Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgdorf Gericht hört 40 Zeugen nach Schlägerei unter Fußballern
Umland Burgdorf

Uetze: Gericht hört 40 Zeugen nach Schlägerei unter Fußballern

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:15 22.06.2019
Mehr als 40 Zeugen sagen bis 3. Juli vor dem Amtsgericht aus – es geht um zwei Schlägereien nach einem Hallenfußballturnier in Uetze. Quelle: Symbolbild
Uetze

Was hat am 7. Januar 2018 nach einem Hallenfußballturnier in Uetze zu der Schlägerei beim Schulzentrum geführt, bei der ein Mann seine Schneidezähne einbüßte, ein weiterer einen Nasenbein- und einen Augenhöhlenbruch davontrug? Dieser Frage geht aktuell das Amtsgericht Burgdorf nach, das zwei mutmaßlichen Schlägern den Prozess macht.

Wegen einfacher Körperverletzung muss sich ein 32-Jähriger aus Uetze verantworten, der unweit der Sporthalle den 30-jährigen Fußballer Niklas S. aus Flettmar so mit Fäusten attackiert haben soll, dass er blutende Verletzungen im Gesicht erlitten hat. Noch schwerer wiegen die Vorwürfe gegen einen 23 Jahre alten Uetzer: Er soll einen Fußballer aus Bröckel gegen eine Wand des Gymnasiums geprügelt haben, sodass dieser potenziell lebensbedrohliche Verletzungen davontrug. Die Anklage lautet in diesem Fall auf vorsätzliche gefährliche Körperverletzung. Beide Sportler treten in der Verhandlung unter Vorsitz von Strafrichterin Stephanie Lumm als Nebenkläger auf. Sie offenbarten zum Prozessauftakt erhebliche Erinnerungslücken – letztlich hatten beide reichlich Alkohol konsumiert, wie sie freimütig einräumten. Diese Lücken zeigten sich auch bei vielen Zeugen, die am ersten Prozesstag aussagten. Richterin Lumm hat vorsorglich drei Verhandlungstage terminiert. Sie hat annähernd 40 Zeugen geladen.

Lesen Sie auch: Unbekannter schlägt Männer nach Fußballturnier krankenhausreif.

Schlägerei beginnt nach dem Hallenfußballturnier

Am 7. Januar vor einem Jahr trugen acht Fußballmannschaften in der Uetzer Sporthalle ein Hallenturnier aus. Die Stimmung sei prächtig gewesen, schilderten die Beteiligten. Im Turnier selbst habe es keine Anzeichen dafür gegeben, dass Spieler später aneinandergeraten könnten, gab einer der beiden Nebenkläger in Zeugenstand Auskunft. Erst als die Siegermannschaft aus Bröckel, weitere Spieler anderer Mannschaften und Zuschauer sich nach dem Turnier am Tresen im Vorraum der Halle trafen und dort reichlich Bier tranken, sei es zu Pöbeleien gekommen, sagte der 30-Jährige aus. Die gegenseitigen Beleidigungen zwischen einzelnen Akteuren hätten sich dann draußen vor der Halle fortgesetzt. Zudem soll einer der Feiernden einer jungen Frau ein Würstchenglas – gefüllt mit Zigarettenkippen – auf den Kopf geschlagen haben. Unklar bleibt in der Verhandlung bisher, wer diesen Schlag ausgeführt hat und ob er der Auslöser für die folgenreichen tätlichen Auseinandersetzungen war.

Als gesichert gilt, dass der heute 30-Jährige vor der Halle zusammengeschlagen wurde. „Ich sah, dass er immer wieder aufstand, einen neuen Faustschlag erhielt und wieder zusammensank“, sagte ein 29-jähriger Zeuge aus. Während er bei der Vernehmung bei der Polizei noch detaillierte Angaben machte, verwies er nun auf Erinnerungslücken und Fragmente aus eigenen Beobachtungen und Gerüchten, die er in der Vernehmung zusammengefügt habe. Gleiches gelte für den zweiten Angriff auf den 22-Jährigen aus Bröckel. „Die Bilder der blutenden Gesichter habe ich mir gemerkt, anderes aber nicht“, sagte der Zeuge. Erst auf Nachdruck seitens des Nebenklägeranwalts räumte er ein, dass der angeklagte 32-Jährige der Täter sein könnte.

Zeugen und Opfer offenbaren große Erinnerungslücken

Auch ein 23 Jahre alter Produktionshelfer aus Uetze erwies sich als keine große Hilfe bei der Aufklärung: Er gab an, dass er sich zum Zeitpunkt beider Angriffe in der Sporthalle aufgehalten habe und erst vom Blaulicht der Rettungswagen aufgeschreckt sei.

Richterin Lumm setzt auf die weiteren Zeugenaussagen, denn die beiden Opfer besitzen keine Erinnerung an die Tatnacht. Er sei erst im Krankenwagen wieder aufgewacht, habe in der Klinik operiert werden müssen, sei dann vier Wochen krankgeschrieben gewesen, sagte der 30-Jährige. Nicht besser erging es dem zweiten Opfer, das ebenfalls keinen Schimmer mehr hat, wie es zu seinen Verletzungen kam. Er sei nach den Prügeln, die er offenkundig bezog, hinter einer Mauer am Gymnasium liegend zu sich gekommen, sagte der Mann. Wer ihm die Zähne ausschlug, weiß er nicht.

Das Amtsgericht will den Prozess am 1. und am 3. Juli fortsetzen. Vor einem Urteil will Strafrichterin Lumm auch noch einen sachverständigen Mediziner hören. Das Urteil ist frühestens für den 3. Juli zu erwarten.

Von Antje Bismark und Joachim Dege

Am Donnerstag beginnt das Burgdorfer Volks- und Schützenfest. Schützenchef Jörg Hoppe äußert sich im HAZ-Interview über die Herausforderungen für das Schützenwesen in Zeiten der Digitalisierung und die abnehmende Bedeutung des Brauchtums.

21.06.2019

Nach dem Wohnungsbrand über dem griechischen Restaurant Parthenon bangt die Gastwirtfamilie Driantis um ihre Existenz. Bis mindestens 29. Juni muss die Gaststätte in der Burgdorfer Innenstadt schließen.

21.06.2019

Zum ersten Mal brüten Störche erfolgreich im Burgdorfer Ortsteil Schillerslage. Das Nest hatte der örtliche Naturschutzbund vor drei Jahren aufgestellt.

18.06.2019