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Nachrichten Zecken lauern im Unterholz
Umland Burgdorf Nachrichten Zecken lauern im Unterholz
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18:50 21.03.2014
Von Anette Wulf-Dettmer
An den Waldwegen, die ins Burgdorfer Holz führen, warnen Schilder vor den Zecken.
An den Waldwegen, die ins Burgdorfer Holz führen, warnen Schilder vor den Zecken. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Burgdorf

Damit „die Freude an Erholung, Sport und Freizeit im Wald für alle ungetrübt bleibt, sollten sich Spaziergänger, Läufer, Reiter, Wanderer, Radfahrer und Hundehalter rücksichtsvoll verhalten“, mahnt Norbert Müller, Mitarbeiter der Landesforsten. Damit diese Freude auch anhält, ist es darüber hinaus ratsam, auf den Waldwegen zu bleiben. Denn schon an den Wegrändern und erst recht im Unterholz lauern die Zecken.

Der Gemeine Holzbock ist die Art, die in unseren Breiten am häufigsten vorkommt. Die nur wenige Millimeter große Milbenart an sich kann Mensch und Tier nichts anhaben. Aber sie überträgt schwer zu behandelnde Krankheiten: die Lymne-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME). „Die Zecken fallen nicht von den Bäumen“, sagt Thomas Behling, Revierförster im Beerbusch und Burgdorfer Holz. Sie bewegen sich vielmehr in einer Höhe von 1,50 Meter an Gräsern und Sträuchern. „Wenn man da nicht durchläuft, ist man schon halbwegs vor Zecken geschützt“, sagt Behling. Er selbst geht nie ohne lange Hose und Stiefel in den Wald. „Trotzdem fange ich mir im Jahr 50 Zecken ein.“

Behling empfiehlt ebenso wie Jägerin Annette Warnke aus Schwüblingsen, sich nach jedem Spaziergang im Wald gründlich nach Zecken abzusuchen. Denn die Blutsauger könne man sich auch auf den Waldwegen einfangen, sagt Warnke: „Die Zecken hat der liebe Gott im Zorn erfunden.“ Seinen Hund schützt Behling vor den lästigen Parasiten, indem er ihm eine sogenannte Spot-On-Lösung in den Nacken gibt. Die wirke vier bis sechs Wochen. Auch die Wildtiere leiden unter der zunehmenden Zeckenplage in unseren Wäldern. „Erlegte Rehe sind von unten bis oben mit den Parasiten übersät. Sie sollten nur noch mit Handschuhen angefasst werden“, sagt Behling. Die landläufige Meinung, strenge Winter würden eine Insektenplage verhindern, teilt der Förster nicht. „Zecken wie Borkenkäfer sind unempfindlich gegen lange Kälteperioden.“

Joachim Dege 21.03.2014
Anette Wulf-Dettmer 20.03.2014