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Burgwedel Landesregierung ehrt drei Ehrenamtliche
Umland Burgwedel

Burgwedel: Landesregierung ehrt drei Ehrenamtliche

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17:48 24.09.2019
Arbeitsminister Bernd Althusmann (Zweiter von links) lobt das Engagement der Ehrenamtlichen Jonas-Christian Kurtze (von links), Uli Appel und Michael Kranz (rechts). Quelle: Christian Manthey/Niedersächsische Staatskanzlei
Burgwedel

Sie leiten Jugendgruppen, betreiben Heimatpflege, sind im Sport aktiv und helfen dort, wo es nötig ist: 71 Bürger aus der Region Leine-Weser sind kürzlich beim Tag der Ehrenamtlichen in Hameln von der Landesregierung für ihr Engagement ausgezeichnet worden. Unter ihnen waren auch drei Aktive aus Burgwedel: Jonas-Christian Kurtze, Uli Appel und Michael Kranz.

Als Dankeschön für ihr langjähriges Engagement wurden sie – wie die anderen von ihren Kommunen vorgeschlagenen Aktiven – für einen Tag nach Hameln eingeladen. Zum Programm gehörten eine Führung durch die Rattenfängerstadt sowie ein Festprogramm mit Musik und Büfett.

Die Ehrungen wurden in drei zufällig eingeteilten Gruppen vorgenommen: Sozialministerin Cornelia Reimann ehrte Jonas-Christian Kurtze, Wirtschaftsminister Bernd Althusmann würdigte Michael Kranz, und Uli Appel wurde von Ministerpräsident Stephan Weil ausgezeichnet. Als Anerkennung gab es eine Urkunde für ehrenamtliche Tätigkeit sowie eine Anstecknadel der Landesregierung. „Vereine leisten extrem wertvolle Arbeit für die Gesellschaft“, sagte Appel. Er freute sich, dass dies von der Landesregierung gewürdigt wurde. Wir stellen die Geehrten aus Burgwedel vor.

Jonas-Christian Kurtze: Für die Jugend im Einsatz

Ob Segelfreizeit auf dem Ijsselmeer, Pilgerwanderung auf dem Jacobusweg in der Lüneburger Heide oder Charity-Dinner im Gemeindesaal – der 28-jährige Kurtze lässt sich immer etwas einfallen für die Jugendlichen in der St.-Marcus-Gemeinde in Wettmar. Seit 2012 ist der gebürtige Wettmarer dort in der Jugendarbeit aktiv. Neben Spaßaktivitäten sind auch die Schattenseiten des Lebens Thema in seinen Gruppenstunden. So begleitet er die Heranwachsenden dabei, Trauernde im Dorf zu besuchen.

Schlammfußball und Segelfreizeit, aber auch Charity-Dinner und Lichter für die Hinterbliebenen sind Aktivitäten, die Jonas-Christian Kurtze mit den Jugendlichen der Gemeinde durchführt. Quelle: Gabriele Gerner

„Dankbarkeit für das, was man hat, Bescheidenheit und einen offenen Blick dafür, wo Hilfe nötig ist“, das möchte der Altenpfleger gern an die Jugend weitergeben. Und das geht manchmal mit praktischer Erfahrung am besten. So merkten die Heranwachsenden beim Pilgern auf dem Jacobusweg mit Rucksack auf dem Rücken, was es bedeutet, mit nur wenigen Dingen und wenig Lebensmitteln unterwegs zu sein. „Waren einige von ihnen anfangs noch mäkelig mit dem Essen, waren sie gegen Ende der Tour dankbar für jede Mahlzeit und jede Dusche“, sagt der Jugendleiter.

Glücksmomente mit Musik

Doch nicht nur für die Jugend ist Kurtze im Einsatz. Seit 2015 ist er Mitglied des Kirchenvorstandes. Zusätzlich spielt er seit vielen Jahren die Orgel in der Kirchengemeinde und hat eine Kirchenband gegründet. Ob Rudelsingen oder Schlagergottesdienst – Kurtze versucht auf allen Ebenen, mit Musik für Glücksmomente in der Gemeinde zu sorgen.

