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Burgwedel Fahrradführerschein: Vielen Kindern fehlt Sicherheit im Straßenverkehr
Umland Burgwedel

Burgwedel: Grundschüler legen Fahrradprüfung ab

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16:26 30.09.2019
Sie macht vor, wie es geht: Die neunjährige Leni schaut aufmerksam und zeigt es mit dem linken Arm an, bevor sie am parkenden Auto vorbeifährt. Quelle: Foto: Mark Bode
Großburgwedel

Das war eine intensive Woche für Lehrer und Schüler der Grundschule Großburgwedel. Im Rahmen der Mobilitätswoche haben die Viertklässler ihre Fahrradprüfung abgelegt. Eines gleich vorweg: Alle haben bestanden und bekommen in den nächsten Tagen ihren Führerschein ausgehändigt. Aber: Eines macht den Lehrern mittlerweile Sorgen. „Immer mehr Schüler sind unsicher mit dem Fahrrad unterwegs. Das ist ein Trend, den wir seit einigen Jahren beobachten“, sagt Timo Pampel, Lehrer der Klasse 4b.

Fahrradprüfung im Straßenverkehr

Zurück zur Fahrradprüfung: Ein klein wenig Nervosität ist Leni anzumerken. Die Neunjährige schiebt ihr Fahrrad an den Straßenrand, steigt auf, blickt sich über die linke Schulter um, gibt mit der linken Hand ein Zeichen, greift schnell mit beiden Händen den Lenker und setzt sich in Bewegung. Gemeinsam mit rund 80 weiteren Kindern der vierten Klassen der Grundschule Großburgwedel absolviert sie jetzt die praktische Prüfung zum Fahrradführerschein. „Leni hat es richtig gut gemacht“, sagt Andrea Matern, Klassenlehrerin der 4d, lobend.

Einige Kinder haben keine Schwierigkeiten, sich im Straßenverkehr zurechtzufinden. Sie fahren ohne Probleme sicher und mit dem angemessenen Sicherheitsabstand an parkenden Autos vorbei, blicken sich souverän über die Schulter um und geben Handzeichen. Zu diesen gehört Leni. „Das hat viel Spaß gemacht. Ich fahre viel Fahrrad, deshalb war alles super einfach für mich", sagt die Neunjährige.

Verständnis für fehlende Sicherheit

Doch so gut wie bei Leni klappt es längst nicht mehr bei allen. Dass Kinder oftmals unsicherer im Straßenverkehr unterwegs sind, stellen inzwischen auch die Lehrer fest. Für diese Probleme sieht Matern vor allem zwei Gründe. Einerseits zeigt sie Verständnis, da es für die Schüler ein neues Gefühl sei, auf der Straße zu fahren. „Bis acht Jahren müssen sie auf dem Bürgersteig unterwegs sein", erklärt sie. Da sei es nachvollziehbar, dass noch nicht bei allen die Sicherheit vorhanden ist. „Zumal einige Autofahrer rücksichtslos unterwegs sind, das führt natürlich zu größeren Unsicherheiten bei unerfahrenen Kindern."

Schüler kommen mit Elterntaxi statt mit dem Rad zur Schule

Auf der anderen Seite beklagt sie aber auch, dass einige Eltern ihre Schützlinge „zu oft und zu lange mit dem Auto herumfahren". Kinder wüssten oftmals gar nicht, wie die Straßen auf dem Weg zur Schule heißen. „Das ist kein Wunder, wenn man nur ins Auto einsteigt und an der Schule abgesetzt wird.“ Sie wünscht sich ein größeres Engagement der Erziehungsberechtigten in Sachen Verkehrserziehung. „Das können wir als Schule alleine in den paar Tagen der Mobilitätswoche gar nicht leisten, da müssen auch die Eltern mit ihren Kindern üben." Ähnlich sieht es auch Pampel: „Es wird von Jahr zu Jahr schwieriger, alle Schüler fit für den Straßenverkehr zu machen.“

Dass dies beileibe nicht nur ein Burgwedeler Problem ist, macht ADAC-Sprecherin Alexandra Kruse deutlich: „Den Kindern fehlt heute schlichtweg die Sicherheit. Das beobachten wir schon seit Längerem “, sagt sie. Denn: „Oftmals bringen Elterntaxis den Nachwuchs zur Schule und holen ihn auch wieder ab. Da fehlt den Kindern einfach das Training – und ohne Training gibt es keine Sicherheit.“

Das ist auch der Grund, warum die Schule viel Wert auf ihre Mobilitätswoche legt. „Wir wollen unseren Schülern helfen, sicher auf den Straßen unterwegs zu sein“, sagt Nils Thönnessen, Rektor der Großburgwedeler Grundschule.

Auch wenn am Ende alle Kinder die Fahrprüfung bestanden haben – auf ihren Führerschein müssen sie noch ein paar Tage warten. Der wird vom ADAC zugesandt und ist noch nicht in Großburgwedel angekommen.

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