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Uetze Burgdorf Lehrte Burgwedel: Kartoffeln von den Feldern rund um Uetze sind europaweit gefragt

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17:36 31.01.2020
Bei der Groka in Uetze-Dollbergen werden Speisekartoffeln aus einem Umkreis von 50 Kilometern angeliefert, sortiert, gereinigt, verpackt und in viele Länder Europas geliefert. Quelle: Anette Wulf-Dettmer
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Uetze

Niedersachsen ist das Kartoffelland Nummer eins in Deutschland. Ein Großteil der 4,9 Millionen Tonnen, die 2019 geerntet wurden, ist auf den Feldern im Umkreis von 40 Kilometern rund um Uetze geerntet worden. Für die landwirtschaftlichen Betriebe in Uetze, Burgwedel, Burgdorf, Lehrte, Edemissen und Peine ist der Kartoffelanbau ein wichtiges Standbein. In den beiden vergangenen Jahren konnten Landwirte damit gute Einnahmen erzielen.

Kleine Ernte – hohe Preise

Zwar fielen die Erntemengen 2018 und 2019 aufgrund der Trockenheit in vielen Ländern Europas eher bescheiden aus. Das hatte und hat aber zur Folge, dass die Preise, die die hiesigen Landwirte für ihre Kartoffeln bekommen, kräftig gestiegen sind und sich auf einem hohen Niveau stabilisiert haben. Das berichtete Wolfgang Wrede, Geschäftsführer der Raiffeisen-Warengenossenschaft (RWG) Osthannover, in der Generalversammlung am Freitag in Uetze. Demnach lag der Erzeugerpreis für die Ernte 2018 im Schnitt bei 29 Euro für festkochende Sorten und 2019 immerhin noch bei 24 Euro.

Volles Haus bei der Generalversammlung der Raiffeisen-Warengenossenschaft Osthannover am Freitag in Uetze. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Die RWG vermarktet einen Großteil dieser Kartoffeln. Ihr Vermarktungszentrum ist die Groka Groß-Kartoffelvertrieb in Dollbergen, eine 100-prozentige Tochter der RWG. Dort werden die Kartoffeln angeliefert, sortiert, gereinigt, eingelagert, verpackt und ausgeliefert. Abnehmer sind der Einzelhandel, der die Speisekartoffeln direkt verkauft, und die Lebensmittelindustrie, die die Erdäpfel zu Pommes, Chips und Fertiggerichten verarbeitet. Die Sattelzüge, die an den Rampen in Dollbergen beladen werden, liefern ihre Ware nicht nur in Deutschland, sondern europaweit aus.

Von Dollbergen nach Polen und Tschechien

2018, als es überall in Nord- und Westeuropa sehr trocken war, waren Dollberger Kartoffeln auch in den Niederlanden, Belgien und Dänemark gefragt. Im September 2019 wurden Kartoffeln vor allem aus Osteuropa geordert, weil es dort kaum geregnet hatte. „Im September sind wöchentlich 100 bis 150 Lastwagenladungen aus Niedersachsen in Richtung Tschechien und Polen gerollt“, berichtete Wrede. Im Geschäftsjahr 2018/2019 stieg der Umsatz der Groka um 51 Prozent auf 27,8 Millionen Euro (2017/2018: 18,4 Millionen).

Diese große Nachfrage hält die Preise für die Kartoffeln bislang stabil. Die Verarbeitungswerke in Deutschland, Belgien und den Niederlanden laufen laut Wrede wegen des sehr guten Absatzes in Richtung Asien derzeit auf Hochtouren. Der Verarbeitung beziehungsweise Veredelung von Kartoffeln misst Wrede große Bedeutung bei. „In diesem Markt wollen wir weiter wachsen“, kündigte er den mehr als 250 Gästen der Generalversammlung an. Deshalb habe die RWG einen Kooperationsvertrag mit der Firma Weuthen aus Waldniel abgeschlossen. Das genossenschaftlich organisierte Unternehmen ist laut Wrede der größte Kartoffelhändler in Deutschland, der 1,7 Millionen Tonnen Verarbeitungskartoffeln im Jahr vermarktet.

Die RWG ist laut Wrede überzeugt, dass der Kartoffelanbau auf den leichten Böden im Norden und Osten der Landeshauptstadt eine Zukunft hat. Vorausgesetzt, die Felder dürfen im selben Umfang wie bislang beregnet werden. Ein Signal für die Bedeutung der Kartoffeln für die hiesigen Betriebe und damit auch für die RWG ist die geplante Erweiterung der Groka in Dollbergen.

5,2 Millionen Euro werden in Dollbergen investiert

Es soll ein Verwaltungsgebäude mit Sozialräumen entstehen. Das wird an die Südseite der Kommissioniershalle mit den Verpackungsanlagen angebaut. Die Baugenehmigung – der Antrag wurde im Januar 2019 gestellt – liegt seit November vor. Zurzeit laufen laut Wrede die Ausschreibungen. „Sofern die von uns angeschriebenen Baufirmen ein Angebot abgeben, haben wir vor, im März die Aufträge zu vergeben und im April mit den Bauarbeiten zu beginnen.“

Der Flachbau (rechts), in dem sich seit mehr als 40 Jahren die Büros der Groka befinden, wird abgerissen. Der neue Bürotrakt wird auf der rechten Seite der Kommissioniershalle (links) angebaut. Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Die geplanten Kosten für diese Investition beziffert Wrede auf 2,2 Millionen Euro. Für rund 3 Millionen Euro ist zudem der Bau eines weiteren modernen Kistenlagers für Speisezwiebel auf dem Groka-Gelände geplant.

RWG erweitert ihren Aufsichtsrat

Die Raiffeisen-Warengenossenschaft Osthannover (RWG) hat ihren Aufsichtsrat um zwei Sitze erweitert. Damit soll laut Aufsichtsratsvorsitzendem Ullrich Kemmer der Entwicklung Rechnung getragen werden, dass die RWG ihr Geschäftsgebiet seit einigen Jahren deutlich nach Osten in Richtung Meinersen ausgeweitet hat, sowohl was den Umsatz als auch die Mitgliederzahl betrifft. Gewählt wurden in der Generalversammlung für die zwei neuen Mandate Dirk Asche-Baumgarten (50) aus Hillerse und Henning Meyer (56) aus Seershausen.

Neu im Aufsichtsrat ist auch Henrik Claus aus Eltze. Der 29-jährige Agraringenieur rückt für Heinrich Wrede aus Uetze nach, der aus Altersgründen nicht wiedergewählt werden durfte.

Bei den weiteren Wahlen wurden die bisherigen Amtsträger bestätigt. Edgar Kolze aus Kleinburgwedel sowie Ernst Köhler aus Immensen bleiben Vorstandsmitglieder. Für den Aufsichtsrat bestätigt wurden der Vorsitzende Kemmer aus Edemissen, Henning Kobbe (Schwüblingsen), Friedrich-Wilhelm Krull (Otze), Claus-Heinrich Pahls (Uetze), Peter Soltau (Eicklingen) und Hinrich Stulle (Dolgen).

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Von Anette Wulf-Dettmer

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