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Umland Burgdorf Nachrichten Verein Samurai feiert 50-Jähriges
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00:17 08.11.2017
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Burgdorf

  “Wir erreichen jetzt ein biblisches Alter“, sagt Olaf Scher und lacht. Biblisch ist das 50-jährige Bestehen seines Vereins Samurai Burdorf wohl nicht  – beachtlich ist die Entwicklung in den vergangenen fünf Jahrzehnten aber allemal. 350 Mitglieder zählt Samurai aktuell. „Und wir bieten etwas für alle Generationen“, sagt der Vorsitzende. 

Am 29. November 1967 gründete Uwe Schoppe den Verein Samurai. Startschwierigkeiten gehörten dazu, brauchte es doch erst einmal eine Halle und bestimmte Matten, sogenannte Tatamis, um mit dem Training beginnen zu können. In den ersten Jahren war es die Kampfsportart Judo, die die Mitglieder lockte: Zwei Jahre nach der Gründung gab es schon 140 Judoka in Burgdorf. 1984 folgte mit Karate die zweite Sparte, 1993 mit Jiu-Jitsu die dritte. „Ein paar unserer älteren Judoka trauern den alten Zeiten noch hinterher“, sagt Scher. Aber wer als Verein auch zukünftig bestehen wolle, müsse sich breit aufstellen. Und so gehören inzwischen auch  Tai-Chi, Qi-Gong, Capoeira und Pilates zum Portfolio. „Capoeira ist vor allem bei vielen öffentlichen Auftritten gefragt“, sagt Scher. Die Mischung aus Kampfsport, Akrobatik, Rhythmik, Improvisation und Kreativität konnten die Burgdorfer schon bei diversen Stadtfesten bestaunen.

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Seit der Gründung 1967 hat sich der Verein Samurai sehr breit aufgestellt. Mit Judo ging alles los, inzwischen gibt es acht verschiedene Kampfsportarten im Angebot.

Den wohl herbsten Rückschlag der Vereinsgeschichte mussten die Kampfsportler im August 1993 verkraften, als die Sporthalle des Burgdorfer Gymnasiums abbrannte. Diese war als „Dojo“ fürs Training genutzt worden. „Unsere vielen Pokale und Medaillen, alle Trainingsmatten und -materialien gingen in Flammen auf“, erinnert sich Scher. Aber der Verein hielt stand, baute sich neu auf. Mit Erfolg. 

Um auch die nächsten 50 Jahre stetig neue Mitglieder zu gewinnen, setzt Scher auf Flexibilität. „Man muss immer schauen, was der Markt gerade will und darf sich nicht stur an Traditionen festhalten.“ Gerade der Nachwuchs sei in Zeiten von Ganztagsschulen und wenig Freizeit nur mit viel Öffentlichkeitsarbeit und vielseitigen Angeboten zu gewinnen. Zudem gebe es neben dem Wunsch, Kampftechniken zu erlernen, bei Älteren auch einen großen Wunsch nach Gesundheitsangeboten. Immer wieder lasse der Verein daher mit Schnupperkursen Testballons für neue Kampfkünste starten – ist der Zuspruch gut, wird über regelmäßige Gruppen diskutiert. Seit wenigen Wochen gibt es daher auch die israelische Selbstverteidigungskunst Krav Maga im Verein zu lernen. 

Das erklärte Ziel zum 50. Geburtstag: weiter wachsen.  Aber vorerst wird gefeiert. „Wir haben schon im Sommer mit den Kindern und einer Hüpfburg gefeiert“, sagt Scher. Für die Jugendlichen gab es einen Ausflug in den Hochseilgarten. Am 11. November sind jetzt die Erwachsenen an der Reihe – beim Samurai-Ball. Da wird sich zeigen, ob die Sportler nur kämpfen oder auch tanzen können. Die Capoeira-Sparte dürfte einen klaren Vorteil haben.

Nachfrage bei Selbstverteidigungskursen steigt

Ein Trend, der sich in den vergangenen zwei Jahren entwickelt hat, bekommt auch der Verein Samurai Burgdorf hautnah zu spüren. „Die Menschen wollen sich verteidigen können“, betont der Vorsitzende Olaf Scher. Immer weniger wollten jahrelang trainieren, um irgendwann einen schwarzen Gürtel zu bekommen. „Ziel ist es heute meist, schnell Techniken zu lernen, um im Ernstfall agieren zu können.“ Das sehe man am  Zuspruch für das neue Selbstverteidigungsangebot Krav Maga, aber auch an den vielen Selbstverteidigungskursen für Frauen, die der Verein regelmäßig anbiete. „Allein im vergangenen Jahr haben wir mehr als 100 Frauen ausgebildet“, so Scher. Das Sicherheitsbedürfnis steige. Wer sich über den Verein und seine Angebote informieren möchte, kann das online auf www.samurai-burgdorf.de tun.

Von Carina Bahl

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