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Burgwedel Pestalozzi-Stiftung lässt Kinderrechte gen Himmel steigen
Umland Burgwedel

Burgwedel: Aktionstag zu den Kinderrechten in der Pestalozzi-Stiftung

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17:09 21.11.2019
Die Gäste ließen bunte Luftballons in den Himmel steigen. Vorher konnten die Kinder ihr liebstes Kinderrecht auf eine Karte schreiben. Quelle: Lisa Otto
Großburgwedel

Mit bunten Luftballons in den Händen standen am Mittwoch viele Kinder und Erwachsene auf dem Außengelände der Pestalozzi-Schule. Aus gutem Grund: Sie alle waren der Einladung der Kinder- und Jugendkonferenz der Pestalozzi-Stiftung gefolgt, um gemeinsam den 30. Jahrestag der UN-Kinderrechte mit einem Mitmachtag zu feiern. „Es ist ein Tag des Mitredens, des Hörens und des Spielens“, sagte Claus Fitschen, Vorstand der Pestzalozzi-Stiftung, zur Begrüßung, und kündigte an: „Mit Luftballons wollen wir bunte Farben der Hoffnung in den Himmel schicken.“

Doch die Ballons trugen auch die Rechte der Kinder in die Region hinaus. Denn jeder Besucher konnte im Vorfeld auf eine Karte sein liebstes Kinderrecht schreiben und dieses an einem mit Helium gefüllten Luftballon befestigen. Fitschen hofft, dass Kinderrechte auf diesem Weg mehr Beachtung finden und hatte auch noch eine Forderung parat: „Es wäre doch toll, wenn sie auch im Grundgesetz stehen würden.“ Die Gäste applaudierten.

Kinderrechte stehen bei jeder Aktion im Mittelpunkt

Um die Wichtigkeit der Kinderrechte darzustellen, gab es passend zum Thema noch viele weitere Aktionen in der Aula. Bei Claudia Walter-Albers konnten die Kinder darstellen, wie wichtig ihnen bestimmte Themen in der Schule und in der Familie sind. „Wir schauen, was die Kinder wollen und wo sie eventuell mitbestimmen möchten“, erläuterte Walter-Albers. Wie gut sich die Kinder mit ihren Rechten schon auskennen, konnten sie zudem bei Karin Prasse testen. Anhand eines Bildes sollten sie erkennen, um welches Recht es sich handelt. Unter anderem waren dort die Rechte auf Freizeit, auf Betreuung durch die Eltern und auf Schutz vor Krieg und Flucht dargestellt. „Mir gefallen aber alle Kinderrechte“, betonte René (13).

Auch die 13-Jährige Mandy hatte eine klare Meinung zu den Rechten der Kinder. „Ich bin froh, dass es die Gewaltfreiheit als Kinderrecht gibt“, sagte die 13-Jährige. Doch sie ergänzte: „Ich bin aber auch dafür, dass die Strafmündigkeit ab zwölf Jahren kommt.“ Der Grund für diese persönliche Forderung liegt in ihrer Vergangenheit. „Es gab damals einen schwerwiegenden Vorfall in der Grundschule“, erzählte ihre Mutter. „Aber damit kann sie heute umgehen.“

Rauschbrille soll abschrecken

Offen geht sie auch an neue Dinge heran. So probierte sie mit der sogenannten Rauschbrille beim Mitmachtag einmal aus, wie es denn wäre, mit 0,4 Promille Alkohol im Blut umherzulaufen. Dabei musste sie aber nicht nur geradeaus gehen, sondern in einem Slalom laufen und versuchen, einen Ball in einen Karton zu werfen. „Das hat sich ganz schön komisch angefühlt. Ich habe immer gedacht, dass die Dinge, die ich sehe, viel weiter weg wären“, resümierte die 13-Jährige. Angeboten hatte diese Aktion die Jugendpflege der Stadt Burgwedel. „Es ist wichtig, auch schon den Kindern zu zeigen, wie es sein kann, wenn man Alkohol trinkt“, sagte Sophie Bartos von der Jugendpflege. Und Lucas Wiedenbein ergänzte: „Es soll den Jugendlichen auch als Abschreckung dienen.“

Das ist die UN-Kinderrechtskonvention

Die UN-Kinderrechtskonvention ist ein Übereinkommen über die Rechte der Kinder und gehört zu den internationalen Menschenrechtsverträgen der Vereinten Nationen. Diese wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen am 20. November 1989 verabschiedet. Bis auf die USA haben alle Mitgliedstaaten der Vereinten Nationen die Kinderrechtskonvention unterzeichnet. Für Deutschland trat diese am 5. April 1992 in Kraft.

Dies sind einige wichtige Kinderrechte:

Recht auf Leben

Recht auf Schutz vor Gewaltanwendung, Misshandlung und Verwahrlosung

Recht auf Bildung

Recht auf Schutz im Krieg und auf der Flucht

Recht auf Identität und Familie

Recht auf Erholung und Spiel

Recht auf Meinungs- und Informationsfreiheit

Recht auf Schutz vor sexuellem Missbrauch

Recht auf soziale Sicherheit

Recht auf Privatsphäre

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