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Burgwedel Schüler sollen auf der Straße zur Schule radeln
Umland Burgwedel

Burgwedel: Harsche Kritik an Umbauplänen der Region für die K 118

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14:04 19.11.2019
Hier sollen die Radfahrer nach dem Umbau der Ortsdurchfahrt auf die Straße geführt werden: der Mühlenberg in Kleinburgwedel. Quelle: Thomas Oberdorfer
Kleinburgwedel

Der nächste Bauabschnitt steht an: Die Region will die Kleinburgwedeler Ortsdurchfahrt an der K118 auf dem Mühlenberg sanieren. Entsprechende Pläne stellte sie jetzt im Ortsrat vor. Dabei stießen die Planer durch ein Detail auf Widerstand. Kommunalpolitiker wie auch Kleinburgwedeler Bürger mochten sich in der Sitzung nicht mit dem Gedanken anfreunden, dass es den gemeinsamen Fuß- und Radweg zwischen Klein- und Großburgwedel in seiner jetzigen Form nicht mehr geben wird.

„Der Weg ist einfach zu schmal“

Die Idee der Region ist, dass Radfahrer, die von Kleinburgwedel in Richtung Großburgwedel unterwegs sind, kurz nach dem Ortsschild auf dem Mühlenberg von dem Radweg auf die Straße geführt werden sollen. Der derzeit noch gemeinsame Fuß- und Radweg Richtung Großburgwedel soll dann ab dem Ortsschild nur noch für Fußgänger sein. „Der Weg ist einfach zu schmal für eine gemeinsame Nutzung“, erklärte Roman Machmer aus dem Fachbereich Infrastruktur und Straße der Region Hannover. Er stellte die Pläne im Ortsrat vor.

Doch fehlende Breite führt auch auf der Straße zu Problemen. „Wir können dort keinen Schutzstreifen für die Fahrradfahrer anlegen“, sagte er. Piktogramme auf der Fahrbahn der Großburgwedeler Straße sollen künftig auf die Radfahrer hinweisen. Von den Fahrradsymbolen auf der Straße erhofft sich die Region zudem einen positiven Effekt: „Die Autofahrer sind in solchen Bereichen langsamer unterwegs“, sagte Machmer. Für die Radfahrer entstehen nach seinen Worten keine zusätzlichen Gefahren. „Das hat uns die Erfahrung an anderen Stellen gezeigt, die wir bereits umgebaut haben.“ Die Straße wird viel genutzt: „4500 Autos fahren hier durchschnittlich am Tag“, erklärte er.

„Ein Unding, dass die Kinder auf die Straße müssen“

Die Pläne kamen bei den Kleinburgwedelern nicht gut an. „Es ist ein Unding. dass die Kinder dann auf der Straße fahren müssen“, schimpfte einer der Besucher der Sitzung. Wenn der Weg in seiner jetzigen Form zu schmal sei, dann könne man ihn doch ausbauen. „Da ist genug Platz für eine Fahrradautobahn.“ Und die wird nach Überzeugung vieler Kleinburgwedeler auch gebraucht. Allerdings: Die Region kündigte in der Sitzung an, dass sie den Zuschnitt von Straße und Weg im Rahmen des Umbaus nicht ändern möchte.

Und auch Ortsbürgermeister Jürgen Schodder meldete Bedenken an: „Dieser gemeinsame Fuß- und Radweg wurde damals mit der Begründung angelegt, um für die Kinder einen sicheren Radweg zur Schule zu schaffen.“ Schodder ist sich sicher, dass es zu diesem Thema im Ort noch „sehr viele Diskussionen geben wird“. Machmer sicherte in der Sitzung zu, dass er die Einwände der Kleinburgwedeler in seiner Behörde noch einmal mit den Planern besprechen werde.

„Wir können ja nicht gleichzeitig den ganzen Ort aufreißen“

Soll es noch Änderungen an den Plänen geben, dann ist Eile geboten. Zwar steht ein Termin für den Baubeginn noch nicht fest, aber „mir wäre es am liebsten, wenn wir noch in diesem Jahr beginnen könnten“, erklärte Machmer. Er ist sich sicher: „Spätestens im Januar wird gebaut.“ Die Arbeiten an der Ortsdurchfahrt werfen eine andere Planung für Kleinburgwedel über den Haufen. Eigentlich sollte im kommenden Jahr mit der Verlegung eines neuen Kanals in der Wallstraße begonnen werden. Der Termin dürfte nun nicht mehr einzuhalten sein. „Wir können ja nicht gleichzeitig den ganzen Ort aufreißen“, erklärte Machmer und kündigte an, dass die Arbeiten am Kanal erst 2021 beginnen werden.

Die Region rechnet damit, dass der Umbau der Ortsdurchfahrt ein Jahr Bauzeit in Anspruch nehmen wird. Solange in den Randbereichen der Straße gearbeitet wird, soll der Verkehr wechselseitig an der Baustelle vorbeigeführt werden. Eine Ampel soll den Verkehrsfluss regeln. Lediglich beim Bau einer Verkehrsinsel vor dem Friedhof und einer Einengung im weiteren Verlauf soll die Großburgwedeler Straße jeweils „für zwei bis vier Wochen komplett gesperrt werden“, erklärte Machmer. Der Bus soll aber auch in dieser Phase durch die Baustelle fahren können.

Region kündigt Terminplan für weitere Projekte an

Der jetzt geplante Sanierungsabschnitt der K 118 reicht bis nach Großburgwedel hinein – bis an die Abzweigung der K 117 nach Thönse. Die Region plant zeitgleich weitere Umbauten an Burgwedeler Ortsdurchfahrten. Ein genauer Terminplan für die einzelnen Projekte und ein Gesamtkonzept für die Verkehrsführung während der Bauzeiten soll in Kürze vorgestellt werden.

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Von Thomas Oberdorfer

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