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Burgdorf Neubaugebiet: Stadt macht keine Vorgaben zum Klimaschutz – und erntet Kritik
Umland Burgdorf

Neubaugebiet Burgdorf-Ehlershausen: Stadt macht keine Vorgaben zum Klimaschutz – und erntet Kritik

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16:31 27.09.2019
Für die Einspeisung von Strom aus Solarmodulen ins Stromnetz erhalten Haushalte eine Vergütung. Die Stadt will Bauherren im Neubaugebiet am Ehlershäuser Weg darüber informieren, ihnen aber nichts vorschreiben. Quelle: Nestor Bachmann
Ehlershausen

Die Bauverwaltung der Stadt hat in Ehlershausen keinen leichten Stand. Sie steht nicht nur wegen ihres Umgangs mit dem Asbestfund in der Waldschule in der Kritik. Darüber hinaus muss sie sich jetzt wegen des geplanten Neubaugebiets am Ehlershäuser Weg zwischen Ehlershausen und Ramlingen den Vorwurf gefallen lassen, zu wenig für den Klimaschutz zu tun.

Die Bauverwaltung der Stadt will für das geplante Neubaugebiet in Ehlershausen keine Öko-Vorschriften machen. Das hemme nur die Vermarktung, heißt es aus dem Rathaus. Quelle: HAZ-Grafik

Stadtplanerin Susanne Nagel und ihre Chefin Insa Borchers stellten in der jüngsten Ortsratssitzung den aktuellen Stand zum Vorentwurf des Bebauungsplans für das Neubaugebiet vor, damit das Gremium einen Beschluss zur frühzeitigen öffentlichen Beteiligung fassen konnte. Weil die Stadtplanungsabteilung aber das Thema Klimaschutz nicht sonderlich hoch hängt und für das Baugebiet auch keine entsprechenden Auflagen vorgesehen hat, hagelte es Kritik.

Klimaschutz? – „Das überlassen wird den Bauherren“

Die Kritik kam sowohl aus dem Publikum, das recht zahlreich zur öffentlichen Sitzung gekommen war, als auch von Politikern, nachdem sich der Ehlershäuser Reinhard Broy erkundigt hatte, welche ökologisch sinnvollen Festsetzungen die Stadt denn für das 4,7 Hektar große Neubaugebiet vorsehe und ob beispielsweise Fotovoltaik oder Solarthermie vorgeschrieben seien. Angesichts des Klimawandels stünde das der Stadt gut zu Gesicht, fand Broy. Nichts dergleichen wolle die Stadt vorgeben, sagten die Stadtplanerinnen. „Das überlassen wir lieber den einzelnen Bauherren“, sagte Borchers, die sogar von einem Vermarktungshemmnis sprach, wenn die Stadt strenge Öko-Auflagen erlasse.

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Als sie auf Nachfrage von Ratsherr Oliver Sieke (CDU) auch noch eingestehen musste, dass nicht einmal der von der Stadt beschäftigte Klimaschutzmanager in die Planungen für das Neubaugebiet eingebunden ist, kippte die Stimmung vollends. Den Hinweis Nagels etwa, es stehe ja jedem frei, sich selbst an den Klimaschutzmanager im Rathaus zu wenden und sich von diesem Informationen über technische Lösungen und finanzielle Fördermöglichkeiten zu holen, entfuhr es Broy: „Ihre Ausführungen sind von gestern.“ Bauherren seien schließlich Laien. Deshalb müsse die Stadt zumindest dafür Sorge tragen, dass die Fachkenntnis des Klimaschutzmanagers zu Rate ziehen müsse, wer in dem Baugebiet ein Haus errichten will.

CDU-Ratsherr schlägt Öko-Bonus bei Bauplatzvergabe vor

Ratsherr Robert Apel (CDU) fand, die Stadt müsse beim Klimaschutz „schon mehr Druck aufbauen“, machte dann aber einen versöhnlichen Vorschlag: Wenn sich die Bauverwaltung schon nicht zu Öko-Vorschriften durchringen könne, dann könne sie wenigstens bei der Vergabe der Bauplätze – die Stadt führt eine lange Warteliste Bauwilliger – mit einem Öko-Bonus entsprechende Anreize setzen. Das ging Matthias Paul (SPD) offenbar zu weit. Er empfahl, die Klimadiskussion bleiben zu lassen und sich stattdessen auf den Bebauungsplan zu konzentrieren. Die Stadtverwaltung ließ am Ende offen, ob sie die Anregungen aus der Ortsratssitzung aufgreifen wird.

In dem Neubaugebiet sollen Einfamilien- und Doppelhäuser, Mehrfamilienhäuser und sogenannte Stadtvillen entstehen. Mit einem Baubeginn ist laut Bauverwaltung frühestens 2021 zu rechnen.

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Von Joachim Dege

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