Burgwedel: Kleinburgwedeler befreien Feld und Flur vom Müll
Menü
Hannoversche Allgemeine | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Burgwedel Windeln, Paletten, Autoreifen: Kleinburgwedeler befreien Feld und Flur vom Müll
Umland Burgwedel

Burgwedel: Kleinburgwedeler befreien Feld und Flur vom Müll

Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:00 29.03.2021
Friedhelm Leisenberg von der Jägerschaft zeigt Bianca Rosenhagen, wo rund um Kleinburgwedel Müll gesammelt werden soll.
Friedhelm Leisenberg von der Jägerschaft zeigt Bianca Rosenhagen, wo rund um Kleinburgwedel Müll gesammelt werden soll. Quelle: Sandra Köhler
Anzeige
Kleinburgwedel

Nach einem Jahr Corona-Abstinenz haben die Kleinburgwedeler am Sonnabend wieder kräftig in Feld und Flur aufgeräumt. Erwartungsgemäß kam dabei eine Menge Unrat zusammen: Vom weggeworfenen Taschentuch über Autoreifen, Europaletten bis hin zu wild entsorgten Hausmüll mitsamt benutzten Windeln war alles dabei. „Zum Teil war das schon ganz schön unappetitlich – das muss man einfach sagen“, äußert Ortsbürgermeister Jürgen Schodder (CDU) sein Unverständnis über diese Art der Müllentsorgung.

40 Kleinburgwedeler sammeln Müll ein

Positiv registriert er, wie viele Kleinburgwedeler mit angepackt haben beim dörflichen Frühjahrsputz: „Es waren rund 40 Teilnehmer, damit hätten wir nie gerechnet.“ Eine dieser 40, die dem Aufruf von Ortsrat und Jägerschaft gefolgt waren, war Bianca Rosenhagen. Für sie war es tatsächlich ihre Rausputz-Premiere: „Ich wollte schon ganz lange mitmachen, aber sonst waren wir zu dieser Zeit immer im Urlaub“, sagte sie. „Diesmal habe ich mir gedacht: Wenn nicht jetzt, wann dann.“ Gedanken, wo es sich vielleicht zu sammeln lohne, hatte sie sich auch bereits gemacht. „Aber im Rahden, wo ich sonst viel unterwegs bin, ist mir gar nicht so viel aufgefallen.“

Um Tipps, wo sich das Sammeln besonders lohnt, war Friedhelm Leisenberg von der Jägerschaft nicht verlegen. Er wies die Sammelnden, die diesmal nicht in großer Gruppe mit Treckergespannen, sondern allein, in Zweiertrupps oder als Familien ausschwärmten, anhand einer am Tor des Feuerwehrhauses befestigten Karte in ihre Gebiete ein. Zu den neuralgischen Punkten gehören insbesondere der Bahndamm an der oberen Bahnhofstraße als auch die Gegend um den Würmseeweg.

Lesen Sie auch: Der Würmsee füllt sich wieder mit Wasser

Autoreifen und Grünschnitt landen in der Natur

Nicht nur Kleinigkeiten, sondern durchaus größere Gegenstände würden dort immer wieder abgeladen, sagt Bürgermeister Schodder. Wie mehrere Europaletten, die er in einem Graben entdeckt hat. „Ich verstehe das nicht“, sagte er kopfschüttelnd. „Wenn man das schon im Auto hat, kann man es doch gleich zur Deponie fahren. Oder man ruft einfach bei Aha an, die kommen ja auch vorbei und holen Sperrmüll ab.“

Auch Grünschnitt und Gartenabfälle würden immer wieder gern in der Natur entsorgt, ergänzt Leisenberg: „Das ist nicht nur unschön. Es stellt uns auch vor ein weiteres Problem: Wenn die Pflanzen dort wieder anwachsen, breiten sich im Wald auch Arten aus, die hier nicht heimisch sind und auch nicht hingehören.“

Zur Belohnung fürs Müllsammeln gab es Würstchen to go

An den Ausfallstraßen, etwa in Richtung Großburgwedel, ist trotz der Sammelaktion noch nicht aller Unrat verschwunden. „Das liegt daran, dass es wegen des Verkehrs schlichtweg zu gefährlich ist, die Leute dort hinzuschicken. Nicht, dass noch etwas passiert“, setzt Ortsbürgermeister Schodder klare Prioritäten. Priorität für ihn hatte auch, die Sammelnden trotz der pandemiebedingten Einschränkungen für ihren Einsatz zu belohnen. „Statt des üblichen gemeinsamen Frühstücks gab es deswegen Würstchen und Getränke to go. Ganz coronakonform“, sagte er.

Von Sandra Köhler