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Burgdorf Fünf Wölfe streifen durchs Burgdorfer Holz und den Beerbusch
Umland Burgdorf

Uetze und Burgdorf: Fünf Wölfe streifen durchs Burgdorfer Holz und den Beerbusch

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17:35 31.10.2019
Das Schild, das zwischen Hänigsen und Altmerdingsen vor Wölfen warnt, ist an einem Baumstumpf angebracht. Quelle: Privat
Hänigsen/Altmerdingsen

Wölfe breiten sich offenbar immer mehr im Osten der Region Hannover aus. An einem Feldweg zwischen den Uetzer Ortschaften Hänigsen und Altmerdingsen warnt ein Schild vor dem Raubtier. „Vom Wolfsbüro und von Wolfsberatern werden solche Schilder nicht aufgehängt“, sagt Kreisjägermeister Eckhard Baars aus Uetze. Wer es angebracht hat, wisse er nicht. Es hat nach seiner Einschätzung aber durchaus seine Berechtigung.

Wölfe legen bei ihren Streifzügen große Strecken zurück. Überfahrene Tiere sind laut Baars ein Indiz dafür, dass sie im Osten der Region Hannover unterwegs sind. Im Februar dieses Jahres war ein Wolf im Burgdorfer Holz vor ein Auto gelaufen. Einen Monat zuvor hatte ein Güterzug einen Rüden bei Ehlershausen erfasst. Ein weiterer Rüde war im Oktober 2018 zwischen Uetze und Dollbergen mit einem Auto kollidiert. Im März 2018 war ein Welpe bei einem Verkehrsunfall zwischen Burgdorf und Immensen verendet.

Nachweis mit DNA-Test

Laut dem Wolfsmonitoring der Landesjägerschaft lassen sich derzeit im zusammenhängenden Waldgebiet Beerbusch und Burgdorfer Holz mehr als fünf Wölfe nachweisen. „DNA-Untersuchungen haben dafür den 100-prozentigen Nachweis geliefert“, sagt Baars. Wolfsrisse und Losung seien untersucht worden. Es sollen angeblich zudem Jungwölfe bei Obershagen gesehen worden sein, sagt Baars. „Das ist bisher nicht bestätigt“, betont er.

Rehe sind ihre Hauptbeute

Laut Landesjägerschaft ernähren sich die Wölfe in Deutschland überwiegend von Reh-, Schwarz- und Rotwild, wobei Rehwild mehr als 50 Prozent der Beute ausmacht. Nach Baars’ Angaben reißen Wölfe in seinem Jagdrevier rund um Wackerwinkel im Schnitt sechs Rehe im Jahr.

Wolf hat Schafe bei Obershagen gerissen

Nur „im sehr geringen Rahmen“ würden Nutztiere Opfer von Wolfsattacken, sagt Baars. 2016 hatte ein Wolf bei Obershagen zunächst in einer Nacht drei Kamerunschafe getötet und zwei verletzt. Zwei Tage später wurde ein weiteres Tier auf der Weide Opfer eines Wolfes. Gut zehn Kilometer entfernt, im Burgwedeler Ortsteil Engensen, dürfte man das anders sehen. Dort wurden im Frühjahr 15 Heidschnucken gerissen. Von einem Wolf, wie DNA-Tests des Landes eindeutig ergaben.

Baars rät Spaziergängern, die einem Wolf begegnen, stehen zu bleiben, sich groß zu machen und mit dem Armen zu winken: „Bloß nicht weglaufen und Angst zeigen.“

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