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Burgwedel Wie war das damals mit der Jagd nach dem Kaiman in der Kiesgrube, Herr Heller?
Umland Burgwedel

Burgwedel: Polizeichef Günter Heller geht in den Ruhestand

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17:47 28.11.2019
Wechselt in den Ruhestand: Günter Heller, Leiter des Polizeikommissariates in Großburgwedel. Quelle: Thomas Oberdorfer
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Großburgwedel

Eine Ära geht zu Ende: Am Freitag, 29. November, wird Burgwedels Polizeichef Günter Heller in den Ruhestand verabschiedet. Im Interview spricht der 1. Polizeihauptkommissar über seine Dienstzeit in Burgwedel.

Sie wohnen und leben in Lehrte. Was bleibt Ihnen von Ihrer Dienstzeit in Burgwedel in Erinnerung?

Ich hatte hier ein tolles Team. Und mich hat es im Laufe meiner Karriere gleich dreimal hierher geführt. Von 1983 bis 1988 als Dienstabteilungsleiter, 1999 bis 2002 als Leiter des Einsatz- und Streifendienstes und schließlich ab August 2003 als Dienststellenleiter.

Banküberfall mit Geiselnahme in Wettmar

Welcher Einsatz in Burgwedel ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Das ist ein Fall, der lange zurückliegt. Das war 1987. Ein Mann hatte die Sparkasse in Wettmar überfallen und eine Geisel genommen. Er war mit einer Pistole bewaffnet. Als wir an der Bank eingetroffen sind, war der Bankräuber noch im Gebäude. Er flüchtete dann mit dem Auto in Richtung Altwarmbüchen. Wir verfolgten ihn und konnten ihn dort stoppen, die Geisel befreien und den Mann festnehmen.

Hatten Sie als Polizist auch einmal das Gefühl von Angst in einem Einsatz?

Das gab es durchaus. Das war gleich nach meiner Grundausbildung. Ich wurde damals mehrmals nach Gorleben abkommandiert. Dort kam es zu Konfrontationen mit Demonstranten. Wir mussten Bereiche räumen. Da gab es schon die eine oder andere brenzlige Situation.

Die Jagd nach dem Kaiman

Sie waren jetzt 42 Jahre im Polizeidienst. Gibt es auch einen Fall, auf den Sie heute mit einem Schmunzeln zurückblicken können?

Klar. Wir haben mal in einer Kiesgrube bei Thönse einen vermeintlichen Kaiman gejagt. Mit dem Fotoapparat. Das ist jetzt einige Jahre her.

Was war passsiert?

Bei uns auf der Wache sind mehrere Anrufe von Bürgern eingegangen, die angaben, einen Kaiman in dem Teich beobachtet zu haben. Die Kollegen der Dienststelle sind hingefahren und haben Fotos gemacht. Darauf war das Tier allerdings nicht besonders deutlich zu erkennen. Wir haben die Bilder unter anderem an Experten im hannoverschen Zoo gesandt. Und dann kam die Antwort: „Das ist ein Karpfen.“ Also keine Spur von einem Kaiman.

Nachfolger kommt aus Hannover

Wie geht es auf der Dienststelle in Burgwedel weiter? Wer wird Ihr Nachfolger?

Der ist bereits gefunden. Ralf Oltmanns übernimmt am 1. Dezember das Amt. Er ist erster Kriminalhauptkommissar und arbeitet derzeit noch in Hannover. Sein Spezialgebiet ist Korruption und Vermögensabschöpfung.

Haben Sie mit ihm bereits über die Aufgaben im Burgwedeler Kommissariat gesprochen?

Ja. Und wir waren auch schon auf Vorstellungstour bei den Bürgermeistern in Burgwedel und Isernhagen.

Vier Schwerpunkte der Polizeiarbeit

Wo liegen die Schwerpunkte in dieser Dienststelle?

Es gibt vier große Themenbereiche: die Bekämpfung der Ursachen von Unfällen mit schweren Personenschaden, Wohnungseinbrüche, Autodiebstähle und das Sicherheitsempfinden der Bürger. In diese Bereiche investieren wir viel Arbeit. So versuchen wir zum Beispiel, mit Präventionsmaßnahmen Einbrechern das Leben möglichst schwer zu machen.

Was tun Sie für das Sicherheitsempfinden der Bürger?

Wir sind heute häufiger und zielgerichteter auf Streife unterwegs als noch vor ein paar Jahren. Damit ist die Polizei in der Öffentlichkeit präsenter. Erfahren wir aktuell von weiteren Problempunkten in Burgwedel oder Isernhagen, dann werden diese in den Streifendienst integriert. Das zeigt offensichtlich Wirkung. Meinem Nachfolger habe ich diese Bereiche zumindest ans Herz gelegt.

„Ich gehe absolut zufrieden in den Ruhestand

Was machen Sie am Freitag nach der Verabschiedung?

Ich gehe absolut zufrieden in den Ruhestand. Ich fahre mit meiner Frau nach Hause, ziehe die Uniform aus und hänge sie in den Schrank. Das war es dann mit dem Polizeidienst.

Zur Person

Günter Hellergeht nach 42 Dienstjahren in den Ruhestand. Er ist verheiratet, hat einen Sohn und wohnt in Lehrte. 1977 trat er in Wolfenbüttel in den Polizeidienst ein, arbeitete nach der Ausbildung zunächst in Braunschweig, später dann in Lehrte.

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