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Burgwedel Fahrradboxen am Bahnhof: Schlüssel haben bald ausgedient
Umland Burgwedel

Burgwedel: Fahrradboxen am Bahnhof: Schlüssel werden gegen Chips getauscht

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16:45 14.02.2020
Nicht nur die Fahrradbox, auch die Fahrradständer werden von Pendlern in Großburgwedel gut genutzt. Quelle: Sandra Köhler
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Großburgwedel

Radfahren ist gut fürs Klima und für die Gesundheit. Wer das Zweirad nicht nur im Sommer und bei Sonnenschein bemüht, um zur Schule oder zur Arbeit zu kommen, sondern auch im Winter und bei Schmuddelwetter, hat sich eine Belohnung verdient. Zum internationalen Fahrradaktionstag Winter Bike to Work Day hat der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) Burgwedel am Freitagmorgen Fahrradpendlern am Bahnhof Großburgwedel eine kleine Aufmerksamkeit spendiert.

Für Schlüssel gibt es eine Warteliste

Für Pendler, die mit dem Fahrrad zum Bahnhof fahren und dort in den Zug steigen, gibt es zwei Fahrradboxen. 78 Stellplätze halten diese an 39 Fahrradbügeln bereit. Nutzen kann sie, wer einen Schlüssel dafür hat. Diesen gibt es bei Martin Riessler, Leiter des städtischen Bauhofs, auf Antrag kostenfrei für ein Jahr gegen den Nachweis, tatsächlich regelmäßig zu pendeln – wenn denn Schlüssel frei sind. „Ich hatte 160 Schlüssel, und die sind alle vergeben“, sagt Riessler. Aktuell stehen 29 Personen auf der Warteliste.

Trotzdem bleiben – zum Ärger anderer Interessierter – immer wieder Plätze in den Boxen frei. Im Spätsommer vergangenen Jahres waren es der Stadtverwaltung zufolge an Werktagen außerhalb der Ferien tagsüber häufig mehr als 25. Und das, obwohl es reichlich Interessenten gibt. „Die Region Hannover empfiehlt, um eine möglichst optimale Nutzung der Fahrradboxen zu erreichen, etwa 1,5 Schlüssel pro Platz auszugeben. Wir sind bei mehr als zwei Schlüsseln pro Platz. Das ist schon erstaunlich“, sagt Riessler. Noch mehr Schlüssel auszugeben sei keine Alternative, denn jedes zusätzlich angefertigte Exemplar koste rund 20 Euro. „Das ist finanziell nicht zu verantworten“, sagt Riessler.

Schlüssel werden gegen Transponder getauscht

Helfen soll ein neues Prozedere: Die Schließanlage wird im April gegen Zylinder mit elektronischem Zugang per Chip ausgetauscht. So kann die Stadt die Daten regelmäßig auslesen und die Nutzung überprüfen. „Wenn jemand seinen Chip weniger als fünfmal pro Monat nutzt, behalten wir uns vor, diesen wieder einzuziehen und an jemanden auf der Warteliste auszugeben“, sagt Riessler. Die Stadt wird die Schlüsselbesitzer anschreiben, um ihnen die neuen Chips auszuhändigen.

Ortsbürgermeister Rolf Fortmüller hofft zudem auf noch mehr sichere Stellplätze durch die Region. Diese hat im Rahmen ihres Zehn-Punkte-Programms zur Verkehrswende angekündigt, regionsweit insgesamt 10.000 neue Bike-and-ride-Plätze zu schaffen. Für Großburgwedel, Bennemühlen, Bissendorf, Hämelerwald, Langenhagen-Pferdemarkt, Springe und Weetzen sind teilweise sogar Doppelstockgaragen vorgesehen. Sie sollen mit digitalen Zugangssystemen ausgestattet werden, sodass freie Plätze online einsehbar sind. Details für Großburgwedel sind noch nicht bekannt.

Steffen Timmann (links) und Helmut Dirks (rechts) vom ADFC überreichen Pendlern wie Albert-Pauli-Bonhage, die das Rad nutzen, am Winter Bike To Work Day eine kleine Stärkung. Quelle: Sandra Köhler

Pendeln mit dem Rad ist nicht nur was für den Sommer

Schneller dran war am Freitagmorgen der ADFC mit seiner Beteiligung am Fahrradaktionstag „Winter Bike to Work Day“. Die 100 Papiertüten, die neben Apfel und Müsliriegel auch Informationen zur ADFC-Ortsgruppe enthielten, gelangten natürlich auch mit dem Fahrrad zum Bahnhof: ADFC-Sprecher Steffen Timmann und seine Mitstreiter hatten das Lastenrad Hannah damit bestückt.

„Wir haben uns diesen Ort ausgesucht, weil wir hier viele von denen erreichen, die vom Fahrrad auf die Bahn umsteigen oder umgekehrt“, sagte Timmann. Einer, der möglichst den ganzen Weg zur Arbeit radelt, ist Albert Pauli-Bonhage. Der Vermessungstechniker fährt die 15 Kilometer lange Strecke von Großburgwedel nach Hannover-Bothfeld viermal in der Woche. „Ich genieße das besonders im Sommer sehr, die Landschaft, manchmal sieht man auch Rehe.“

Bereits als er noch in Hannover gewohnt habe, sei er mit dem Rad zur Arbeit gefahren. „Und als wir nach Burgwedel gezogen sind, haben wir es einfach ausprobiert“, sagte Pauli-Bonhage. Im Gegensatz zur Nutzung von Bus und Bahn sei er nur mit dem Fahrrad zeitlich völlig flexibel. Außerdem schone das Radeln die Umwelt. Da es an seiner Arbeitsstätte eine Möglichkeit gebe, sich frisch zu machen, sei alles ganz unkompliziert – die Wechselkleidung fährt einfach mit. Nur wenn das Wetter mit Schnee und Glätte doch zu unfreundlich werde, bleibe das Rad zu Hause. „Und vorige Woche beim Sturm war mir das auch einfach zu gefährlich“, sagte er.

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Von Sandra Köhler

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