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00:15 27.11.2016
Von Friedrich-Wilhelm Schiller
Theodor Meyer gibt nach 50 Jahren den Orgeldienst in der Johannes-der-Täufer-Kirche auf. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
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Uetze

Für Meyers Verabschiedung kann es keinen passenderen Rahmen als die Adventsmusik am Sonntag, 27. November, ab 17 Uhr, gegeben. "Ich bin der Begründer der Advents- beziehungsweise Weihnachtsmusiken in der Johannes-der-Täufer-Kirche", sagt "Theo" Meyer nicht ohne Stolz.

Gleich nach seinem Dienstantritt als Musik- und Geschichtslehrer am Uetzer Gymnasium 1956 baute er einen Schulchor auf. Der Chor gab fast immer mindestens zwei Konzerte im Jahr. Weil das Gymnasium damals keine Aula hatte, fragte er nach, ob sein Chor nicht vor Weihnachten ein Gastspiel in der Kirche geben könne. "Das erste Weihnachtskonzert fand dort am 18. Dezember 1966 statt", sagt der frühere Musiklehrer. Das letzte Weihnachtskonzert des Gymnasiums unter seiner Leitung am 19. Dezember 1990. Nach seiner Pensionierung im Sommer 1991 führte die Kirchengemeinde die Tradition fort.

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An seinen erster Gottesdienst, den er als Organist mitgestaltete, kann Meyer sich noch genau erinnern: "Es war am ersten Advent 1966." Angesprochen hatte ihn Ursula Gelin, die Frau des damaligen Uetzer Pastors. Sie hatte zunächst die Nachfolge der langjährigen Organistin Helene Hick allein übernommen. Hick hatte wegen einer schweren Erkrankung den Orgeldienst aufgeben müssen. "Ich kann mich noch daran erinnern, dass Fräulein Heck keinen anderen auf die Orgelbank ließ", erzählt Meyer.

Den Orgeldienst teilte er sich eine Zeit lang mit Ursula Gelin. "Dann sind nach und nach andere dazugekommen", berichtet er. Viele Jahre koordinierte er die Einsätze der Orgelspieler der Kirchengemeinde. "Es hat nie zwischen den Organisten irgendwelche Probleme gegeben", betont der Uetzer. Alle seien gleichberechtigt gewesen.

Musik ist für Meyer seit seiner Kindheit wichtig. Seine ersten Klavierstunden bekam er als Zehnjähriger von seinem Vater . "Systematischen Klavierunterricht habe ich aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg bekommen", erzählt der 89-Jährige. Er nahm Stunden bei einer bekannten Konzertpianistin aus Hamburg, die ihn auf die Aufnahmeprüfung an der Musikhochschule in Heidelberg vorbereitete. Das war ihm so wichtig, dass er dafür die Hälfte der ersten 40 Mark opferte, die er 1948 nach der Währungsreform erhalten hatte.

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