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Burgdorf Gemeinde will die Feldberegnung langfristig sichern
Umland Burgdorf

Uetze-Burgdorf: Gemeinde Uetze will die Feldberegnung langfristig sichern

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19:12 15.07.2019
Auf den landwirtschaftlichen Flächen rund um Uetze und Burgdorf würden die Pflanzen ohne Beregnung in regenarmen Sommern vertrocknen. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
Uetze

Regen und Schnee werden offenbar zunehmend zu einem knappen Gut im Nordosten Hannovers. Das zweite Jahr in Folge liegen die Niederschlagsmengen zum Teil weit unter dem Jahresdurchschnitt. Der Sommer 2018 war von extremer Trockenheit geprägt, und auch die Niederschläge im Herbst, Winter und selbst im Frühjahr 2019 reichten nicht aus, um das Defizit auszugleichen. „2018 hatten wir keine Grundwasserneubildung“, sagte der Schwüblingser Landwirt Carsten Fricke, der seit Jahrzehnten das Wettergeschehen exakt aufzeichnet und auf diese Weise langfristige Entwicklungen im Blick hat.

Vorschlag: Winterniederschläge in Stauseen auffangen

Seit den 1950er Jahren – teilweise sogar schon 20 Jahre früher – wird auf Uetzes Feldern Grundwasser verregnet, denn auf den leichten Böden ist die Beregnung unverzichtbar für eine sichere Ernte. Doch auch die Wasserwerke benötigen dies, um es zu Trinkwasser aufzubereiten. In und rund um das Burgdorfer Holz liegt das Trinkwassergewinnungsgebiet für das Wasserwerk am Schwüblingser Kreisel.

Ein Weg könnte sein, die Niederschläge im Winter aufzufangen oder anzustauen, sodass die Landwirte diese im Sommer für die Beregnung der Ackerpflanzen nutzen können. „Denn Oberflächengewässer füllen sich bei Regen sehr schnell“, sagte Bürgermeister Werner Backeberg (SPD). „In Mali machen sie genau das mit deutscher Hilfe“, berichtete die CDU-Bundestagsabgeordnete Maria Flachsbarth bei ihrem jüngsten Besuch im Uetzer Rathaus. In dem afrikanischen Land würden flache Stauseen angelegt, durch die es erst möglich werde, große Flächen landwirtschaftlich zu nutzen, erklärte die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Bürgermeister: Wir haben schon vorgearbeitet

Die Politikerin vertritt die Auffassung, dass es nicht mehr nur darum gehe, dem Klimawandel entgegenzuwirken. „Wir müssen auch Anpassungsmaßnahmen auf den Weg bringen“, sagt sie. Eine Weiche für diesen Weg hat Uetze bereits gestellt. „Wir haben schon vorgearbeitet und die Unterhaltungsverbände Aue, Erse sowie Untere und Obere Fuhse zusammengelegt“, sagte Backeberg. Das erleichtere es, die Wasserläufe bei Hochwasser und Dürreperioden effektiv zu regulieren.

Landwirt: Regenwasser dort halten, wo es vom Himmel fällt

Die Idee mit der Anlage von Staubecken sieht Fricke eher skeptisch: „Im Moment sieht es nicht so aus, dass wir so nasse Winter haben, sodass es sich lohnt Wasserspeicher zu bauen.“ Eine Möglichkeit, das Regenwasser dort zu halten, wo es vom Himmel fällt, könnte seiner Ansicht sein, die Entwässerungsgräben für die Äcker und Wiesen zu bestimmten Zeiten aufzustauen und dieses Wasser zum Beregnen zu nutzen. Das habe den zusätzlichen Effekt, „dass der Regen vor Ort in den Gräben versickern kann“, erklärt der Schwüblingser Landwirt, der Mitglied in der Trinkwasserschutz-Kooperation Burgdorfer Holz ist.

Denn sowohl durch großflächige Bodenversiegelung beispielsweise in Gewerbegebieten als auch durch die zentralen Abwasserkläranlagen werde das Wasser zu schnell abgeleitet. „Früher wurde das Abwasser in Schwüblingsen geklärt und dann zum Versickern ins Burgdorfer Holz geleitet.“ Stattdessen werde das Trinkwasser zwar weiterhin im Burgdorfer Holz entnommen, aber dann via zentraler Kläranlage in Dollbergen direkt in die Fuhse geleitet, sagt Fricke und skizziert damit einige Stellschrauben, um den Wasserbedarf trotz Klimawandels langfristig zu sichern.

Von Anette Wulf-Dettmer

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