Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Schillerslage Schillerslager lassen die Pfeile fliegen
Umland Burgdorf Schillerslage Schillerslager lassen die Pfeile fliegen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:58 12.11.2017
Beim Tag der offenen Tür des SSV Schillerslage üben sich Interessierte wie Benjamin (rechts) im Bogenschießen. Quelle: Sandra Köhler
Anzeige
Schillerslage

 Ein wenig hatten sie schon gebangt, die Verantwortlichen des Sport-und Schützenvereins Schillerslage: Ob denn wohl auch einige Besucher kämen zum Tag der offenen Tür? Ihre Sorge war unbegründet: Es kamen vor allem auch viele Jugendliche, die sich am Sonnabend das Schießen mit dem Bogen erklären ließen. Auch der neugegründete gemischte Chor Klangschmiede, der eine Schnupperprobe anbot, stieß auf Interesse.

„Uns gibt es seit etwa zwei Jahren“, führte Hans-Günter Seewald von der Bogensparte aus. Im Gegensatz zu manch anderen Vereinen legt die Sparte des SSV den Fokus auf den Breitensport. „Bei uns trainieren Männer, Frauen und Jugendliche gemeinsam und das ist auch ganz schön.“  Aktuell sind es 12 Mitglieder, die montags von 19.30 bis 22 Uhr ihrem Hobby in der Mehrzweckhalle nachgehen. „Wenn die Verhandlungen mit der Stadt abgeschlossen sind, können wir hoffentlich direkt davor ein Training für Kinder und Jugendliche anbieten. Denn die bekommen wir so spät nicht mehr in die Halle.“ 

Anzeige
Wie muss der Bogen gehalten werden? Einweisung von für einen jungen Besucher. Quelle: Sandra Köhler

Um nicht nur alte Hasen zu erreichen wie Jens Falkenau , der bereits seit 30 Jahren Bogenschütze ist und früher in der Mannschaft der SG Ahlten aktiv war, biete der SSV auch eine Bogen-AG in der Astrid-Lindgren-Schule an, sagt Seewald. Neben den Schießen auf Scheiben, wie es der Olympischen Disziplin entspricht, könnten die Kinder dort Schießspiele, etwa auf Luftballons oder überdimensionale Dartscheiben ausprobieren. Der neunjährige Benjamin hat dort Lust bekommen, den Tag der offenen Tür zu besuchen und einmal mit Visier zu schießen. „Da kann man bestimmt besser treffen“, versprach er sich von dem Schnuppertraining am Sonnabend. Und in bester Robin-Hood-Manier ließ er dem Truthahn auf der Scheibe denn auch keine Chance. 

„Für mich ist das Bogenschießen ein Ausgleich. Dabei kann ich alles ausblenden, was mich belastet, weil es die volle Konzentration erfordert“, sagte Falkenau. Etwas 210 Stundenkilometer erreicht ein Pfeil, den er mit seinem Carbonbogen abschießt. 

Chorleiterin Regina Streltsov (links) beginnt die Chorprobe der Klangschmiede Schillerslage  mit Lockerungsübungen  Quelle: Sandra Köhler

Nicht nur in der Halle, auch im benachbarten Sport- und Schützenheim ging es um Treffsicherheit. Dort waren es allerdings die Töne der Lieder „Tochter Zion“, „Der Herbst kommt“ und „Stille Nacht“, die  Regina Streltsov bei der offenen Probe des gemischten Chores Klangschmiede Schillerslage anstimmte. Doch bevor es ans Singen ging, war Aufwärmen wie bei den Sportlern ein Muss. Mit Übungen zur Körperspannung stimmte die Musikstudentin ihre 16 Chormitglieder und die Besucher auf das gemeinsame Singen ein. 

 Was in den Proben montags von 20.15 bis 21.45 Uhr erarbeitet wird, bringen die Sängerinnen und Sänger auch gern zu Gehör. Letztens waren sie beim Gottesdienst zum Dreschefest zu hören, demnächst treten sie beim Weihnachtsmarkt im Ort auf. „Wenn man so ein Ziel hat, dann gibt man sich noch mehr Mühe“, sagt Inge Reuter vom Spartenvorstands. Es mache einfach Spaß, gemeinsam zu singen. Volkslieder, Kirchenlieder, ein wenig Jazziges und nun auch Mamma Mia von Abba: Das Repertoire der Klangschmiede  ist breit gefächert. Wer mittun will, muss übrigens weder Noten lesen noch vom Blatt singen können: „Ich singe vor und die Chormitglieder singen es dann nach“, beruhigt Streltsov alle , die diesbezüglich Vorbehalte haben. In erster Linie gehe es nämlich – trotz allen Ehrgeizes - um  den Spaß an der Sache. 

Von Sandra Köhler