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Burgwedel Deshalb zieht der Laden des Kinderschutzbundes um
Umland Burgwedel

Burgwedel: Laden des Kinderschutzbundes zieht um

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16:53 28.01.2020
Karin Neubert räumt derzeit mit vier weiteren Ehrenamtlichen die Baby- und Kinderkleidung im neuen Laden ein. Quelle: Antje Bismark
Großburgwedel

Die Hosen bis Größe 76 hängen bereits auf der Kleiderstange im neuen Laden des Kinderschutzbundes, die Pullover für Kinder aller Altersgruppen nehmen schon fast die gesamte Wand ein, und die Bilderbücher reihen sich in einem Regal aneinander: Seit Jahresbeginn räumen Karin Neubert und vier weitere Ehrenamtliche das neue Geschäft ein. „Und so langsam, aber sicher geht es voran“, sagt die Burgwedelerin. Am Donnerstag, 13. Februar, wird er eröffnet.

Neubert gründete den Laden vor 39 Jahren. Zunächst erhielten Familien mit kleinen und größeren Kindern die gebrauchten Jacken und Hosen, Schuhe und Unterwäsche im Rathauskeller. Von dort zogen die Freiwilligen samt der Spenden weiter in Räume an der Straße Im Mitteldorf 10, es folgte eine jahrelange Station einige Häuser weiter. Und nun öffnet der neue Laden in dem ebenerdigen Geschäft mit der Hausnummer 18 in derselben Straße. „Die anderen Räume haben wir verlassen, weil das Gebäude eigentlich abgerissen werden sollte“, sagt Neubert.

Laden bietet gut erhaltene Kinderkleidung

Ob und wann die Bagger rollen, könne sie nicht sagen. Gleichwohl habe der Kinderschutzbund mit seinen Aktiven mit der Ankündigung des Abrisses ein neues Domizil gesucht und in den Räumen einer ehemaligen Massagepraxis gefunden. Auf 33 Quadratmetern finden junge Familien alles, was der Nachwuchs benötigt. „Gerade die Kleidung für Babys ist oft gut erhalten, weil sie ja nicht lange getragen wird“, sagt Neubert.

Sie und ihre Mitstreiterinnen nehmen die gespendete Wäsche entgegen, sortieren sie und hängen sie in die inzwischen gekennzeichneten Bereiche, die den Eltern die Orientierung erleichtern. Auf Zetteln finden diese die Bezeichnung mit der jeweiligen Größe, sodass sie schnell erkennen, in welcher Schublade sich die Unterwäsche für Mädchen in Größe 104 befindet und in welcher jene für Jungen in Größe 92. Das System haben die Ehrenamtlichen über Jahre verfeinert. „Wir sind ja schon ewig dabei“, sagt Neubert und spricht damit ein Problem an: Die Aktiven seien zumeist 60 plus und wünschen sich die Unterstützung von Jüngeren.

Kinderschutzbund unterstützt andere Projekte

Zu ihren Aufgaben gehören nicht nur das Sortieren und Einräumen, sondern auch das Gespräch mit den Kunden. Sie suchen sich die gespendete Ware aus und bezahlen pro Kleidungsstück mindestens einen Euro. „Mitunter kommen geflüchtete Frauen und unterstützen uns, um auf diese Weise auch Deutsch zu lernen“, sagt die Burgwedelerin, die sich einst für das Angebot einsetzte, weil es „auch hier im Ort arme Menschen gibt“. Ihr Plädoyer: „Niemand muss ihnen aber die Armut ansehen.“

Längst hat Neubert mit ganz unterschiedlichen Partnern ein Netzwerk aufgebaut, um andere Einrichtungen zu unterstützen. Jüngst erhielt eine Kita aus Altwarmbüchen dringend benötigte Kindermöbel, die Burgwedeler gespendet hatten. Zudem bekommt ein Gifhorner Verein für die Namibia-Hilfe immer wieder Kleidung, für die sich keine Interessenten hierzulande finden. „Jetzt gab es eine Anfrage nach Spielzeug von der MHH-Kinderkrebsstation“, sagt die Ehrenamtliche. Sie reagierte sofort und half aus.

Ehrenamtliche suchen Garage als Lagerraum

Dank der Burgwedeler und ihrer Spenden nimmt der Laden so viel Geld ein, dass er die Miete selbst zahlen kann. Allerdings wünscht sich Neubert neben personeller Unterstützung durch weitere Freiwillige auch noch mehr Raum, um Kisten mit Kleidung aufbewahren zu können. „Eine Garage würde uns schon reichen“, sagt sie und freut sich zugleich auf die Neueröffnung am Donnerstag, 13. Februar. Rechtzeitig zum Faschingsbeginn können Familien dann auch Kostüme kaufen.

Der Laden des Kinderschutzbundes befindet sich ab sofort Im Mitteldorf 18. Er öffnet dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 Uhr, mittwochs von 16 bis 18 Uhr und donnerstags von 15 bis 18 Uhr.

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Von Antje Bismark

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