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Umland Burgdorf Nachrichten Zeugin schwänzt Prozess mit Ansage
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00:33 17.05.2018
Das Amtsgericht verhandelt bisweilen kuriose Fälle. Quelle: Dege (Archiv)
Burgdorf

 Wenn Beziehungen im Streit auseinandergehen und noch dazu Kinder im Spiel sind, lassen Erwachsene bisweilen jeden Anstand fahren. Mit einem solchen, zumal kuriosen Strafrechtsfall hatte sich zum Wochenanfang das Amtsgericht zu befassen – und stellte das Verfahren schließlich ein. Der Rede wert ist der Prozess gleichwohl.

Angeklagt war ein junger Mann, der im September vergangenen Jahres seine ehemalige Lebensgefährtin im Streit wegen des Umgangs mit den Kindern – eineinhalb und neun Jahre alt – geschlagen und gewürgt haben sollte. Vorausgegangen war ein Umgangsrechtsverfahren, das regelte, wie es zwischen den Eltern laufen sollte, wenn sie sich um ihre Kinder kümmern. Als der Vater in die Wohnung der Mutter kam und das gemeinsame eineinhalbjährige Kleinkind auf dem Arm nahm, eskalierte die Situation. Die Frau, so sagte der Angeklagte aus, habe ihm erst Vorwürfe gemacht wegen früherer Vorfälle in der gescheiterten Beziehung. Dann habe sie versucht, ihm das Kind zu entreißen. Da habe er sie deshalb von sich weg geschubst. Geschlagen und gewürgt habe er sie aber unter keinen Umständen.

Was tatsächlich passiert war, das ließ sich im Gerichtssaal nicht mehr genau feststellen. Zweifelsfrei fest steht nur, dass die Frau an jenem Tat die Polizei alarmierte, dann allerdings keine Anzeige erstattete. Zumal die Polizisten keine Verletzungen erkennen konnten und der Mann die Wohnung freiwillig verließ. Ihren Ex zeigte die Frau dann erst zehn Tage nach dem Vorfall an. Warum? Auch das blieb im Prozess offen.

Eine Erklärung hätte die mit ihren Kindern inzwischen nach Quedlinburg in Sachsen-Anhalt verzogene Mutter liefern können. Richterin Stephanie Rohe hatte sie als Zeugin geladen. Doch sie zog es vor, der Hauptverhandlung fern zu bleiben. Und zwar unentschuldigt. Mehr noch: Sie schickte einen Brief, indem sie resolut mitteilte, die Sache habe sich für sie erledigt, zumal die Anzeige zurückgezogen sei. Mit dem Ex habe sie ein für allemal abgeschlossen. Dem wolle sie nicht mehr begegnen. Stattdessen wolle sie ihre Kraft in ihre Kinder investieren. Wenn die Richterin den Fall gleichwohl verhandeln wolle, dann jedenfalls ohne sie.

Einen Hinweis auf die angeblich zurückgezogene Anzeige konnte die Richterin in den Gerichtsakten freilich nicht finden. Dass obendrein eine geladene Zeugin die Beweisaufnahme auch noch mit Ansage boykottiert, konnte und wollte das Gericht der Mutter nicht durchgehen lassen. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft verhängte das Gericht ein Ordnungsgeld in Höhe von 150 Euro. Sollte die Frau nicht bezahlen, muss sie ersatzweise drei Tage in Haft.

Das Strafverfahren wegen angeblicher Körperverletzung gegen den jungen Mann stellte das Gericht wegen geringer Schuld ein, zumal die Anzeigeerstatterin so eindrucksvoll ihr Desinteresse an der Strafverfolgung bekundet hatte. Verteidigerin Sabine Schäfer, die ihren Mandanten auch im Umgangsrechtsverfahren vertritt, will nun auch noch erreichen, dass der Vater wieder seine Kinder sehen darf.

Von Joachim Dege

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