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Burgwedel IGS-Schulleiter Schinze-Gerber tritt Amt mit neuen Ideen an
Umland Burgwedel

Burgwedel: IGS-Schulleiter Schinze-Gerber tritt Amt mit neuen Ideen an

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18:03 13.08.2019
Leitet nun auch offiziell die IGS Burgwedel: Der neue Rektor Marco Gerhard Schinze-Gerber. Quelle: Thomas Oberdorfer
Großburgwedel

Mit Beginn des neuen Schuljahres hat die IGS Burgwedel einen neuen Schulleiter. Marco Gerhard Schinze-Gerber ist der Nachfolger von Renate Koch, die vor wenigen Wochen in den Ruhestand gegangen ist. Wir sprachen mit dem neuen Direktor über seine Ideen, die er an der Schule umsetzen möchte.

Herr Schinze-Gerber, Sie sind der neue Chef der IGS Burgwedel. Was wollen Sie anders machen als Ihre Vorgängerin Renate Koch?

Wir werden das Rad jetzt nicht neu erfinden. Ich will die Arbeit von Frau Koch weiterführen, schließlich habe ich mit ihr in den vergangenen Jahren sehr eng zusammengearbeitet. Seit 2015 war ich in der Planungsgruppe für die Schule, habe sie am Reißbrett mit entworfen.

Also wird sich nichts ändern?

Doch, wir wollen uns weiterentwickeln. Zum Beispiel, wenn es um unser Zusammenleben hier in der IGS geht. Da sollen die Schüler stärker eingebunden werden.

Wie kann das geschehen?

Wir wollen uns eine neue Schulordnung geben. Mit dem Entwurf bin ich dann in die Sitzung der Schülervertretung gegangen und habe den dort vorgestellt und um Vorschläge gebeten.

Und die kamen?

Ja, die Schüler wünschten sich die Möglichkeit, ihre Handys nutzen zu dürfen. Die Idee haben wir aufgenommen und werden nun mit der Agora und einem Bereich auf dem Schulhof Handyzonen einrichten. Und auch bei anderen Projekten sollen die Schüler künftig mehr eingebunden werden. Um es mit Willy Brandt zu sagen: „Wir wollen mehr Demokratie wagen.“

Was werden Ihre Schwerpunkte in nächster Zeit sein?

Wir wollen die Digitalisierung voranbringen. Dafür brauchen wir in allen Klassenräumen digitale Tafeln. Das haben wir erst in einem Jahrgang. Das ist viel zu wenig, da liegt noch eine Menge Arbeit vor uns. Wenn jetzt die iPads kommen, dann werden wir das digitale Klassenbuch einführen.

Die Stadt hat vor den Ferien den Medienentwicklungsplan für Burgwedel auf den Weg gebracht.

Darauf setzen wir große Hoffnungen. Im Vergleich zu anderen Kommunen stehen wir in Burgwedel wirklich gut da.

Sie sind jetzt der Leiter einer IGS. Ist die Gesamtschule die bessere Schulform?

Zu der Aussage lasse ich mich jetzt nicht hinreißen (lächelt). Wir setzen andere Schwerpunkte. Bei uns steht nicht der Unterrichtsstoff im Mittelpunkt, bei uns geht es um Teamfähigkeit, Projektarbeit und Kreativität. Und wir schauen darauf, welche Anforderungen der Arbeitsmarkt der Zukunft an uns stellt. Das wollen wir vermitteln. Mit Arbeit, Wirtschaft, Technik haben wir ein sehr praxisorientiertes Unterrichtsfach, dazu gibt es PC-Kurse, die die Schüler jedes Jahr verpflichtend haben.

Aber viele Eltern schicken ihre Kinder dennoch zum Gymnasium.

Ja, das ist so. Einige kommen dann später zu uns und entwickeln sich an der IGS richtig gut. Im jetzigen achten Jahrgang haben wir 117 Schüler. Gestartet ist er vor drei Jahren mit 99 Jungen und Mädchen.

Die IGS und das Gymnasium liegen ja direkt nebeneinander. Arbeiten Sie eng zusammen?

Das könnte man sicher noch ausbauen. Ich fände es gut, wenn wir künftig stärker zusammenarbeiten könnten. Wenn das klappen würde, dann hätten wir eine Win-win-Situation. In den nächsten Tagen treffe ich mich mit Herrn Baberske (Schulleiter des Gymnasiums, Anmerkung der Redaktion). Dann werde ich mit ihm Ideen besprechen.

Abschließende Frage: Haben Sie in letzter Zeit schon mit Ihrer Vorgängerin Renate Koch telefoniert?

Nein (lächelt). Wir kommen hier schon allein klar. Aber wenn ich mal einen Tipp bräuchte, würde ich mich nicht scheuen anzurufen.

Zur Person: Das ist der neue IGS-Schulleiter

Der 39-jährige Marco Gerhard Schinze-Gerber ist der neue Leiter der IGS Burgwedel. Der Pädagoge wurde in Hammelburg (Unterfranken) geboren, besuchte zunächst die Realschule, wechselte dann aufs Gymnasium und machte dort sein Abitur. Im Anschluss verpflichtete er sich als Zeitsoldat bei der Bundeswehr, ist dort heute noch als Oberstleutnant der Reserve aktiv. Nach seiner Bundeswehrzeit studierte er Mathematik, Geschichte und Politik für das Lehramt an Realschulen, unter anderem in Hildesheim. Dort promovierte er auch im Fach Geschichte. 2011 trat er in den Schuldienst ein. Seit 2013 unterrichtet er in Burgwedel, zuerst an der Oberschule und mit Gründung der IGS auch dort. Er war Stellvertreter der inzwischen pensionierten Schulleiterin Renate Koch. Schinze-Gerber leitet zudem in den kommenden zwei Jahren die Oberschule kommissarisch. Dann läuft diese Schulform in Burgwedel aus. Schinze-Gerber ist verheiratet und hat einen fünfjährigen Sohn.

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