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Burgwedel Wasserverbandschef über heiße Sommer, Nitratbelastung und den besten Durstlöscher
Umland Burgwedel

Burgwedel Burgdorf: Wasserverbandschef über heiße Sommer, Nitratbelastung und den besten Durstlöscher

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18:09 29.10.2019
Geht in den Ruhestand: Volker Krebs, Geschäftsführer des Wasserverbandes Nordhannover. Quelle: Thomas Oberdorfer
Wettmar

An der Spitze des Wasserverbandes Nordhannover steht ein Wechsel an. Geschäftsführer Volker Krebs geht zum Jahresende in den Ruhestand. Wir haben mit dem Ingenieur über seine mehr als 32-jährige Tätigkeit bei dem Wasserversorger gesprochen.

Herr Krebs, Hand aufs Herz: Wenn Sie Durst haben, was trinken Sie dann?

Natürlich Wasser aus dem Hahn. Das schmeckt am besten. Genauer gesagt – natürlich unser Wasser. Aber das trinken wir hier in der Wettmarer Firmenzentrale eigentlich alle.

Schmecken Sie heraus, woher das Wasser kommt?

Klar, jedes Wasser hat seinen eigenen Geschmack. Den Unterschied kann man herausschmecken. Unseres schmeckt richtig gut (lächelt).

Wo kommt denn das Wasser her, das Sie liefern?

Da muss man unterscheiden, wohin wir das Wasser liefern. Der Wasserverband Nordhannover versorgt rund 100.000 Menschen in 30.000 Haushalten. Von Lindwedel im Nordwesten bis Bilm ganz weit unten im Süden, von Isernhagen N.B. im Südwesten bis nach Dachtmissen im Osten. Aber bei Weitem bekommen nicht alle unser eigenes Wasser. Von den 5,4 Millionen Kubikmetern, die wir im Jahr verkaufen, fördern wir lediglich 16 Prozent selbst. Den großen Rest kaufen wir von Enercity und den Harzwasserwerken dazu.

Wo fördern Sie Ihr Wasser?

Unsere Brunnen stehen hier bei uns in Wettmar. Aber auch das angekaufte Wasser stammt aus der Region. Die Harzwasserwerke fördern es in Ramlingen und Enercity in Fuhrberg und Elze/Berkhof. Und es kommt auch aus Brunnen. Wasser aus Talsperren gibt es bei uns nicht.

Und Sie können sagen, wer welches Wasser bekommt?

Ja, das wird nicht vermischt. Das sind geschlossene Systeme. Wir können sie zwar über Schieber miteinander verbinden, aber das tun wir in der Regel nicht.

Und wer bekommt nun das Wettmarer Wasser?

Die Dörfer, die zu Burgwedel gehören und ein kleiner Teil von Großburgwedel. Der Bereich östlich der Fuhrberger beziehungsweise der Hannoverschen Straße.

Die letzten Sommer waren heiß. In manchen Regionen wurde das Wasser knapp. Müssen wir uns Sorgen machen, dass wir demnächst auf dem Trockenen sitzen?

Nein, wir haben genug Wasser. Zumal, wenn man auf das gesamte Jahr schaut. Auch in den sogenannten Dürrejahren 2018 und 2019 lagen die jährlichen Regenmengen fast genau auf den Durchschnittswerten. Der Regen fällt nur zu anderen Jahreszeiten. Was sich erhöht hat, ist der Spitzenverbrauch an einzelnen, besonders heißen Tagen. Da kann es schon einmal passieren, dass die Wasserspeicher und unsere Fördermenge irgendwann nicht mehr ausreichen, um den Bedarf zu decken. Aber bei uns gab es eine solche Situation noch nicht.

Und der Wasserverbrauch insgesamt steigt?

Ja. 2018 haben wir 5 Prozent mehr Wasser an unsere Kunden geliefert. Und in diesem Jahr könnte es noch mehr werden. Darauf deuten die Zahlen der ersten neun Monate hin.

Ein ganz anderes Thema: Nitrate belasten zunehmend das Grundwasser. Ein Problem für Sie?

Für uns im Moment noch nicht. Der Nitratgehalt des Wassers aus unseren Brunnen liegt zwischen 2 und maximal 24 Milligramm (mg) je Liter. Der gesetzliche Grenzwert beträgt 50 mg. Davon sind wir weit entfernt. Aber dazu muss man auch noch etwas anderes wissen. Unsere Pumpen fördern das Wasser aus einer Tiefe von zwölf Metern. Die Brunnen reichen sogar hinab bis zu 30 Metern. Das Wasser, das wir heute ernten, regnete vor 25 oder 30 Jahren auf die Erde. So lange braucht es, um durch die verschiedenen Schichten bis hinunter in den Grundwasserbereich abzusinken, aus dem wir es nun fördern.

Was macht eigentlich ein bald ehemaliger Geschäftsführer, wenn er im Ruhestand ist?

Erst mal Urlaub. Aber danach wartet auf mich zu Hause jede Menge Arbeit. Meine Frau ist jünger und arbeitet noch weiter. Da darf ich mich dann um Staubsauger und Kochlöffel kümmern.

Mit uns am Tisch sitzt Henning Schlaefke, ihr Nachfolger in der Funktion des Geschäftsführers. Drei Fragen an ihn. Herr Schlaefke, Sie übernehmen in wenigen Wochen die Verantwortung für den Nordhannoverschen Wasserverband und deren 34 Mitarbeiter. Was werden Sie anders machen als ihr Vorgänger?

Eigentlich nichts. Es sind keine Änderungen geplant. Unsere Kunden stehen im Mittelpunkt und das wird so bleiben.

Derzeit zahlen die Kunden des Wasserverbandes Nordhannover 90 Cent für den Kubikmeter Frischwasser. Bleibt der Preis stabil?

Das lässt sich noch nicht sagen. Die Preise werden auf der Verbandsversammlung im Dezember festgelegt. Aber wir werden uns bemühen, weiterhin der günstigste Wasseranbieter in der Region zu bleiben.

Dann noch die dritte und abschließende Frage: Was trinken Sie, wenn Sie Durst haben?

Natürlich Wasser, aber zugegebenermaßen manchmal auch gerne Mineralwasser. Ich mag einfach den Sprudel.

Erste Stelle nach der Uni

Volker Krebs ist dem Wasserverband Nordhannover sein gesamtes Arbeitsleben über treu geblieben. Nach der Uni wechselte der Wasserbauingenieur 1987 direkt aus dem Vorlesungssaal zum Wasserversorger mit Sitz in Wettmar. Seit 2008 leitete er als Geschäftsführer das Unternehmen. Krebs, Jahrgang 1955, ist verheiratet und liebt in seiner Freizeit sportliche Betätigungen – vor allem Laufen und Radfahren.

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