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Umland Burgdorf Nachrichten Verein Benefizz wird zehn Jahre alt
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18:31 05.11.2015
Von Antje Bismark
Der Verein Benefizz besteht seit zehn Jahren. Quelle: Antje Bismark
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Burgdorf

Das erste Jahrzehnt ist geschafft, das Ergebnis überrascht die Vorsitzende immer noch: „Ich hätte damals nicht gedacht, dass wir das Projekt so lange und so erfolgreich durchhalten.“ Damals - das bedeutet im Rückblick der Wandel von einem Eine-Welt-Laden hin zu einem Geschäft für Seconhandware, das zudem als Treffpunkt und Veranstaltungsort dient.

Einige Eckpunkte standen von Anfang an fest: „Es ging uns gezielt um Hilfe für Projekte im Kirchenkreis“, sagt Goldmann. Wert hätten die Initiatoren zudem darauf gelegt, das Geschäft anspruchsvoll zu gestalten: „Mit einem Innenarchitekten haben wir die Ausstattung geplant und Möbel gekauft.“ Eine weitere Bedingung beim Start: „Uns war klar, dass wir keine Mitarbeiter bezahlen können, sondern auf die Hilfe von Ehrenamtlichen setzen müssen.“ Einem kleinen Stamm an Mitarbeitern folgten nach dem Schneeballsystem immer weitere Helfer, sodass es inzwischen unterschiedliche Teams gibt, die sich um Sortieren, Verkauf, Dekorieren und Organisieren kümmern. „Die Menschen haben unterschiedliche Gaben, die sie bei uns einbringen“, weiß Goldmann aus Erfahrung und fügt hinzu, für so manchen Älteren bedeute das Ehrenamt auch, der Woche eine Struktur zu geben.

Geblieben ist von Anfang an die Bereitschaft der Burgdorfer, ihre Kleidung, Bücher, Wohnungseinrichtung zu spenden oder eben zu kaufen. „Es ist ein beispielhafter Kreislauf, weil der Erlös ja wiederum in lokale Projekte fließt“, sagt Goldmann und nennt als Beispiel neue Fußballtore für die Kita Fröbelweg, einen Zuschuss für die Norwegen-Fahrt der Pfadfinder aus Steinwedel und das Reformationsprojekt aus Ehlershausen. Insgesamt 400 000 Euro hat Benefizz bislang als Unterstützung geben können. Sehr zur Freude der Kirchengemeinden Nikolaus, St. Pankratius und der Landeskirchlichen Gemeinschaft, die als Geburtshelfer noch heute als Unterstützer zur Seite stehen, sowie der anderen Kirchengemeinden.

Gleichwohl ist das erste Jahrzehnt auch ein Grund, in die Zukunft zu blicken. „Wir müssen sehen, wie wir jüngere Mitarbeiter gewinnen“, sagt Goldmann. Sie kann sich zudem vorstellen, weitere Veranstaltungen wie Lesungen oder Vorträge zu organisieren. Und vor allem wünscht sie sich, Flüchtlinge und Migranten mehr einzubinden. Zwei von ihnen kommen schon jetzt regelmäßig als Helfer. „Was man einbringt, bekommt man zurück“ - auch diese Erkenntnis gehört zu Elisabeth Goldmanns persönlicher Bilanz.

Sabine Gurol 05.11.2015
Sabine Gurol 05.11.2015
Sabine Gurol 05.11.2015