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Burgdorf Früher Politik, heute Kinder: Handpuppen begleiten Leseoma
Umland Burgdorf

Uetze Handpuppen begleiten Obershagens Leseoma

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18:34 09.10.2019
Mit den Handpuppen Euli, Bibi und Leopold geht Friederike Emmelius in den Obershagener Kindergarten, um dort Kindern Geschichten vorzulesen. Quelle: Friedrich-Wilhelm Schiller
Obershagen

Der Terminkalender der früheren SPD-Regionsabgeordneten und ehemaligen Lehrerin der Orientierungsstufe Uetze, Friederike Emmelius aus Obershagen, ist immer noch prall gefüllt. Sie engagiert sich in verschiedenen Bereichen ehrenamtlich. Sie liest in der Obershagener Kindertagesstätte Auezwerge Jungen und Mädchen aus Kinderbüchern vor. An der Grundschule in Hänigsen ist sie eine von 13 Lesementoren. Als Mitarbeiterin des ambulanten Hospizdienstes des Kirchenkreises Burgdorf betreut sie Schwerstkranke und Sterbende. Außerdem besuchen sie und ihr Mann häufig ihre fünf Enkelkinder in Hannover und in der Schweiz.

Sinnvolle Beschäftigung gesucht

„Als ich 2011 mein Regionsmandat aufgegeben habe, habe ich eine sinnvolle ehrenamtliche Beschäftigung gesucht“, sagt die 74 Jahre alte Obershagenerin. Sie habe damals etwas anderes als Politik machen wollen. „Die Beschäftigung mit dem Lebensende war etwas Neues“, erzählt sie. Deshalb arbeite sie ehrenamtlich als Sterbebegleiterin. Derzeit besucht sie einmal in der Woche eine Frau, die in einem Burgdorfer Pflegeheim lebt. Wenn es der oder die Kranke wünsche, besuche sie ihn oder sie auch zweimal pro Woche. „Wenn es dem Ende zugeht, dann auch öfter“, fügt Emmelius hinzu.

„Es kommt auch vor, dass der Hospizdienst die Angehörigen begleitet“, berichtet die Obershagenerin. So ermöglichten die ehrenamtlichen Mitarbeiter Ehefrauen und Ehemännern, die ihre Partner zu Hause pflegen, Einkäufe zu machen, zum Friseur zu gehen oder aus anderen Gründen das Haus zu verlassen. Emmelius steht auch Angehörigen als Gesprächspartnerin zur Verfügung. „Manche Angehörige schütten einfach ihr Herz aus.“ Einmal im Monat nehmen die Sterbebegleiter an einer Supervision und an einer Fortbildung im Haus der Diakonie in Burgdorf teil.

Der frühere hannoversche Bürgermeister Herbert Schmalstieg ( links) ehrt Friederike Emmelius im Jahr 2017 für 40 Jahre Mitgliedschaft in der SPD und ihr langjähriges politisches Engagement. Quelle: Sybille Heine (Archiv)

Seit 2011 Leseoma im Kindergarten

„Ich gehe seit Ende 2011 einmal in der Woche als Leseoma in den Kindergarten“, berichtet die 74-Jährige. Leseoma werde sie von den Kindern gerufen, weil sie sich damals so den Kleinen vorgestellt habe. Von Anfang an waren zwei Handpuppen, der Löwe Leopold und die Eule Euli, ihre Begleiter. „Das war die Idee meines Mannes“, erzählt Emmelius. Ein festes Ritual sei, dass Leopold und Euli die Kinder begrüßen. Mittlerweile ist noch ein dritter Begleiter hinzugekommen: der Biber Bibi. Ihn hat ihr Enkelsohn aus der Schweiz aus einer Papiertüte gebastelt. „Die Kinder finden die Papiertüte ganz besonders toll“, sagt Emmelius.

Sie liest drei Altersgruppen vor. Bei den Jüngsten gehe es in erster Linie darum, die Bilder zu einer Geschichte zu zeigen. „Bei den Älteren versuche ich, das Textverständnis zu ergründen“, sagt die frühere Lehrerin. Ihnen stelle sie Fragen zu dem Text, um zu sehen, ob die Kinder die Geschichte verstanden haben.

Lesementorin an der Hänigser Grundschule

Von ihren Erfahrungen als Lehrerin profitiert sie als Lesementorin an der Hänigser Grundschule. Ebenfalls seit Ende 2011 betreut sie einen Schüler während seines dritten und vierten Schuljahrs einzeln. „Ich hatte bisher meistens Zuwandererkinder, bei denen es auch um den Spracherwerb ging“, erzählt Emmelius. Die meisten hätten zwar recht gut lesen können, aber Schwierigkeiten gehabt, den Text zu verstehen. Dieser freiwillige Förderunterricht sei für die Schüler sehr anstrengend, weil er in der sechsten Stunde stattfinde.

Politisch engagiert sich die Obershagenerin noch in der SPD-Abteilung Hänigsen-Obershagen-Altmerdingsen und in der Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen. „Aber nicht mehr an den Schaltstellen. Das sollen Jüngere machen“, stellt sie klar. Nicht besonders erwähnenswert findet sie, dass sie Schriftführerin des Fördervereins der Kirchengemeinde Hänigsen-Obershagen ist.

Fünf Enkelkinder in Hannover und der Schweiz

„Vor allem sind wir Großeltern“, sagt Emmelius. Mindestens einmal in der Woche besuchen sie und ihr Mann die beiden Enkel in Hannover. Die Obershagenerin kocht dann für die Kinder ihrer älteren Tochter und macht mit ihren Hausaufgaben. Aber auch die jüngere Tochter, die mit ihrer Familie in der Schweiz wohnt und drei Kinder hat, kann auf die Großeltern zählen, wenn sie Hilfe bei der Kinderbetreuung benötigt. Dann fährt das Ehepaar Emmelius in die Schweiz.

Die Enkel aus Hannover besuchen häufig während der Ferien Oma und Opa in Obershagen. „Im Januar kommen alle Enkel zu Besuch. Dann haben wir fünf Kinder im Haus“, sagt Emmelius.

Zehn Jahre lang Regionsabgeordnete

Als SPD-Regionsabgeordnete hat Friederike Emmelius zehn Jahre lang die Interessen der Gemeinde Uetze in der Regionsversammlung vertreten, und zwar von 2001 bis 2011. Zuvor hatte die heute 74-Jährige von 1992 bis 1996 im Kreistag des Landkreises Hannover mitgearbeitet. Dem Rat der Gemeinde Uetze gehörte sie von 1992 bis 1996 sowie 2001/2002 an. In ihrem Heimatort Obershagen war sie von 1991 bis 2011 Ortsratsmitglied.

Ehemalige Schüler der Orientierungsstufe Uetze kennen sie als Lehrerin. Als die Orientierungsstufen 2004 in Niedersachsen aufgelöst wurden, ließ sie sich beurlauben und ging vorzeitig in den Ruhestand. Friederike Emmelius hat zwei erwachsene Töchter. Ihre fünf Enkel sind acht bis 13 Jahre alt.fs

Von Friedrich-Wilhelm Schiller

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