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Burgdorf Amtsrichterin verurteilt 32-Jährigen nach Massenschlägerei
Umland Burgdorf

Uetze Burgdorf: Amtsrichterin verurteilt 32-Jährigen nach Massenschlägerei

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19:03 10.07.2019
Eine Geldstrafe von 4500 Euro, Schmerzensgeld sowie die Kosten für ärztliche Behandlungen und das Gerichtsverfahren muss ein 32-Jähriger aus Uetze nach einem Faustschlag zahlen. Quelle: Symbolbild
Uetze/Burgdorf

Mit einem zweigeteilten Urteil hat am Dienstag der Prozess um eine Massenschlägerei nach einem Fußballturnier beim SV Uetze 08 geendet: Amtsrichterin Stephanie Lumm sah es als erwiesen an, dass ein heute 32 Jahre alter Mann am 7. Januar 2018 mit mindestens zwei Faustschlägen ins Gesicht einen 30-Jährigen aus Müden schwer verletzt hatte. Im Zweifel für den Angeklagten – das galt für einen 23-Jährigen, der sich wegen gefährlicher Körperverletzung eines 22-Jährigen verantworten musste.

Amtsgericht hört fast 40 Zeugen zu Schlägerei

Drei Verhandlungstage mit fast 40 Zeugen absolvierte das Amtsgericht in dem Bemühen, die Schlägerei aufzuklären, die für die beiden Nebenkläger massive gesundheitliche Beeinträchtigungen bedeutete. Der 30 Jahre alte Müdener büßte Schneidezähne ein und muss sich noch immer einer Behandlung unterziehen. Mehrere Frakturen am Kopf erlitt der 22-Jährige, der ebenfalls noch unter den Folgen leidet. Für beide Männer stellte Verteidiger Harald Lemke-Küch einen Adhäsionsantrag – das sind zivilrechtliche Ansprüche, die noch unmittelbar im Strafprozess geltend gemacht werden – auf Erstattung der Kosten und möglicher Folgekosten.

Trotz Zeugenaussagen ließ sich nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft und der Amtsrichterin nicht zweifelsfrei aufklären, ob der 23-Jährige tatsächlich das ein Jahr jüngere Opfer krankenhausreif geprügelt hatte. Unstrittig, darin stimmten Prozessbeteiligten überein, sei der grundsätzliche Verlauf des mit Gewalt geendeten Abends. Demnach hatten Zuschauer bereits während des Fußballturniers reichlich Alkohol konsumiert – nach dem Abschlusspfiff tranken auch Spieler mit. „Die anfangs gute Stimmung kippte nach erheblichen Provokationen, an denen auch die beiden Opfer beteiligt waren“, sagte die Staatsanwältin.

Staatsanwaltschaft plädiert auf Freispruch des 23-Jährigen

Ob der angeklagte 23 Jahre alte Uetzer tatsächlich den Kontrahenten verletzt habe, das hätten die Zeugenbefragungen nicht klären können, sagte die Staatsanwaltschaft. „Sie waren abgelenkt von der anderen Schlägerei“, sagte sie und fügte hinzu, dass Dunkelheit und Alkoholkonsum die Wahrnehmung zudem beeinträchtigt hätten. Ihrem Antrag auf Freispruch folgte Amtsrichterin Lumm.

Keine Zweifel an Schuld des 32-Jährigen

Den 32-Jährigen aus Uetze hingegen verurteilte sie wegen vorsätzlicher Körperverletzung, unter anderem wegen einer damals festgestellten frischen Wunde an der Hand, die von dem Faustschlag stammen kann. „Ich habe keinen Zweifel an der unmittelbaren Tatbeteiligung“, sagte die Staatsanwältin in ihrem Plädoyer. Diese sah der Verteidiger als nicht gegeben an. „Wie will man bei der Beobachtung der Zeugen mit Sicherheit sagen, dass mein Mandant geschlagen und den anderen verletzt hat“, sagte er mit Blick auf die durch Alkohol, Müdigkeit und Gereiztheit getrübte Wahrnehmung. Mit Blick auf die Beweisaufnahme und die Zeugenaussagen ging Amtsrichterin Lumm jedoch ebenfalls davon aus, dass der Uetzer die Verletzungen verursacht hatte. Sie verhängte eine Geldstrafe von 4500 Euro, zudem muss der 32-Jährige für die Behandlungs-, Folge- und Gerichtskosten des 30-Jährigen aufkommen und 3500 Euro Schmerzensgeld zahlen.

Gegen das Urteil können die Beteiligten noch in die Revision gehen.

Lesen Sie hier mehr zu diesem Thema:

Januar 2018: Nach der Massenschlägerei sucht die Polizei nach Zeugen.

Juni 2019: So startet der Prozess wegen der Schlägerei nach dem Fußballturnier in Uetze.

Juli 2019: Im Prozess um die Massenschlägerei zeigen die Zeugen deutliche Erinnerungslücken.

Von Antje Bismark

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