Die Liebe zum Dorf ist seine Motivation. Ob Heimatverein oder die Interessengemeinschaft wettmar.de, ob Schredderfest oder Laienspielgruppe – Menschen zusammenbringen und mit ihnen etwas für die Gemeinschaft auf die Beine stellen, das „macht ihn glücklich“, sagt er.

Michael Kranz: Der Strukturenschaffer

Obwohl er erst seit 1999 in Wettmar wohnt, hat Kranz das Dorfleben dort seitdem stark geprägt. Vielen ist er als ehemaliger Ortsbürgermeister und als CDU-Politiker im Rat der Stadt bekannt. Sein soziales Engagement – auch über Burgwedels Grenzen hinaus – ist hingegen weniger publik.

Michael Kranz freut sich über die Auszeichnung für sein ehrenamtliches Engagement. Quelle: Thomas Oberdorfer

Immer wieder kamen Bekannte auf ihn zu, die den Rechtsanwalt bei der Verwirklichung von Projekten um seine juristische Hilfe baten. So baute Kranz bei vielen Initiativen Strukturen auf, die sozialem Engagement und kreativen Ideen den Rahmen gaben. Er war Mitbegründer des Heimatvereins und fungierte 18 Jahre lang als dessen Schriftführer.

Ebenso gründete er die Bürgerstiftung mit und ist Mitglied des Stiftungsrates. Als Vorsitzender des Vereins Kunst & Migration ermöglicht er Projekte zur Teilhabe ausländischer Mitbürger. Und als Mitbegründer der Interessengemeinschaft Wettmarer Unternehmen macht er sich Gedanken darüber, wie Geschäftsleute ihrer sozialen Verantwortung für einen Ort gerecht werden können.

Der Werkstatt-Treff Mecklenheide gibt jährlich 200 Menschen Arbeit

Doch eins seiner Projekte hat eine besonders weite Strahlkraft: das Engagement für den Werkstatt-Treff Mecklenheide. In dem Verein im Norden Hannovers, dem Kranz seit 2001 vorsteht, finden pro Jahr rund 200 Menschen mit schwierigen Startbedingungen Arbeit. Möglichkeiten eröffnen, Dinge bewegen – das ist es, was Kranz interessiert. „Ich suche keine Probleme, ich finde Lösungen“, sagt er über sich selbst.

Uli Appel: Mit Herzblut für den Sport und die Jugend aktiv

Ein Macher ist auch Appel. Es gibt wohl kaum jemanden in Großburgwedel, der den 55-Jährigen nicht kennt – zumindest, wenn er mit Kindern oder Sport zu tun hat. Der hauptberufliche Gemeindejugendpfleger ist seit 38 Jahren in der Turnerschaft Großburgwedel (TSG) aktiv. Seit 2015 leitet er den 3000 Mitglieder starken Verein als Vorsitzender.

Greift selbst mehrmals wöchentlich zur Hantel: TSG-Vorsitzender Uli Appel. Quelle: Thomas Oberdorfer

Die Liebe zum Turnen führte ihn in mehrere Vereine, wo er jahrelang als Übungsleiter aktiv war. Der TSG blieb er treu. Vor 30 Jahren hatte er mit ein paar Mitstreitern die Idee zu einem Kinderzeltlager, „aus einer Bierlaune heraus“, wie er sagt. Was spontan begann, wurde nach und nach optimiert und steht mittlerweile auf professionellen Beinen. Ebenso ging es mit den Jugendfahrten nach Domfront, die Appel vor 25 Jahren auf die Beine stellte. „Anfangs kannten wir noch nicht mal den richtigen Weg auf der Autobahn“, erzählt er lachend.

„Bildung ist das Wichtigste, was wir haben“

Den Sport und die Jugendarbeit miteinander zu verknüpfen, ist ihm ein großes Anliegen. Deshalb ist er mehr als zufrieden, dass die TSG inzwischen eine breite Palette an Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche anbietet und bezahlt. Ob die Sportassistenten- oder Juleica-Ausbildung, ob Erste Hilfe oder DLRG-Rettungsschwimmerschein – all diese Lehrgänge sorgen dafür, die Jugend im Sport zu halten und zu qualifizieren. „Bildung ist das Wichtigste, was wir haben“, sagt Appel überzeugt.

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