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Burgdorf Neuer Wohnpark: Otzes Bürger wünschen sich Bebauungsplan für Raupers Hof
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Neuer Wohnpark: Otzes Bürger wünschen sich Bebauungsplan für Raupers Hof

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17:51 27.09.2019
Auf dieser Brachfläche am Kapellenweg, die zur ehemaligen Hofstelle Raupers gehört, wollen zwei Investoren ein kleines Baugebiet entwickeln. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Otze

Die Entwicklung auf der ehemaligen Hofstelle Raupers mitten in Otze ist Dorfgespräch. Vor allem, dass es so schnell keinen Bebauungsplan für den hinteren Teil des etwa einen Hektar großen Areals geben wird, stößt bei den Menschen auf Unverständnis und teils bissige Kommentare. Die Bürger nehmen kein Blatt vor den Mund: „Doof“, „schade“, „dreist“ und „verlogen“ sind Worte, mit denen sie die Hängepartie für den Ort aber auch für die Investoren beschreiben. Einige befürchten sogar, dass das ganze Projekt, dessen Konzept alle loben, scheitern könnte.

Andreas Meyer (CDU): „Wir bleiben am Ball“

Bislang konnte die CDU im Otzer Ortsrat nur erreichen, dass das Projekt auf der Prioritätenliste für die Entwicklung von Bauland im Stadtgebiet landet – und zwar auf einem vorderen Platz. Auf der Liste stehen auch die Wünsche der Schillerslager sowie ein Bebauungsplan für einen Acker am Friedhofsweg am Ortsrand Otzes. Der Haken: Einen Zeitplan für das Abarbeiten dieser Prioritätenliste gibt es nicht. „Da müssen wir noch nachbessern“, sagte Andreas Meyer (CDU) in der Open-air-Ortsratssitzung am Donnerstagabend auf dem Lindenbrink. Nach wie vor sei die Nachfrage nach Wohnraum in Otze hoch, „deshalb bleiben wir am Ball“, versprach er den Zuhörern.

Investoren planen Wohnpark für Familien

Jens Saatmann und Dominik Semrau aus Burgdorf haben mit ihrer S&S Projektentwicklung UG die rund 10.000 Quadratmeter große Hofstelle vor eineinhalb Jahren gekauft und sind seitdem mit der Stadt im Gespräch, um diese möglichst schnell bebauen zu können. Sie wollen dort einen Familienwohnpark inklusive Betreuungsangebote für Senioren und Kinder schaffen. Im Nordteil des Grundstücks an der Burgdorfer Straße wollen sie ortsbildprägende Gebäude, darunter das ehemalige Herrenhaus, erhalten und sanieren. Zudem sollen dort drei Mehrparteienhäuser mit unterschiedlich großen Wohnungen entstehen. Im Südteil planen sie eine kleine Siedlung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern und viel Grün. In diesem Bereich wollen die Investoren auch eine Kita ansiedeln.

In der gemeinsamen Sitzung des Otzer Ortsrats und des Bauausschusses des Rats wurde deutlich, dass die Vertreter der SPD den Bebauungsplan am Ortsrand favorisieren gegenüber der innerörtlichen Entwicklung auf Raupers Hof. Dabei könne man durchaus beides gleichzeitig entwickeln, sagte der langjährige ehemalige Otzer Ortsbürgermeister Carl Hunze (CDU) am Rande der Sitzung.

Es könnte längst einen Bebauungsplan geben

„Ich habe schon während meiner Amtszeit, die immerhin schon vor drei Jahre endete, der Stadt vorgeschlagen, eine Veränderungssperre zu verhängen“, berichtete er. Denn damals habe sich bereits eine bauliche Entwicklungsmöglichkeit für die Hofstelle abgezeichnet. Laut Hunze hat solch eine Veränderungssperre zwei Jahre Gültigkeit und kann um zwei Jahre verlängert werden. „Danach muss die Stadt einen Bebauungsplan aufstellen.“ Wäre die Stadt Hunzes Vorschlag gefolgt, läge schon jetzt ein solcher Plan für Raupers Hof vor – und die Investoren könnten ihr Projekt umsetzen. Jetzt führt die Stadtverwaltung vor allem ihre hohe Arbeitsbelastung als Begründung an, warum sie den Bebauungsplan nicht zügig aufstellen kann.

Carl Hunze: „Wir brauchen beide Baugebiete“

Hunze sagte: „Es gibt Möglichkeiten, beide Pläne gleichzeitig zu entwickeln. Denn wir brauchen beide Gebiete, vor allem um die Grundstückspreise mithilfe des kommunalen Baulands am Ortsrand stabil zu halten.“ Zurzeit würden für den Quadratmeter in Otze zwischen 200 und 300 Euro verlangt. Und die Bebauungspläne müssten jetzt aufgestellt werden, damit in zehn Jahren die Schule nicht leerstehe. Für Raupers Hof könnte ein externer Planer beauftragt werden. „Ziel der Planung muss sein, dass die Hofstruktur wiederzuerkennen ist“, sagte Hunze, der 42 Jahre lang als Ortsbürgermeister die Entwicklung Otzes mitgeprägt hat.

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Von Anette Wulf-Dettmer

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