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Burgdorf So funktioniert die neue Notfallkarte
Umland Burgdorf

Rettungskräfte lesen ab sofort die digitale Notfallkarte aus

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19:06 12.06.2019
Nele Tatter (von links), Miriam Leskau und André Hagemann von der DRK-Rettungswache arbeiten ab sofort mit dem Laptop für die digitale Notfallkarte. Quelle: Antje Bismark
Burgdorf

 Über einen Laptop zum Auslesen der digitalen Notfallkarte verfügen seit dieser Woche die Rettungsfahrzeuge, die in Burgdorf und in Uetze stationiert sind, sowie die Notarztwagen aus Lehrte und Burgwedel. Damit erfahren Rettungssanitäter und Notfallmediziner ab sofort via Datenstick noch am Einsatzort, an welchen Vorerkrankungen oder Allergien ein Patient leidet, der auf der Straße oder in der Wohnung zusammenbricht und beispielsweise wegen einer Bewusstlosigkeit keine Informationen mehr geben kann. Auch das Krankenhaus in Lehrte und das in Burgwedel verfügen inzwischen über Rechner für die Datenträger.

Notarzt Dariusz Nowak und DRK-Rettungsdienstbezirksleiter Jörg Hagemeister demonstrieren die Arbeit mit Laptop und Notfallkarte in einem Rettungswagen. Quelle: privat

Mehr als 300 digitale Notfallkarten haben die Aktiven aus Burgdorf nach Aussage von Wolf Büttner vom Seniorenrat bereits ausgegeben – diese Zahl soll sich in den nächsten Wochen und Monaten noch erhöhen. Deshalb lädt die Arbeitsgruppe alle Interessierten aus Burgdorf und aus den anderen Kommunen der östlichen Region Hannover für Dienstag, 18. Juni, 18 Uhr, zu einem Info-Abend ins StadtHaus ein. „Dabei stellen wir das Projekt noch einmal vor und erklären, wie Patienten oder Angehörige die vorgefertigten Formblätter ausfüllen sollen“, sagt Notarzt Dariusz Nowak, der die Karte mitinitiiert und betreut hat. Die Inhaber entscheiden selbst, welche Daten sie preisgeben möchten. Wichtig für die Retter seien aber Informationen, welche Medikamente jemand einnimmt, ob er einen Herzschrittmacher besitzt oder Diabetes hat, gegen welche Wirkstoffe er allergisch ist und ob eine Patientenverfügung vorliegt.

Rettungsdienst: Inhaber müssen aktuelle Daten eingeben

Ab sofort verfügt jedes Rettungs- und Notarztfahrzeug über ein Laptop, um die digitale Notfallkarte auslesen zu können. Quelle: Antje Bismark

„Die Notfallkarte spart tatsächlich nur dann Zeit und kann Leben retten, wenn sie aktuelle Daten enthält“, sagt DRK-Rettungsdienstbezirksleiter Jörg Hagemeister. Diese Aufgabe müsse jeder Inhaber selbst übernehmen – oder sich Hilfe bei Angehörigen, beim Seniorenrat oder beim Verein Bürger für Bürger holen. Dort erhalten Interessierte die Karte jederzeit gegen eine Schutzgebühr von 10 Euro, sie wird aber auch beim Infoabend ausgegeben. An diesem Tag beteiligen sich die Stadtwerke Burgdorf an dem Projekt, sie übernehmen nach Aussage von Marketingleiterin Carmen Bleicher je Karte 2 Euro. Im Anschluss erhalten Kunden der Stadtwerke den Rabatt. „Damit wollen wir dafür sorgen, dass sich jeder die Karte leisten kann“, sagt Bleicher.

Diese Dokumente erleichtern Rettern die Arbeit

Für eine optimale medizinische Behandlung in einem Krankheits- oder Notfall empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Digitale Notfallkarte – der Seniorenrat, Bürger für Bürger und DRK – drei Säulen, damit Notfallmediziner schnell die wichtigsten Informationen erhalten können.

Notfallordner gehört in jeden Haushalt

In einem klar gekennzeichneten Ordner, möglichst in roter Farbe, sollen Patienten für ihren Haushalt alle Unterlagen zusammenstellen. Dazu gehören ein Medikamentenplan, ein Anamnesebogen, eine Übersicht über Impfungen und Auszüge aus der Patientenverfügung. Ergänzend dazu schlägt die AG vor, auch Arztbriefe, Befunde und Krankenhausberichte, aber auch Ausweise, zum Beispiel für Diabetes oder Herzschrittmacher, Informationen der Berufsgenossenschaft, bei Bedarf die Daten des ambulanten Pflegedienstes sowie, wenn vorhanden, den Versicherungsnachweis der Krankenhaustagegeldversicherung abzuheften.

Digitale Notfallkarte hilft unterwegs

Ab Mittwoch, 27. März, erhalten Interessierte für 10 Euro die digitale Notfallkarte, die sie – wie eine EC- oder Kreditkarte – im Portemonnaie bei sich tragen können. Bei einer akuten Erkrankung unterwegs kann der Notarzt oder Diensthabende eine Notfallpraxis die Daten von einem USB-Stick auslesen. Für eine gute Übersichtlichkeit sollen die Nutzer ihre Unterlagen aus dem Notfallordner digitalisieren und nach der gleichen Systematik abspeichern.

Eine Notfalldose für den Kühlschrank

Bundesweit werben Seniorenvertretungen für die Notfalldose, die jeder in seinem Kühlschrank aufbewahren sollte. Sie hilft Rettern für einen schnellen Überblick, wenn sie zu einem akuten Notfall in eine Wohnung gerufen werden. Dort weist ein Aufkleber an der Innenseite der Wohnungstür darauf hin, dass die Dose sich im Kühlschrank befindet. Auf einem Infoblatt vermerken die Patienten wichtige Daten wie Medikation, Diagnosen, Allergien, bevollmächtigte Personen und Patientenverfügung. Ergänzend können sie einen Stick mit den Daten aus dem Notfallordner in die Dose legen. bis

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Lesen Sie auch: Die digitale Notfallkarte soll schnell Leben retten.

Von Antje Bismark

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