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Umland Burgdorf Nachrichten Stadt plant pflegefreie Urnengräber
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00:17 14.10.2017
Urnenbestattungen will die Stadt Burgdorf fortan auch auf dem kleinen Friedhof in Heeßel anbieten. Quelle: Joachim Dege
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Heeßel/Schillerslage

Einer Investition wohnt gemeinhin der Glaube an künftige Geschäfte inne. Bei Bestattungen, wo die Stadt als Anbieter von Grabstätten im Wettbewerb steht mit der Kirche und mit Firmen wie der Friedwald GmbH, ist dasnicht anders als in anderen Märkten. Darum begnügt sich die Stadt nicht mit Führungen über ihren parkähnlich gestalteten letzten Ruhestätten, sondern reagiert auch auf Trends. Ein solcher ist die steigende Nachfrage nach Urnenbestattungen, die die Stadt nun bald auch in Heeßel und in Schillerslage befriedigen können will.

Mit dem Ortsvorsteher von Heeßel, Heiko Reißer, ist sich die Stadtverwaltung bereits einig. Dieser habe den Wunsch der Dorfbewohner nach pflegefreien Grabanlagen bestätigt und befürworte die Baumoase, heißt es in einer Entscheidungsvorlage für die Ratspolitiker. Urnenanlagen gibt es bereits auf den Stadtfriedhof am Niedersachsenring in der Südstadt und ebenso in Otze und in Ramlingen. Im Durchschnitt fünf Bestattungen pro Baumoase registriert das Rathaus jedes Jahr.

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Auf dem kleinen, schmucken Friedhof im Westen Heeßels soll eine Baumoase unter einer 45 Jahre alten Rotbuche entstehen. Die Stadtverwaltung kalkuliert mit Kosten in Höhe von 10.000 Euro. Sollten die Kommunalpolitiker das Geld im Haushaltsplan für 2018 bereitstellen, soll die Anlage bis Mitte nächsten Jahres fertiggestellt sein.

Der Baum steht als Solitär auf einer Wiese am Weg zur Friedhofskapelle. Eine Hecke soll die Buche kreisförmig einfassen. Die Fläche innerhalb der Hecke säen die Stadtgärtner mit Rasen ein. Den Eingang der Anlage bilden drei 1,20 Meter hohe Granitstelen, die mit einer Natursteinpflasterfläche eingefasst sind, auf der kleine Blumengrüße abgelegt werden können. An den Natursteinstelen sollen später die Bronzeplatten mit den Namen und Lebensdaten der Bestatteten angebracht werden.

Spitzahorn wird Zentrum der Baumoase auf Schillerslager Friedhof

In Schillerslage soll die pflegefreie Urnengrabanlage unter einem Spitzahorn angelegt werden. Die Pläne hatte Stefanie Riessler von der Stadtverwaltung in der jüngsten Sitzung des Ortsrats vorgestellt und von den Politikern dafür einhellige Zustimmung erhalten.

Der Baum hat einen Kronendurchmesser von etwa acht Metern und steht neben der Kapelle. Eingefriedet werden soll die Urnengemeinschaftsanlage mit einer 70 Zentimeter hohen Hecke aus Japanischer Hülse. Buchsbaum will die Stadt nicht pflanzen, weil dieser zurzeit durch den Buchsbaumzünsler sehr gefährdet ist. Den Eingang zum Heckenkreis markieren kleine Rhododendronbüsche. Dort werden auch drei 
1,20 Meter hohe Granit
stelen für die Bronzeplatten mit den Namen und Lebensdaten der Bestatteten aufgestellt.

Die Anlage wird auf ihrer Rasenfläche Platz für 84 Urnen bieten. Wie in Heeßel rechnet die Verwaltung für die Baumoase mit Kosten von 10.000 Euro.

Von Joachim Dege/ Anette Wulf-Dettmer

Anette Wulf-Dettmer 14.10.2017
Antje Bismark 14.10.2017
Martin Lauber 14.10.2017
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