdgas, Erdöl und Geoenergie für diesen Zweck zur Verfügung stelle.

Von Joachim Dege

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